26. Juni 2018 admin

SHARKPROJECT-News: Öko-Zertifikate auf dem Prüfstand – nicht nur der MSC mogelt durch selektive Blindheit für Umweltprobleme

Die „Changing Markets Foundation“ mit Sitz in den Niederlanden ist eine Umweltschutzorganisation, die sich besonders die Marktaussagen der Industrie genauer ansieht. Besonders Zertifikate und Studien werden geprüft, mit denen die Hersteller ihre nachhaltige Produktion oder gesunde Nutzung anpreisen. Diese werden offengelegt mit dem Ziel, Hersteller zu nachhaltigeren Praktiken zu bewegen.

An unserer Kampagne zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsstandards des MSC kam man da nicht vorbei.

Titelbild der Studie - Changing Markets

Titelbild der Studie – Changing Markets

Hier der Report zum Download:
„The false promise of certification“ (englisch, pdf, 1,7 MB)

Es verwundert nicht, dass hierbei auch das MSC-Siegel und unsere Kampagne hierzu angesprochen wird: Es wird als „nachhaltig“ zertifiziert, was in der Gesamtschau umweltbelastend ist. Insbesondere der Beifang gefährdeter Arten oder gar die parallele Zieljagd auf solche ’neben‘ angeblich nachhaltigem Fischen werden MSC-zertifiziert – dies muss sich ändern, wieder hin zu einem glaubhaften Siegel.

SHARKPROJECT hat gemeinsam mit 65 NGOs und Wissenschaftlern vor Monaten bereits in einem offenen Brief an den MSC auf diesen Missstand hingewiesen und hieraus die ‚Make Stewartship Count‚-Koalition etabliert.

Changing Markets referenziert dies im Report:

Als der Brief veröffentlicht wurde, betonte Dr. Iris Ziegler von Sharkproject: „Ohne rasche Änderungen seiner Standards und Prozesse riskiert der MSC, selbst wahrgenommen zu werden als Teil des Problems, als Unterstützer einer nicht-nachhaltigen Fischerei und als Verbrauchertäuscher, anstatt als Teil der Lösung einer wirklich nachhaltigen Alternative.

Neben dem MSC wird auch das Siegel der „Friends Of The Sea“ untersucht, sowie Zertifikate für ökologische Textilien. Auch hat Changing Markets festgestellt, dass Palmölzertifikate wie RSPO oder ISPO nur ausschnittsweise hohe Standards bekräftigen, dabei aber parallel laufende Umweltbelastungen ausblenden.
Alle Ergebnisse sind (leider) übereinstimmend erschreckend: kein Eigensiegel der Hersteller oder Vertreiber ist wirklich ein vertrauenswürdiges Zertifikat nachhaltiger Produktion; stets werden Aspekte bewusst ausgeblendet, die gegen eine Nachhaltigkeit sprechen, um den schönen Schein des Siegels als Verkaufshelfer nicht zu gefährden.

Es wird Zeit, dass sich dies ändert. Wir brauchen mehr denn je verlässliche Aussagen zu nachhaltiger Herstellung – belogen werden wir oft genug.

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