Projektförderung

Das Projekt „White Shark Nursery“ läuft noch während der nächsten drei bis fünf Jahre und liefert Unmengen an Daten- und Filmmaterial. SHARKPROJECT Switzerland hat die einmalige Gelegenheit erhalten, einen Teil dieser spannenden und wichtigen Forschung mit einem jährlichen Beitrag über drei Jahre mitzufinanzieren. SHARKPROJECT International e.V. hat bereits in der Vergangenheit mit Dr. Craig O’Connell zusammengearbeitet und wir freuen uns, ihn auch in seinem aktuellen Projekt zu unterstützen.

Damit wir solche und andere Projekte zum Schutz der Haie und Meere auch in Zukunft unterstützen können, danken wir Ihnen für Ihre Spende.

Verein Sharkproject Switzerland

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Hintergrund

Obwohl man weiß, dass erwachsene Große Weiße Haie (Carcharodon carcharias) in den Gewässern im Nordosten der USA vorkommen, ist über die Verbreitung und den Lebensraum von jungen Tieren in diesem Gebiet noch sehr wenig bekannt. Frühere Untersuchungen von Dr. Craig O’Connell der O’Seas Conservation Foundation, bei denen Daten von lokalen Stellnetzfischereien gesammelt wurden, ließen vermuten, dass das Gebiet um Montauk Point, New York, jungen Weißen Haien als Kinderstube (Nursery) dient, wo sie aufwachsen und leben, bis sie in tiefere Gewässer vordringen können. Aber es wurde auch festgestellt, dass immer wieder junge Große Weiße in diesen Stellnetzen verenden. Im Jahr 2014 startete Dr. O’Connell daher ein Forschungsprojekt, um festzustellen, ob und in welchem Ausmaß Große Weiße Haie die New Yorker Bucht als Nursery nutzen. Ein weiteres Ziel des Projekts ist, herauszufinden, welche Beutetiere für die jungen Haie wichtig sind, so dass diese Spezies künftig hoffentlich in angemessener Weise vor der lokalen Fischerei geschützt werden können. Sein Vorgehen ist dabei für die Haie nicht invasiv; zum Einsatz kommen sogenannte Advanced Baited Remote Underwater Video Systems (BRUVS) und Novel Shark Harness Kameras.

Was fressen junge Weiße Haie?

Entgegen der bisherigen wissenschaftlichen Literatur gibt es aktuell Grund zur Annahme, dass der Dunkle Glatthai (Mustelus canis) zu den Hauptnahrungsquellen für junge Weiße Haie gehört. Sollte sich diese Vermutung bewahrheiten, ist der Schutz der Glatthaie unerlässlich, damit die jungen Weißen weiterhin genügend Nahrung finden.

Um die Frage, was ein junger Weißer Hai frisst, schlüssig zu beantworten, versuchen O’Connell und sein Team, Aufnahmen von Interaktionen zwischen dem Raubtier und der vermeintlichen Beute – also zwischen Weißen Haien und Dunklen Glatthaien – zu machen. Dazu werden die Glatthaie mit einer Art Gurtengeschirr, welches mit einer Kamera bestückt ist, ausgestattet. Das Anziehen erfolgt für den Hai möglichst sanft und er nimmt anschließend sein natürliches Verhalten wieder auf. Jeder Versuch eines größeren Hais, den Glatthai zu erbeuten, wird – so hofft man – auf Film festgehalten. Erste Auswertungen der Filmaufnahmen waren bereits vielversprechend. Die vorläufigen Daten haben gezeigt, dass neben dem Weißen Hai auch andere Haiarten den Glatthai jagen. Dies zeigt, dass das Gebiet ein wichtiger Lebensraum für Haie unterschiedlicher Arten ist und stützt die Hypothese, dass der Glatthai eine wichtige Nahrungsquelle ist. Der Fang von Glatthaien ist derzeit nicht reguliert weder in der Freizeitfischerei noch in der kommerziellen Fischerei. Beweisen O’Connells Studien, dass der Glatthai für eine Vielzahl von großen Haiarten zur elementaren Beute gehört, so sollten durch das Fischereimanagement dringend entsprechende Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Sind junge Haie nur auf der Durchreise oder verbringen sie längere Zeit in bestimmten Gebieten?

Um die Weißen Haie und andere Knorpelfische in der New Yorker Bucht in ihrem normalen Lebensraum zu beobachten, benützt O’Connell Tags und sogenannte Baited Remote Underwater Video Systems (BRUVS). BRUVS wurde von O’Connells Team entworfen und ist seit 2016 im Einsatz. Die Filmaufnahmen dienen dazu, Haie zu identifizieren und zu zeigen, wie oft sich ein Hai wo befindet. Weiter soll die lokale Populationsgröße bestimmt werden und man möchte herausfinden, wie aktiv die Haie zu welcher Tageszeit sind. Darüber hinaus sammelt das Team Informationen über Wassertemperatur, Standorte, verwendete Köderarten, Wassertiefe usw., die hoffentlich einige seit langem offene Fragen zu den Lebensraumpräferenzen junger Weißer Haie beantworten können. Und nicht zuletzt geht es darum, zu bestimmen, ob das Gebiet rund um Montauk, New York als Shark Nursery eingestuft werden kann. Letztes könnte – wie oben bereits erwähnt – Auswirkungen auf die lokalen Fischereivorschriften haben. Die untersuchte Region wird stark kommerziell befischt (z.B. mit Kiemennetzen, Trawlern oder Langleinen); leider mit entsprechend negativen Folgen für die Haie.

Bisheriges Fazit:

Bis jetzt konnten im untersuchten Gebiet verschiedene junge Große Weiße Haie, aber auch subadulte (noch nicht geschlechtsreife) Gemeine Fuchshaie (Alopias vulpinus), erwachsene Sandbankhaie (Carcharhinus plumbeus) und junge Schwarzhaie (Carcharhinus obscurus) identifiziert werden.

 

Die Forschungen der O’Seas Conservation Foundation dürften einen vertieften Einblick in das Leben junger Weißer Haie vor der Küste von New York geben und Daten liefern, die sehr nützlich sein werden, um geeignete Richtlinien für die Fischerei zu erstellen, die sich nicht nur positiv auf Glatthaie, sondern auch auf die Populationen Großer Weißer Haie auswirken könnten.

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