(c) Friederike Kremer-Obrock
(c) Friederike Kremer-Obrock

SHARKPROJECT steht allen Aquarien und Delfinarien kritisch gegenüber. Uns ist bewusst, dass eine artgerechte Haltung großer Tiere wie Haie und Delfinen nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist. Fakt ist auch, dass diese Tiere in menschlicher Obhut nicht annähernd so viel Platz haben wie im Ozean. Daher sind wir grundsätzlich gegen die Gefangenschaft von Haien und Delfinen.

Damit meinen wir auch, dass wir gegen Neubauten oder Erweiterungen bestehender Delfinarien und Haiaquarien sind, und solche auch nicht unterstützen.

Aber was ist unsere Haltung, da es nun einmal einige Anlagen schon gibt?

Würden wir hier die sofortige Abschaffung von Hai-Aquarien oder Delfinarien fordern, würden wir uns indirekt an der Tötung der Tiere beteiligen. Denn darauf läuft das Auflösen eines Aquariums letztendlich doch hinaus: Entweder es wird ausgewildert (was bei den meisten Arten, allen voran Haien, nicht funktioniert), an andere Anlagen abgegeben (was die Lage nur verschiebt, oder sogar verschlimmert), oder die Betreiber töten die Tiere direkt. Wer das möchte, mag es offen sagen – SHARKPROJECT möchte das nicht und wird hierfür auch nicht aktiv eintreten.

Daher erscheint es uns in diesen Fällen sinnvoll, diesen Tieren eine möglichst artgerechte Haltung zukommen lassen und sie für die verbleibende Zeit ihres Lebens als „Botschafter“ ihrer Arten zu betrachten: diese Tiere können noch etwas für den Artenschutz tun.

Wir arbeiten daher nur mit schon bestehenden Aquarien zusammen, die mit existierendem Haibestand eine Aufklärung der Situation der Arten betreiben, um Besucher hierfür zu sensibilisieren.

SHARKPROJECT kooperiert unter bestimmten Umständen mit schon bestehenden Hai-Aquarien, wenn folgende Voraussetzungen für kleine (Oviparie) Haiarten geschaffen sind:

  1. Kleine eierlegende (Oviparie) Haiarten stammen aus in Gefangenschaft gezeugten Nachzuchten. Diese Haiarten werden in angemessen großen Aquarien gehalten, wohl wissend, dass auch Bambushaie oder Schwellhaie bis zu 1,00 Meter groß werden können und entsprechenden Platz benötigen.
  2. Streichelbecken mit kleinen Rochen- und Haiarten sind ausgeschlossen, da sie den Tieren, als auch dem Menschen, schaden können.
  3. Der eindeutige Bildungsauftrag des Aquariums mit professionellen Lehrpfaden und Filmen muss gegeben sein.

SHARKPROJECT kooperiert unter bestimmten Umständen mit schon bestehenden Hai-Aquarien, wenn folgende Voraussetzungen für große (Viviparie) Haiarten geschaffen sind:

  1. Der vorhandene Tierbestand von großen lebend gebärenden Haiarten ist individuell eindeutig bekannt und in einer Besatzliste (Art/ Herkunft mit Einzelnachweis/Alter/Geschlecht) festgehalten.
  2. Es wird verbindlich zugesichert, dass der Haibestand nicht weiter aufgestockt wird. Das gilt vor allem für Wildfänge.
  3. Die vorhandenen Tiere erhalten ihr „Gnadenbrot“ bis zu ihrem Tod und werden bis dahin unter den bestmöglichen professionellen Umständen gehalten.
  4. Die Anlage steht unter wissenschaftlicher Leitung.
  5. Sollten Haie neu aufgenommen werden, so ist dies nur aus nachweißlich schlechter (meist privater) Haltung möglich. Eine signifikante Verbesserung der Lebensumstände des Tieres muss gegeben sein. Keinesfalls dürfen Tiere aus kommerziellen, sogenannten „Auffangstationen“ im In- und Ausland aufgenommen werden. Sollte ein solcher Notfall eintreten, fordern wir eine individuelle Absprache und Prüfung unsererseits. Der Transport der Tiere muss äußerst professionell erfolgen.
  6. Übernahme aus anderen Zoos: Hier muss eine signifikante Verbesserung der Lebensumstände des Tiere gewährleistet sein. Keinesfalls darf in dem Zoo, der das Tier oder die Tiere abgibt, mit Haien nachbesetzt werden, schon gar nicht mit weiteren Wildfängen. Sollte ein solcher Besatz aus einem anderen Zoo geplant sein, fordern wir eine individuelle Absprache und Prüfung unsererseits. Der Transport der Tiere muss äußerst professionell erfolgen.

