Überfischung stellt die größte Gefahr für die Haibestände in den Weltmeeren dar. Und doch wird genau diese jährlich mit Milliarden von Dollar in Form von schädliche Subventionen gefördert.

Im Kampf gegen schädliche Fischereisubventionen

Bereits knapp 40 % der Hai- und Rochenarten werden als bedroht eingestuft. Und erst kürzlich hat eine Studie zu den pelagischen Hai- und Rochenarten ergeben, dass deren Bestände in den letzten 50 Jahren sogar um 70 % zurückgegangen sind.

Hauptverantwortlich dafür ist die massive Überfischung. Nicht nur das direkte Fischen der Haie als Zielfisch, sondern vor allem der Beifang stellen hier ein großes Problem dar. Daher ist das Schicksal der Haie unmittelbar mit der großindustriellen Fischerei, wie z.B. beim Tunfisch, verbunden. Und obwohl bereits mehr als ein Drittel der weltweiten Fischbestände überfischt sind, werden weiterhin jährlich ca. 22 Milliarden Dollar an schädlichen Subventionen in die Fischereiindustrie gesteckt. Schädlich deshalb, weil sie die Fischereikapazitäten weiter erhöhen und so die Überfischung weiter verstärken. Es werden Fischereien gefördert, welche ohne diese Subventionen nicht profitabel wären und darüber hinaus auch nicht nachhaltig sind. Vor allem die Hochseefischerei ist hier stark davon betroffen. Hier schließt sich wieder der Kreis und erklärt den massiven Rückgang von Haien die vor allem in der Hochsee zu finden sind.

In 2015 schließlich erkannten die Staats- und Regierungschefs der Welt den Schaden an, den schädliche Subventionen für die Fischbestände und die Meeresumwelt verursachen, als sie die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen verabschiedeten, ein Konzept zur Erreichung einer besseren und nachhaltigeren Zukunft für alle. Die SDG-Zielvorgabe 14.6 sieht vor, dass die Regierungen im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO) eine neue Vereinbarung zur Abschaffung schädlicher Subventionen treffen. Die Deadline dafür war 2020. Seit dem Januar 2021 ist diese Einigung überfällig.

Sharkproject hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, weltweit mit verschiedensten Partner, in den verschiedensten Gremien zusammenzuarbeiten, um gemeinsam ein Umdenken und eine Neuregulierung dieser Subventionen zu erwirken und Druck auf die Entscheidungsträger zu erhöhen. Eines dieser Netzwerke, bzw. Kampagne ist „STOP FUNDING OVERFISHING“. Gemeinsam mit 180 Organisationen haben wir 2020 eine Forderung an die Welthandelsorganisation (WTO) gestellt, damit diese der Zielvorgaben des SDG 14.6 nachkommen und eine neue Einigung zu den Fischereisubventionen erreicht. Um den Druck auf die Verantwortlichen aufrechtzuerhalten, aber auch um die Öffentlichkeit über das Thema zu informieren, werden regelmäßig Kampagnen auf verschiedenen Plattformen, wie Facebook, Twitter oder Instagram, gestartet.

Obwohl die Verhandlungen nach über zwei Jahrzehnten auch 2020 nicht zu einem Abschluss gekommen sind bleiben wir optimistisch. Die Verhandlungen sind weiter vorangeschritten als jemals zuvor und eine Einigung in Kürze ist möglich.

Hintergrundinformationen

Ziel

  • Aufklärung und Information der Öffentlichkeit
  • Umsetzung der Zielvorgaben des SDG 14.6
  • Neuregulierung der Fischereisubventionen
  • Verbot der schädlichen Subventionen

Ort und Dauer

  • Weltweites Netzwerk
  • keine zeitliche Begrenzung

Projektverlauf

2020

Aufruf an die WTO, die Vorgaben des SDG 14.6 umzusetzen.

2020/2021

Digitale Kampagne begleitend zu den WTO-Verhandlungen.