Sharkproject und Lukas Müller Blaue Savanne
Sharkproject und Lukas Müller Blaue Savanne

Analysegerät erfolgreich im Einsatz

16. November, 2022

News aus der „Blauen Savanne“

Lukas Müller beim Filtern der Wasserprobe für die Umwelt DNA

Mit dem Ziel Haiforscher zu werden, schloss Lukas Müller sein Studium der Meeresbiologie erfolgreich ab und leitet heute als Teil einer internationalen Kooperation von Wissenschaftlern und Umweltschützern ein Bullenhai-Forschungsprojekt in Mosambik, um die Könige der „Blauen Savanne“ zu studieren.

Bereits seit 3 Jahren reist Lukas Müller zweimal jährlich nach Mosambik und widmet sich leidenschaftlich dem Haischutz. Im Rahmen seiner Doktorarbeit forscht er im Bazaruto-Nationalpark.

Oberstes Ziel dabei: Herausfinden, wann und wo sich die Haie und andere vom Aussterben bedrohte Meeresbewohner im und um den Nationalpark aufhalten. Mit diesen Informationen können gezielt besonders wichtige Gebiete überwacht und vor schädlichen Einflüssen geschützt werden. So konnte zum Beispiel ganz am Anfang des Projektes bereits ein Versuch fossile Brennstoffe in der Region zu fördern verhindert werden.

Umwelt-DNA sponsored by Sharkproject

Dabei setzt Lukas Müller mittlerweile auch auf die Analyse sogenannter Umwelt-DNA – eine moderne und nicht-invasive Methode zur Gewinnung von Informationen über Vorkommen und Verbreitung bestimmter Arten in einem Gebiet. Traditionell werden solche Daten über das Anbringen von Satelliten- oder Akustiksendern gesammelt - zwei Methoden bei denen es natürlich unausweichlich ist die Tiere vorher zu fangen. Mit der neuen Methode wird komplett darauf verzichtet wir sind deswegen besonders stolz, gerade diesen Teil des Projektes zu unterstützen und zu fördern. Die Kosten für das Analysegerät trägt Sharkproject.

Und wie genau funktioniert das Ganze?

Du musst dir vorstellen, jedes Tier im Ozean hinterlässt kleinste Rückstände organischen Materials im Wasser, auch Menschen. Dieses beinhaltet unter anderem Spuren unserer DNA. Genau dieses Prinzip machen Forscher sich nun zu Nutze, in dem sie Wasserproben in bestimmten Gebieten sammeln, zum Beispiel mit einem einfachen Plastikbeutel. Diese Probe wird hinterher mit speziellen Anlagen gefiltert auf die oben erwähnten DNA-Rückstände und abschließend analysiert und mit bekannten Sequenzen verglichen. Auf diese Art und Weise erhalten Lukas und sein Team wertvolle Informationen über das Vorkommen oder nicht-Vorkommen bestimmter Arten. Wiederholen wir diesen Prozess regelmäßig an den gleichen Orten über einen längeren Zeitraum, bekommen wir gleichzeitig auch Daten zu eventuellen Veränderungen im Laufe eines Jahres.

Erster Test ein voller Erfolg

Nachdem bereits über 200 Umwelt-DNA Proben gesammelt wurden, kam das Analysegerät von Sharkproject das erste Mal zum Einsatz. Diesen Sommer wurden erstmals die Abläufe im Labor getestet. Dabei konnten bereits zahlreiche bedrohte Arten nachgewiesen werden, wie Gitarrenrochen, Geigenrochen, gefleckte Adlerrochen, Riff-Mantas und auch Bullenhaie. Um den Einsatz effizienter zu gestalten und die Analyse zu vereinfachen, wird im nächsten Jahr ein Experte von Lukas Universität in Wageningen (Niederlande) mit nach Mosambik aufbrechen und gemeinsam mit dem Team vor Ort die Analysen vorbereiten und die Abläufe optimieren. So werden wir im Laufe des nächsten Jahres alle gesammelten Proben in „einer Rutsche“ auswerten können.

Wasserproben für DNA Test, Blaue Savanne
Hai Blaue Savanne Lukas Müller
Lukas Müller beim Filtern der DNA Proben Sharkproject Blaue Savanna

Ausblick – 2023

Zu den gesammelten Umwelt-DNA Proben werden nächstes Jahr weitere 100 Proben dazukommen: sprich am Ende werden knapp über 300 Proben gesammelt. Zusätzlich wurden in den letzten Jahren 17 Akustiksender und 6 Satellitensender angebracht, die zusammen bereits mehr als 400.000 Datenpunkte erzeugt haben – diese gilt es nun auszuwerten. Im nächsten Jahr beginnt einer der anspruchsvollsten und spannendsten Teile des Projekts – Die Auswertung. Lukas und sein Team werden sich an die Arbeit machen, das Puzzle zusammenzufügen, um herauszufinden, welche Bereiche es besonders zu schützen gilt.

Du hast Fragen und Anregungen zu diesem Projekt – dann melde Dich jederzeit gerne bei unserem Projektleiter Jan Bierwirth per E-Mail: j.bierwirth@sharkproject.org

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