Photo: Jan Bierwirth

Ocean Week 2026 in Brüssel

Die Ocean Week in Brüssel brachte neue Erkenntnisse und eine engere Zusammenarbeit im Haischutz

  • Europa stellt gerade die Weichen für Jahre
  • Für Haie zählt, was Europa außerhalb seiner Gewässer tut
  • SHARKPROJECT arbeitet enger mit seinen Partnern zusammen

Die Ocean Week bringt jedes Jahr im Herbst Umweltorganisationen, Fischerinnen und Fischer, Wissenschaft und EU-Institutionen in Brüssel zusammen. Vom 28. September bis 2. Oktober 2026 ging es dort um die Frage, wie Europa seine Meere besser schützen und zugleich eine Fischerei erhalten kann, von der Küstengemeinden leben können. 

Für SHARKPROJECT standen die Mitgliederversammlung des europäischen Netzwerks Seas At Risk mit seinen mehr als 35 Mitgliedsorganisationen aus ganz Europa, der Rethink Fisheries Day und ein Strategieworkshop zu Fischerei und en im Mittelpunkt. Wir waren in Brüssel, weil SHARKPROJECT Mitglied von Seas At Risk ist und weil dort die europäischen Positionen entstehen, die später in den regionalen organisationen () vertreten werden.  

In diesem Jahr kam viel auf einmal zusammen. Die drei Take-Aways der Ocean Week in Brüssel waren:  

  • Europa stellt gerade die Weichen für Jahre. In Brüssel liefen in derselben Woche die Verhandlungen über den EU-Haushalt 2028 bis 2034, die Vorbereitung des Ocean Act und die für Ende Oktober erwartete Vision der Kommission für Fischerei und Aquakultur bis 2040 zusammen, in die auch die Strategie für die Fischerei außerhalb der EU-Gewässer einfließen soll. Das Geld für Fischerei und Meere soll ab 2028 über nationale Pläne der Mitgliedstaaten verteilt werden; über die Regeln dafür wird gerade verhandelt. 
  • Für Haie zählt, was Europa außerhalb seiner Gewässer tut. Die meisten Hochseehaie, die europäische Flotten fangen, werden in den gemanagt. Die Gemeinsame Fischereipolitik verpflichtet die EU, dort dieselben Grundsätze anzuwenden wie zu Hause. Die erste Bewährungsprobe kommt im November, wenn ICCAT (International Kommission für die Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik) über den Kurzflossen-Mako im Nordatlantik entscheidet.
  • SHARKPROJECT arbeitet enger mit seinen Partnern zusammen. Mit anderen Organisationen im Netzwerk von Seas at Risk arbeiten wir künftig intensiver an RFMO-Themen zusammen, damit Haie und Rochen in den internationalen Fischereiorganisationen mehr Gewicht bekommen.

Wie geht es weiter?

Die nächste wichtige Entscheidung für Haie fällt vom 16. bis 23. November in Vilamoura in Portugal, wo die ICCAT-Kommission tagt. Dort geht es auch darum, ob das Verbot bestehen bleibt, Kurzflossen-Makos aus dem Nordatlantik an Bord zu behalten und anzulanden. Wir werden das Treffen gemeinsam mit unseren Partnern begleiten.

Parallel bleiben wir in Brüssel dran. Wir setzen uns dafür ein, dass die Fischereimittel ab 2028 in vermeidung, Beobachtung und Datenerhebung fließen und nicht in neue Fangkapazität. Beim Ocean Act bringen wir die Perspektive der Hochsee ein, die in der europäischen Meeerespolitik bisher zu kurz kommt.

Die Ocean Week hat gezeigt, dass sich viele Organisationen in Europa einig sind: Die Fischerei braucht einen fairen Übergang und öffentliches Geld soll sie ermöglichen, statt Überkapazitäten zu erhalten. Für Haie entscheidet sich vieles davon weit weg von Brüssel, in den Sitzungssälen der . Die Regeln, mit denen Europa dort auftreten muss, stehen aber schon in der Gemeinsamen Fischereipolitik. Darauf werden wir die EU weiter hinweisen.

Until sharks are safe!

Dein Ansprechpartner Niclas Müller

Bei Fragen oder Anmerkungen zu diesem Blogpost kannst Du Dich gerne direkt an Niclas von SHARKPROJECT wenden.

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