1. April 2017 .he

SHARKPROJECT unterstützt die Verbesserung des Schutzes für Weißspitzen-Hochseehaie durch die USA

Weißspitzen-Hochseehai (c) Amos Nachoum

Ziel ist es, den USA zu einer deutlichen Verbesserung der Rechtslage zum Schutz der Art zu verhelfen und diese auch tatsächlich einzuhalten.

Alle Tierarten, die auf CITES Appendix II gelistet sind, unterliegen einem streng regulierten Handel – dieser ist nur zulässig, wenn und so lange die gehandelte Art nicht in ihrem Bestand vor Ort gefährdet ist. Dies gilt für Weißspitzen-Hochseehaie (Carcharhinus longimanus – engl. Oceanic Whitetip Shark) seit der Aufnahme auf diese Liste in der CITES-Konferenz in Bangkok 2013, und ist so in Kraft seit September 2014.

Die NOAA (‚National Oceanic and Atmospheric Administration‘, Nationale Ozeanografie und Wetterbehörde der USA) setzt die CITES-Vorgaben über den ‚Endangered Species Act‘ in nationales US-Recht um. Hierfür ist also u. a. entscheidend, ob aufgeführte Arten im Handelsverkehr der USA als „gefährdet“ gelten. Die NOAA hat daher Ende vergangenen Jahres zur Mitteilung von Fischerei- und Bestandsdaten aufgerufen, um seriös zu prüfen, ob konkret der Weißspitzen-Hochseehai lokal in seinem Bestand gefährdet ist.

Logo (c) Fins Attached

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Da die US-Fischereien auch den Ostpazifik intensiv befischen, schaltet sich nun die Haischutzorganisation „Fins Attached“ ein, mit der SHARKPROJECT vernetzt kooperiert. Randall Arauz aus Costa Rica hat mit seinem Team die vorhandenen Daten zusammengetragen, aus denen sich letztlich (leider) ergibt, dass die Bestände des Weißspitzen-Hochseehais im Ostpazifik stark zurückgehen. Die Einstufung dieser Art müsste also von „gefährdet“ auf „vom Aussterben bedroht“ angepasst werden.

Hauptursache ist die Langleinen-Fischerei, deren Zahlen aus Costa Rica alarmierend sind und stellvertretend für den ganzen Ostpazifik gelten dürfen: 2011 wurden noch über 2.000 Weißspitzen-Hochseehaie in Costa Rica angelandet, 2012 noch 70, und 2013 noch 17 Weißspitzen-Hochseehaie. Seit dem: kein einziger! Es ist kaum ein deutlicherer Beleg vorstellbar, dass es quasi keine Weißspitzen-Hochseehaie in der Region mehr gibt.

Zugegeben: es ist möglich, dass die Zahlen aus Costa Rica unzutreffend bzw. unvollständig sind. Der Weißspitzen-Hochseehai heißt im Volksmund auch „Longimanus“ (lange Hand), weil seine Flossen besonders groß im Verhältnis zum Fischkörper sind. Er ist daher eine besonders begehrte Zierart für die Flossenmafia. Da diese aber ohnehin unter dem Radar der Staaten agiert, ist vollkommen unklar, wie weit die Anlandedaten mit den tatsächlichen Fangdaten korrespondieren. Wir gehen aber nicht davon aus, dass die tatsächlichen Fangdaten so viel höher sind, als dass sie einen stabilen Tierbestand belegen würden, wenn man sie kennen würde.

Die Aufnahme von Weißspitzen-Hochseehaien unter den Schutz des ‚Endangered Species Act‘ der USA würde die Handelsströme jedenfalls massiv beeinträchtigen, die per Flugzeug überwiegend über die Vereinigten Staaten in den Absatzmarkt in Asien gelangen – US-Grenzbehörden an den Flughäfen würden anders auf Flossen-Transportversuche reagieren (müssen), wenn Weißspitzen-Hochseehaie durch die NOAA unter umfassenden Schutz gestellt würden.

Logos (c) NGOs

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SHARKPROJECT unterstützt mit 30 weiteren Meeres- und Artenschutzorganisationen diese Antwort von ‚Fins Attached‘ und fordert die NOAA auf, den Schutz für Weißspitzen-Hochseehaie zu verstärken, die Art unter den ‚Endangered Species Act‘ aufzunehmen, eine Fischereipause von mindestens drei Monaten jährlich einzurichten, die Langleinentechnik zu entschärfen und – vor allem – effektive Hochseekontrollen einzurichten, damit diese Einrichtungen und Verordnungen auch faktisch auf See eingehalten werden.

Der Brief an die NOAA vom 29.03.2017 ist hier als PDF (1,8 MB) verlinkt.

Wir bleiben dran.

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