17. Juli 2019 Nils Kluger

Sharknight 2019 in Zürich

Einfach mal hinter die Kulissen blicken und miterleben, wo die Spendeneuros, -dollars, -franken eigentlich landen und wie Forschung live und in Farbe aussieht. Das ist die Sharknight. Im Juni 2019 fand der SHARKPROJECT Event bereits zum zweiten Mal im Raum Zürich statt.

Schwerpunkt der ausverkauften Veranstaltung war das von Sharkproject unterstützte Projekt «Great White Mystery». Dr. Mauricio Hoyos forscht im Rahmen dieses Projekts bereits seit 2005 vor Mexikos Insel Guadalupe, welche bekannt für ihre Grossen Weissen Haie ist. Grundlage seiner Forschung bildet die Satellitentelemetrie. Dabei werden den Tieren unterhalb der Rückenflosse sogenannte Satelliten-Tags gesetzt, welche die Daten über die Bewegungsmuster der Haie an die Wissenschaftler übermitteln und so Aufschluss über Reiserouten, Paarungs- oder Geburtsstätten der Grossen Weissen Haie geben.

Ziel ist es, basierend auf den Forschungsergebnissen Schutzgebiete mit den verantwortlichen Institutionen zu definieren, um den Bestand der Grossen Weissen Haie im Pazifik zu erhalten und idealerweise wieder zu vermehren. Sharkproject hat zu diesem Zweck bereits mehrfach Spendengelder für den Erwerb solcher Satelliten-Tags zur Verfügung gestellt, um das Projekt bei der Gewinnung möglichst aussagekräftiger Daten zu unterstützen. Die Tags selbst werden in der Regel vom Boot oder freitauchend angebracht. Hier kommen der renommierte Freitaucher Fred Buyle und sein Sicherungstaucher Alex Voyer ins Spiel. Beide verfügen über enorm viel Erfahrung und können ausnehmend gut beurteilen, welcher Hai getagged werden soll und wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist.

Bei der Sharknight in Zürich konnten nun alle, die es interessierte, aus erster Hand erfahren, wie das Projekt entstanden ist, sich das Leben auf Expedition anfühlt und welche Erkenntnisse bereits gewonnen wurden. Auf der letzten Expedition im Oktober 2018 waren Mitglieder von Sharkproject International mit auf Tour, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Dabei entstand eine Dokumentation, die den spannenden Auftakt zum Abend bildete. Neben den Funktionsweisen der verschiedenen Tagging-Systeme erfuhren die Zuschauer auch, dass das Leben auf Expedition während mehrerer Wochen auf Guadalupe Island kein Zuckerschlecken ist. Auch wenn Fred Buyle das Zusammenleben mit unzähligen Mäusen, nachts brüllenden Seelöwen und rar gesäten Duschmöglichkeiten sehr humoristisch schilderte. Die Bilder von den Tauchgängen der beiden Freitaucher waren in jedem Fall mehr als beeindruckend.
Der Runde Tisch mit allen drei Hauptaktivisten des Projektes bildete natürlich das Highlight des Abends. Gut gelaunt, offen und ehrlich schilderten sie ihre Erlebnisse, Eindrücke und ganz normalen Wahnsinn im Dienst der Wissenschaft.

Dr. Mauricio Hoyos unterhielt dann während des zweiten Teils des Abends das Publikum mit einem spannenden Vortrag zum Grossen Weissen Hai. Neben ein paar Grundlagen zu den imponierenden Tieren zeigte er einmalige Bilder und präsentierte Ergebnisse seiner bisherigen Forschung. Unter anderem wurden die Zuschauer Zeugen des ersten Videos eines schlafenden Grossen Weissen Hais. Auch eine mächtige und hochschwangere Haidame konnte bewundert werden – sie war mit 6,5m auch der Beweis, dass Große Weiße Haie größer als sechs Meter werden können. Bislang ging man von sechs Metern aus. Auch die spektakulären Aufnahmen von Grossen Weissen, welche in der Tiefsee jagen, waren nicht alltäglich für die meisten Zuschauer.
Bemerkenswert war, wie leicht und schwerelos all die wissenschaftlichen Daten und Fakten präsentiert wurden. Zum Abschluss des Abends wurden die Gewinner der Tombola ermittelt, welche sich von Tauchreisen bis über die neueste Generation des Tauchcomputers Suunto D5 freuen durften.

Und auch Dr. Mauricio Hoyos, Fred Buyle und Alex Voyer durften etwas mit nach Hause nehmen. SHARKPROJECT übergab dem Wissenschaftler einen Scheck in Höhe von CHF 10’000, damit auch die nächste Weiss-Hai-Saison neue, spannende Erkenntnisse über diese majestätischen Tiere für uns offenbaren kann.
Ein für viele sicherlich unvergesslicher Abend und hoffentlich ein weiterer Schritt für die Rettung der Grossen Weissen Haie.

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