8. Juni 2019 .he

World Oceans Day – „it’s the oceans, stupid“

Foto: Alicia3690/Pixabay

Vor 27 Jahren warb Bill Clinton für seine Präsidentschaft mit „It’s the economy, stupid“. Es sollte bedeuten: wenn es der Economy, der Wirtschaft nicht gut geht, geht es niemandem gut – und das sei so klar, das müsse jeder Dummkopf einsehen.

Heute sieht jeder Dummkopf, wohin uns die allenige Fokussierung auf die Wirtschaft gebracht hat. SHARKPROJECT schaut aufgabengemäß weniger auf die Gerechtigkeit der Welt – wir stellen fest, dass die Meere leiden.

Unser Aufruf zum Welt-Ozean-Tag 2019:

Schaut auf die Meere – denn auf sie kommt es an!

(c) Christina Gstöttner / SHARKPROJECT

(c) Christina Gstöttner / SHARKPROJECT

Seit einiger Zeit rückt die Klimakrise zunehmend in das Bewusstsein der Menschen. Gestern wieder gingen tausende Schüler der weltweiten Bewegung ‚Fridays For Future‘ auf die Straßen, um die Machthaber und die Mächtigen der Welt aufzurütteln, endlich die notwendigen Schritte zu tun, um der drohenden Erderwärmung über 1,5°C hinaus noch Herr zu werden. Die Fakten liegen auf dem Tisch: nur, wenn der Mensch im nächsten Jahrzehnt in kompromissloser Weise die Kohlenstoffemissionen in die Luft reduziert und letztlich einstellt, kann die weitere Erderwärmung aufgehalten werden.

Das ist eigentlich eine gute Nachricht – noch können wir Menschen etwas ändern. Wenn einige drohende Kipppunkte überschritten sind, wird und das Heft aus der Hand genommen, und wir trudeln auf unserem einzigen Planeten durchs All, ohne (dann) noch etwas gegen die Erwärmung unternehmen zu können.

SHARKPROJECT verfolgt dieses Thema seit Jahren.

Foto (c) Tom Vierus / SHARKPROJECT

Foto (c) Tom Vierus / SHARKPROJECT

Wir erzählen seit gut einem Jahrzehnt, dass mehr als jeder zweite Atemzug aus den Ozeanen stammt – die Meere sind die größte und wichtigste CO2-Senke des Planeten. Wasser bindet Kohlenstoffdioxid und entnimmt es somit der Luft. Die Rechnung ist recht einfach: in der Luft sollten nach Angaben der Wissenschaftler etwa 350 Teile CO2 pro 1 Million Teile Luft (ppm = parts per Million) sein. im Mai 2019 ist die CO2-Konzentration auf fast 415 ppm gestiegen, der höchste Wert seit 300 Millionen Jahren, also seit Menschengedenken.
Wenn man dann weiß, dass zwischen einem Drittel und der Hälfte des neuen jährlichen CO2s von den Meeren geschluckt wird, ahnt man, was passiert, wenn dies nciht mehr funktioniert: die CO2-Belastung der Luft steigt noch schneller als bisher – 2014 erreichte der Höchststand erstmalig 400ppm – es sind in 5 Jahren fast 15ppm mehr geworden.

Für die CO2-Senke in den Ozeanen wird die thermohaline Zirkulation benötigt, die Wasser nebst gelöstem CO2 in die Tiefsee absinken lässt und dort Jahrhunderte lang hält. Reduziert sich diese Strömung – was durch die Erderwärmung passiert – wird weniger CO2 gebunden; ist die mögliche Sättigung des Wassers insgesamt irgendwann erreicht, ebenfalls. Zudem entnehmen Meeresbewohner den oberen Wasserschichten CO2, und speichern dies, wenn sie absterbend in die Tiefe sinken.

Foto: Kanenori-4749850/Pixabay

Foto: Kanenori-4749850/Pixabay

Die Auswirkungen des immer höheren CO2-Gehalts im Meer kann man ebenso beobachten wie die der Erwärmung des Wassers. Besonders augenfällig ist dies bei den Korallenriffen: sie gedeihen nur in einem gewissen Temperaturspektrum und sterben, wenn das Wasser zu warm wird. Zudem wird CO2 im Wasser buchstäblich wie Kohlensäure: es ätzt. Insbesondere Kalk wird durch diese Säure aufgelöst – was neben Korallen auch Muscheln und Krustentiere unmittelbar betrifft. Auch die Korallenbleiche, die schon gut die Hälfte des Great Barrier Reefs absterben lässt, wird auf diese Ursache zurückgeführt.

Und dann? Wenn die Kleinstlebewesen in den Ozeanen ihre Lebensgrundlage verlieren, fällt die Hauptnahrungsquelle für alle Meeresbewohner aus – natürlich auch für Haie. Das Thema geht uns also sehr direkt an.

SHARKPROJECT setzt sich daher auch für eine Senkung der Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Luft und den Meeren ein.

Nicht nur am Tag der Ozeane.

Fotos: Alicia3690/Pixabay / Christina Gstöttner / Tom Vierus / Kanenori-4749850/Pixabay

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