31. Mai 2019 Nils Kluger

Studie veröffentlicht: Verhalten Weißer Haie in der Nähe von Kelp-Wäldern

In der im September 2019 erscheinenden Ausgabe des „Ocean and Coastal Management“-Magazins werden die Ergebnisse einer mehrjährigen wissenschaftlichen Studie publiziert werden, die die Grundlage für die Unterstützung von Sharkproject für das Project „Shark Safe Barrier“ bildeten. Damit wird die Grundlage der Unterstützung nun der Öffentlichkeit zugänglich.

In der Nähe von Stränden kommt es immer wieder zu Begegnungen von Haien und Menschen. Auch wenn es dabei nur selten zu Unfällen kommt, sind diese medial sehr präsent und danach werden häufig Maßnahmen ergriffen, um die Strände vor den Haien zu „schützen“. Schon seit Langem sorgt sich SHARKPROJECT dabei  über den Einsatz von Netzen zur „Abwehr“ von Haien. Das Ergebnis ist nicht nur fragwürdig, sondern diese Netze werden auch zur tödlichen Falle für viele Meeresbewohner, wie zum Beispiel Delphine, Schildkröten und Haie.

(c) Craig O’Connel

Die nun final publizierte Studie untersuchte, wie unterschiedliche Dichten von Meeresbambus (Ecklonia maxima), einer in südafrikanischen Gewässern vorkommenden Seetangart, das Vorhandensein von Großen Weißen Haien (C. carcharias) beeinflussen können. Die Feldstudie wurde zwischen Mai 2014 und August 2015 von einer Gruppe von fünf Forschern unter der Leitung von Dr. Craig O’Connel durchgeführt. Mit Hilfe von BRUVS ( „Baited remote underwater video systems“ ) wurden Köderboxen, welche für Weiße Haie unwiderstehlich dufteten, jeweils in der Mitte der designierten Kelp Bereiche platziert. In fünf verschiedenen Zonen um Dyer Island (vor Gaansbai, Süd Afrika) wurden jeweils drei Kelp-Bereiche niedriger, mittlerer und hoher Dichte festgelegt.Die Auswertung ergab dann, ob beziehungsweise wie nahe sich ein Großer Weißer Hai an diesen Köder heranwagte. Insgesamt wurden 31 Sichtungen von Weißen Haien im Untersuchungsgebiet identifiziert und insgesamt 135 h Video bei hoher, mittlerer und niedriger Kelpdichte gesammelt.

Die im „Ocean and Coastal Management“ veröffentlichte Studie kommt zum Ergebnis, dass, von den 31 dokumentierten Sichtungen, keine einzige in dichtem Kelp stattfand. Daraus ist der Schluss zulässig, dass Kelp, bei einer Dichte von mindestens einer Pflanze je Quadratmeter, als natürliche Barriere gegen Große Weiße Haie wirken kann.

Dieses Ergebnis führte in der Folge zu der Überlegung, ob die Installation künstlicher Kelbwälder an relevante Strandabschnitten eine tierfreundliche Alternative zu den bisher verwendeten Netzen darstellen könnten. Diese Überlegung führte schließlich zu der Unterstützung des Projektes „Shark Safe Barrier“ durch Sharkproject. Hier finden Sie mehr zu „Shark Safe Barrier

Hier finden Sie Kurzfassung der Studie (englisch).

 

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