Erforschung von Pigmentstörung bei Schwarzspitzenriffhaien und deren Auswirkungen auf die lokale Population

Leuzismus bei Schwarzspitzenriffhaien

Projekt von Gibbs Kuguru im Rahmen seines PhD-Promotionsstudiums, welches sich mit den Ursachen von Pigmentstörungen bei Schwarzspitzenriffhaien und den Auswirkungen auf die lokale Population sowie das Ökosystem befasst.

Haie haben ein einzigartiges Farbmuster, welches ihrer Tarnung dient. Diese Art der Tarnung wird als "Konterschattierung" bezeichnet. Sichtungen von Schwarzspitzenriffhaien zeigen, dass Tiere diese Anpassungsfähigkeit – ihre Tarnung – verloren haben. Diese Haie weisen eine Gen-Veränderung, Leuzismus genannt, auf. Diese führt dazu, dass durch die Pigmentstörung die Haut der Haie nicht mehr ihre spezifische Tarnung aufweist, sondern meist grau-weiß gefleckt ist.

Sharkproject unterstützt seit 2020 das Forschungsprojekt "Inbreeding and the Unexpected Presence of Leucism in Caracharhinus melanopterus" sowie die Doktorarbeit von Gibbs Kuguru, PhD Student an der Wageningen University & Research. Welche Folgen haben fehlender Umweltschutz, Überfischung und Klimawandel auf die Natur und was hat letztendlich Leuzismus bei Schwarzspitzenriffhaien wiederum damit zu tun? Und warum ist es so wichtig, gesunde Haipopulationen mit ihrer einzigartigen Anpassungsfähigkeit zu erhalten?

Die Ursachen des Leuzismus und dessen Auswirkungen auf die lokale Haipopulation und die Biodiversität der Riffe werden im Baa-Atoll (Malediven) untersucht. Das Wissenschaftsgebiet „Conservation Genomics“ bietet für diese Forschung die Basis. Hierbei werden Methoden aus Genetik und Computerwissenschaft angewendet. Die so gewonnenen Daten sollen dem Erhalt der biologischen Vielfalt der Haie helfen.

Hintergrundinformationen über das Projekt

Die Forschung findet in verschiedenen Phasen statt. Zum einen die mehrmonatige Feldforschung in maledivischen Gewässern und zum anderen die Laborarbeit in Wageningen mit Genanalysen, deren Auswertung und Bewertung sowie daraus resultierenden Empfehlungen zur Erhaltung.

Location

Insel Kihaa, Baa-Atoll, Malediven

Dauer

Das Projekt ist vorerst für vier Jahre geplant. Je nach Verlauf und Ergebnis kann der Zeitraum verlängert werden.

Bereits gibt es einen Unterbruch, aufgrund Covid-19-bedingter Reisebeschränkungen.

Wissenschaftler

Gibbs Kuguru, PhD Kandidat, Wageningen University & Research, Niederlande

2020-10-08

Equipment

Oxford Nanopore DNA Sequenzer

Involvierte Partner

  • Wageningen University & Research, Niederlande
  • WWF Niederlande

Förderer und Sponsoren

  • SHARKPROJECT 
  • Ocean Dimensions

Projektverlauf

August 2019: Projektstart

August 2019 bis März 2020: Akquise, Projektkoordination, Vorstudien

April 2020 bis September 2021: Laborarbeit, Testproben Sequenzierung, weitere Projektkoordination

Oktober 2021 bis heute: Feldforschung auf Insel Kihaaddhufarus sowie Filmaufnahmen