24. Januar 2015 admin

SHARKPROJECT Shark Enemy of the Year 2015 ist die PROPEGAL SL aus Vigo in Spanien

SHARK AWARDS (c) SHARKPROJECT

Seit gut 400 Millionen Jahren schwimmen Haie durch die Weltmeere – lange bevor die Dinosaurier aus dem Ei schlüpften. Noch existieren ca. 530 verschiedene Arten, doch viele sind bedroht. Auf der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN stehen unter anderem der Weiße Hai und alle Hammerhai-Arten. Weitere Haie auf die Spitzenplätze dieser Liste zu bringen, ist das Bestreben der im galizischen Vigo ansässigen Firma PROPEGAL SL.

Screenshot (c) Propegal SL / SHARKPROJECT

Screenshot (c) Propegal SL / SHARKPROJECT

Dieses Unternehmen feiert sich selbst als „einer der Marktführer im globalen Haiflossen-Handel“, und das streng nach Gesetz: Denn in der EU ist es seit Juli 2013 verboten, Haiflossen getrennt vom Fischkörper anzulanden. Also werden die Flossen in industriellem Maßstab an Land in den Hallen von PROPEGAL abgeschnitten und auf der Website feilgeboten. Dieses Finnen (Flossenabschneiden) stellt PROPEGAL mit Motivationsmusik untermalt in einem Video zur Eigenwerbung auf die Webseite der Firma. Für diese Haltung erhält PROPEGAL, ansässig im Hafen von Vigo in Spanien, den SHARKPROJECT-Award „Shark Enemy of the Year 2015“.

Gewiss ist PROPEGAL weder in Spanien noch in Vigo die einzige oder größte Unternehmung ihrer Art – aber sie ist die Einzige, die sich in dieser Form damit brüstet und Produkte bedrohter Arten munter bewirbt. PROPEGAL treibt die Ausrottung der Haie in den Weltmeeren voran und verharmlost dies in unschuldig anmutender Lässigkeit auf zynische Weise.

Screenshot (c) Propegal SL / SHARKPROJECT

Screenshot (c) Propegal SL / SHARKPROJECT

Die Stadt Vigo ist mit ihrem Hafen in Galizien/Spanien gelegen. Sie gilt unter Insidern als einer der größten, wenn nicht gar als der größte Umschlagplatz für Haiprodukte in Europa. Zahlreiche Firmen und Reedereien, die in das internationale Geschäft mit Haiprodukten (Flossen wie Fleisch) verstrickt sind, sind in Vigo ansässig. Etwa 30% aller Haiflossen, die aus aller Welt nach Hong Kong verschifft werden, stammen nach Angaben von Shark Trust aus Europa. Es ist festzustellen, dass Vigo in diesem Handel eine wichtige Rolle spielt. Täglich legen hier die spanischen Haifänger an, zurück aus ihren Fanggründen im gesamten Atlantik, und entladen zum Großteil gefrorene Haikarkassen. Rund 98% der Fänge werden von Longlining-Schiffen aus dem gesamten Atlantik eingebracht. Überseecontainer-Transporte, unter anderem auch von den Azoren/Portugal, werden in den Industriehallen des Hafens entladen und weiter verarbeitet. Vigo gilt als Drehkreuz für den Haihandel des gesamten Nord- und Süd-Atlantiks und des Indischen Ozeans.

Im Internet sind die in Vigo und Umgebung ansässigen „Global Player“ dieses Handels kaum vertreten. Nur wenige Firmen sind der Öffentlichkeit bekannt. Dabei wird auf den wenigen Internetseiten sehr offen mit dem Produkt Hai umgegangen: So bewirbt die PROPEGAL SL ihre modernen Anlagen im Hafen von Vigo, die vor dem Weitertransport nach Fernost Haiflossen in Trockentunnel-Anlagen bereits zu 95% trocknen.

Screenshot (c) Propegal SL / SHARKPROJECT

Screenshot (c) Propegal SL / SHARKPROJECT

Weder Vigos Bürgermeister Abel Ramón Caballero Álvarez noch die für den Umweltschutz zuständige Abteilung der landesweit tätigen Guardia Civil Seprona sehen einen Grund einzuschreiten, obwohl in Vigo auch Weiße Haie, Hammerhaie, Makrelenhaie und Glatthaie verarbeitet werden. Zumindest zwei dieser Arten stehen auf der CITES-Liste Appendix II und dürfen nur noch eingeschränkt gehandelt werden.

Das Ziel der Flossen ist seit langem bekannt: Hong Kong. Beim Fleisch der Haie verhält es sich anders, seit im Juli 2013 die neue EU Verordnung gegen das Finning in Kraft getreten ist. Seitdem müssen alle Haie mit ihren Flossen am Körper von den Schiffen entladen werden. Erst dort werden den Haien alle Flossen, das teuerste Produkt des Tieres, abgeschnitten. Beim sogenannten „Finning“ wurden zuvor die zum Teil noch lebenden Tiere direkt wieder ins Meer geworfen, wo sie qualvoll starben. Dies ist heute verboten, seit die alt bekannten „Schlupflöcher“ der Gesetze (vor allem gerngenutzte Ausnahmeregelungen für das Finning) EU-weit außer Kraft gesetzt sind. Dass heute den toten Haien die Flossen erst an Land abgeschnitten werden dürfen, stellt die Spanier vor neue Herausforderungen – mehr Fleisch kommt an, mehr Fleisch will vermarktet werden. Alleine im Jahr 2011 wurden im Atlantik 80.000 Tonnen Blau- und Makohai gefangen. Der Anteil der spanischen Fischer liegt laut ICCAT (International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas) bei 48.000 Tonnen, also 60%. Portugal fing im Jahr 2011 mit rund 16.000 Tonnen Blau- und Makohai etwa 20% der Gesamtfangmenge. Zusammen bestimmen die beiden Nationen mit vier Fünfteln der Fangmengen das Marktgeschehen für Haiprodukte.

Screenshot (c) Propegal SL / SHARKPROJECT

Screenshot (c) Propegal SL / SHARKPROJECT

Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil dieser 64.000 Tonnen über die in Vigo ansässigen Firmen vertrieben wird. Von dort aus wird Haifleisch in fast alle europäischen Länder exportiert, seit einiger Zeit auch wieder vermehrt nach Deutschland. Durch die neue Gesetzgebung ist der Anteil an Haifleisch weitaus höher als in der Vergangenheit, weshalb europaweit neue Märkte für Haifleisch gesucht werden. Dass zugleich die spanischen Firmen durch ihre Lobbyisten Einfluss auf die Regierungen suchen, um die neuere EU Verordnung wieder zu kippen, ist ebenfalls belegt.

All diese Fakten haben uns überzeugt, die PROPEGAL SL, vertreten durch ihre Generaldirektorin Maria Josefa Juncal Souto, zum SHARKPROJECT Shark Enemy of he Year 2015 zu erklären.

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