Der eindeutige Bildungsauftrag des Aquariums mit professionellen Lehrpfaden und Filmen muss gegeben sein. Der Sensationsgedanke darf in keinem Fall im Vordergrund stehen.

Für welche lebend gebärenden Haiarten gilt dies ins Besondere?

Zunächst für ALLE. Die Haltung von großen pelagisch lebenden Haiarten wie Weißer Hai, Walhai große Hammerhaiarten und Tigerhai ist ohnehin ausgeschlossen, da diese Tiere in Gefangenschaft nicht überleben.

Bestimmte Haiarten sind in der Aquarienhaltung sehr beliebt und verbreitet, obwohl sie lebend gebärend sind, somit meist Wildfänge, da Nachzuchten so gut wie nicht möglich sind und sie zum Großteil keine aktive Atmung haben, somit immer schwimmen müssen um nicht zu ersticken.

Zusammengefasst: Hierunter fallen alle großen Haiarten, die lebend gebärend und somit Wildfang sind. Es umfasst auch und vor allem alle Haiarten, die keine aktive Atmung haben.

Hierzu zählen ins besondere in der Aquarienhaltung beliebte:

Schwarzspitzenriffhaie
Weißspitzenriffhaie
Ammenhaie
Sandtigerhaie
Zitronenhaie
Schaufelnasenhammerhaie
Bullenhaie

All diese Haiarten können nicht artgerecht gehalten werden.

Es betrifft aber auch alle bentischen (Boden lebenden) Haiarten, unter anderem auch Wobbegong (Teppichhai), der auf Grund seiner Biologie u.U. in einem großen Aquarium gehalten werden könnte, aber der nicht gezüchtet werden kann und somit immer aus Wildfang stammt.

Unsere Haltung zu Delfinarien

SHARKPROJECT toleriert den auslaufenden Betrieb bestehender Delfinarien unter folgenden Umständen:

  1. Solange die Tiere nicht ausgewildert werden können, erhalten sie ihr „Gnadenbrot“ bis zum natürlich eintretenden Tod, aber nur zu einschränkenden Bedingungen.
  2. Die Tiere müssen der allgemeinen Öffentlichkeit zugängig sein und flankierend muss über die allgemeine Situation und Gefährdung dieser Tiere informiert werden.
  3. Die Anlage muss unter wissenschaftlicher Leitung, Haltung und Pflege stehen.
  4. Wenn dies für die Zeit bis zum Tod der Tiere sichergestellt ist und der Bestand der Tiere nicht durch Wildfänge, Nachzucht oder Neuzukauf aus anderen Anlagen „aufgestockt“ wird, agiert SHARKPROJECT nicht aktiv gegen solche Anlagen.

Keinesfalls akzeptieren wir Delfinarien, in den bewusst gezüchtet wird, um den Tierbestand zu erhalten oder aufzustocken. Da beide noch in Deutschland existierenden Delfinarien züchten, schließt dies eine Zusammenarbeit mit dem Zoo Duisburg und dem Zoo Nürnberg bis zu einer Beendigung des aktiven Delfinarienbetriebes für SHARKPROJECT aus. In Österreich und der Schweiz sind derzeit keine Delfinarien in Betrieb.

Stand Juli 2017

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