Foto: Herbert Futterknecht

"Wat fott es, es fott."

Was aus dem Mund eines Rheinländers sympathisch klingen mag, ist in der Natur hochgradig relevant: Tierarten sterben aus.

SHARKPROJECT möchte darauf hinweisen, dass dies ‚falsch an sich‘ ist.

Die Natur ist ein vielfach verzahntes System, durch Jahr­millionen der Evolution austariert. Jeder Baustein hat seine Bedeutung, jede Lücke ist gefüllt. Damit steht auch alles in Beziehung zueinander und bedingt sich wechselseitig. Ein riesiges Puzzle verzahnter Teile.

Nimmt man nun einen Baustein aus diesem System heraus, gerät das Gefüge aus dem Gleichgewicht. Das Bild sieht nicht nur lückenhaft aus – es hat buchstäblich ein Loch. Manchmal fällt das nicht weiter auf, weil andere Arten die neue Lücke alsbald schließen. So funktioniert das System weitgehend, und so hat es sich bis heute fortentwickelt.

Was aber geschieht bei Löchern im Netz, für die es keine Arten als Lückenfüller gibt? Was, wenn keine (noch) vorhandene Art für diesen Puzzlestein qualifiziert ist?

Dann bleiben diese Löcher bestehen – und das Gesamtsystem gerät aus dem Gleichgewicht.

Nimmt man beispielsweise die großen Haie von der Spitze des Nahrungsnetzes der Ozeane weg, haben die in der Nahrungskette nachfolgenden Fische keine natürlichen Fressfeinde und vermehren sich maßlos. Sie konsumieren dadurch exzessiv die Tiere der nächsten Stufe, die folglich ‚überfischt‘ wird und somit auszusterben droht – und die Kaskade läuft weiter. Ein vormals gesunder Ozean gerät aus dem Gleichgewicht. Kippt er um, hat dies maßgeblichen Einfluss auf Klima, Wasser- und Lufthaushalt der Erde. Denn nur ein gesundes Meer senkt das CO2 in der Atmosphäre und produziert in der Kapazität mehr als die Hälfte des Sauerstoffs unserer Atemluft. Der Mensch bekommt buchstäblich Existenzprobleme, wenn sich die Ozeane und das Klima erheblich verändern.

Das wirklich Schlimme am Ausrotten wichtiger Arten: wenn es geschehen ist, kann man es nicht rückgängig machen. Ausgestorbene Arten lassen sich nicht nachzüchten. Niemand kann „Haie basteln“ – die Evolution hat Jahrmillionen dafür benötigt.

Aber auch ohne diese fühlbare Auswirkung für uns Menschen:

Tiere sind Lebewesen unseres schönen Planeten und allein deshalb bewahrenswert. Keine Art sollte aussterben, jede Art hat einen eigenen Wert, an und für sich.

Umso mehr gilt dies, wenn Arten aussterben, weil der Mensch die Ressourcen nicht schont; denn: wir wissen eigentlich genug, um die Artenvielfalt zu schützen.

Oft ist es bequemer, wegzusehen. Und es gibt eine gutgeölte Maschinerie von Profiteuren, von Unternehmen und Entscheidern, die diese Bequemlichkeit der Massen ausnutzen und für den eigenen (wirtschaftlichen) Vorteil nutzen, indem sie sehenden Auges in Kauf nehmen, dass Ökosysteme aus den Fugen geraten.

Das kann aus sich heraus keine richtige Vorgehensweise sein.

Es ist ‚falsch an sich‘.

Denn: „Ausgestorben ist für immer“ gilt nicht nur für Tierarten.

Es würde auch für den Menschen gelten.

SHARKPROJECT-Buchempfehlung:

"Die Letzten ihrer Art" von Douglas Adams

Douglas Adams / Mark Carwardine, Die Letzten ihrer Art
Übersetzung: Sven Böttcher

(c) 1992 Wilhelm Heyne Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH
Taschenbuch: 272 Seiten
ISBN-10: 3453061152
ISBN-13: 978-3453061156

„Vom Stochern in der Asche“ ist ein Märchen, das als Nachwort des Buchs „Die Letzten ihrer Art“ erschienen ist.

Der britische Autor Douglas Adams (1952-2001) berichtet in dem Buch über seine Reisen mit dem Zoologen und Fotografen Mark Carwardine zu aussterbenden Tierarten.

In begeisternder Weise berichtet er über seine Begegnungen mit dem Aye-Aye, dem Komodowaran, dem inzwischen ausgestorbenen Breitmaulnashorn, dem ebenfalls inzwischen ausgestorbenen Yangtse-Delfin oder dem sympathischen Kakapo.

Douglas Adams hat sich nach dieser Reise bis zu seinem Tod als Artenschützer betätigt und (typisch für ihn) auch ungewöhnliche Hilfen geleistet. Er kletterte beispielsweise in einem Nashornkostüm auf den Kilimandscharo und ‚verkaufte‘ Pink Floyd den Titel des vorletzten Albums gegen eine Spende für den Artenschutz.

Er empfand „Die Letzten ihrer Art“ als das seiner Bücher, das für ihn die größte Befriedigung war.

Wir sagen: wer dieses Buch gelesen hat, und kein Artenschützer ist, hat weder Herz noch Verstand.

Wir freuen nus sehr, mit einer Ausnahmegenehmigung des Verlags das Nachwort in einer Druckauflage als Sonderedition anbieten zu können – nur vor Ort, nur gegen Spende.

Wir danken dem Wilhelm Heyne Verlag / Random House für diese wertvolle Unterstützung.

Foto: Christine Gstöttner

81 akut bedrohte Hai-Arten

Auszug aus der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN – zwischen ‚gefährdet‘ und ‚vom Aussterben bedroht‘ – Stand: Ende 2018 – zum PDF-Download (65 KB) – hier klicken

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