26. Januar 2019 Maria Paternoga

Shark Awards 2019: Adi Barash aus Israel wird als Shark Guardian of the Year ausgezeichnet

Adi Barash gilt als Pionierin in der Haiforschung.

Alljährlich verleiht Sharkproject auf der „boot“ in Düsseldorf die Shark Awards, die sowohl einen Shark Guardian als auch einen Shark Enemy of the Year küren. Als Shark Guardian für 2018 kürt Sharkproject die israelische Doktorandin Adi Barash (40) des Leon Charney Instituts der Universität von Haifa. 

Adi Barash überzeugte sowohl durch ihre herausragenden wissenschaftlichen Errungenschaften in der Erforschung der Haipopulationen vor den Küsten Israels, als auch durch ihr politisches Engagement zur Errichtung des einzigen Haischutz-Gebietes im Mittelmeer.  

Düstere Haie tauchen in großen Gruppen bei den Kraftwerken vor der israelischen Küste auf.

Obwohl die Haiforschung in Israel im Vergleich zu anderen Staaten noch relativ jung ist, hat Adi Barash internationale Anerkennung als Pionierin in der Haiforschung erlangt. Seit über sieben Jahren erforscht sie die Arten-Vielfalt von Knorpelfischen wie Rochen und Haien in Israel. Dabei stieß sie auf eine interessante Beobachtung: Große Gruppen von Haien wie Düstere- und Sandbankhaie sammeln sich seit Jahren vor den großen Kraftwerken in Hadera und Umgebung. Die Doktorandin vermutet, dass die erhöhte Wassertemperatur, der hohe Sauerstoffgehalt im Wasser vor den Pipelines sowie organische Abfälle aus dem Fluss Hadera die Haie anlocken. Auf Basis dessen konnte sie mithilfe von eigenen DNA-Analysen feststellen, dass die Düsteren Haie vor der Küste Israels vermutlich eine Hybrid-Art mit Vorfahren aus dem Mittelmeer und Indopazifik repräsentieren, die über den Suez-Kanal eingewandert sind. 

Über diese wissenschaftlichen Erkenntnisse hinaus steht Adi Barash im kontinuierlichen Dialog mit verschiedensten  Interessensgruppen wie Behörden, Politikern, Tauchern, Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit. Seitdem 2008 ein offizielles Haifangverbot in Israel erlassen wurde, hat Adi Barash zusammen mit Dr. Assaf Ariel einen Aktionsplan entwickelt, der mutmaßliche Schlüsselgebiete für Haie und Rochen in Israel identifiziert und konkrete Maßnahmen zum Haischutz festlegt. Dazu zählt unter anderem die Durchsetzung geltenden Rechts mithilfe von Behörden, um insbesondere illegale Fischerei und den ehemalig beliebten Verkauf nach Gaza zu verhindern. Das Haifangverbot und die Schutzbemühungen von Wissenschaftlern wie Adi Barash haben dafür gesorgt, dass bereits nach wenigen Jahren positive Entwicklungen der Haibestände vor Ort sichtbar werden. Zusätzlich fordert Adi Barash durch ihre Facebook-Gruppe „Sharks in Israel“ die Öffentlichkeit dazu auf Haibeobachtungen bei ihr zu melden, damit sie die Entwicklung der Haipopulationen dokumentieren und ihren Schutz forcieren kann.  

 

Als Shark Enemy zeichnete Sharkproject in diesem Jahr Mark Quartiano aus, der in der Öffentlichkeit als „Mark the Shark“ bekannt ist. Der US-Amerikaner betreibt seit über 40 Jahren ein kommerzielles Charter Fischerboot mit dem er für Touristen und Prominente wie Will Smith oder Shaquille O’Neal  große Raubfische wie Hammer- und Tigerhaie, Schwert-, Segel- und Thunfisch fängt. Seine kontrovers diskutierten „Trophäen“ veröffentlich er in seinen Social Media Kanälen auf denen er mittlerweile mehrere tausend Follower hat. Sharkproject begründet die Auszeichnung als Shakr Enemy mit der Ausnutzung von unzureichenden Haischutz-Regularien zur Steigerung des eigenen Profits und verantwortungslosen Beeinflussung der Öffentlichkeit zum Hai.​ 

Fotos: Daniel Brinckmann, Mey-tal Gewing 

 

 

 

 

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