20. Juni 2019 Nils Kluger

Shark City soll gebaut werden – Sharkproject kritisiert Bebauungsplan.

Der Betreiber von Shark City, die „The Seven Seas Aquarium GmbH & Co. KG“ hat nun den vorhabenbezogenen Bebauungsplan bei der Stadt Pfungstadt vorgelegt. Der Ausschuss Stadtplanung, Bauen und Umwelt der Stadt Pfungstadt hat am 07.05.2019 den Bebauungsplan als Vorentwurf zur Durchführung der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit veröffentlicht. Während des Offenlegungszeitraumes kann sich die Öffentlichkeit durch Einsichtnahme in die Planunterlagen über die Ziele und Zwecke sowie über die möglichen Auswirkungen der Bauleitplanung unterrichten. Auch eine Äußerung der Öffentlichkeit zur Planung ist möglich.

Die Aquarien werden wesentlich kleiner als geplant

Aus dem Bebauungsplan geht hervor, dass das Projekt „Shark City“ von den Aquarien her nur halb so groß ausfallen wird, wie ursprünglich vorgesehen. Das „Ozean“-Becken wird nun nicht mehr mit 10,5 Millionen Litern, sondern mit 5,8 Millionen Litern Salzwasser geplant. Das zweitgrößte Aquarium, die „Lagune“ misst wie bisher 1,5 Millionen Liter Wasser. In Gänze werden weniger Becken geplant, dennoch bestehen gleiche Ziele Besucher und Umsatz betreffend. In den bisherigen Planungen waren für den Betrieb der 18 Becken lediglich 6 Wasserkreisläufe vorgesehen. Auch für die neuen Planungen muss genau geprüft werden, wie diese aussehen: Jedes Becken muss einen separaten Wasserkreislauf mit eigener Temperaturregelung haben, um eine Infektion weiterer Becken nach einem Krankheitsausbruch zu verhindern.

„Shark City“ ist kein nachhaltiges Projekt

Es entspricht unserer Auffassung nach nicht den gesetzlichen Zielen eines nachhaltigen städteplanerischen Konzepts. Für den Betrieb werden laufend Tiere aus der Natur entnommen werden müssen und damit die Artenvielfalt geschädigt. Die Betreiber scheinen – hier gibt es zumindest keine neuen Informationen – auch an Ihrer Besatzliste weiter festzuhalten, so dass weiterhin mit einer großen Anzahl Wildfänge von Haien zu rechnen ist. Die Betreiber geben weiterhin 15% Wildfänge an, bei der bisher bekannten Besatzliste ist nach unserem Kenntnisstand eher von 40% Wildfängen unter den Haien auszugehen. Für diese Haie, aber auch für andere Besatzarten gilt: Hinter jedem Wildfang steckt unermessliches Tierleid. Vielfach wird mit Cyanid gearbeitet, um die Tiere in ihren Riffen zu betäuben und fangbar zu machen. Je nach Art sterben bis zu 80 Prozent wild gefangener Salzwasserfische bereits auf dem Weg vom Fang bis ins Aquarium.

Für Shark City werden zudem enorme Energie- und Wasserressourcen verschwendet. Durch die Salzwassereinleitung in die Kanalisation werden zudem unter Umständen Flüsse verunreinigt, im Havariefall sogar die Umwelt nachhaltig gefährdet.

 

All dies veranlasst uns weiterhin gegen dieses Aquarium zu agieren, um den Bau zu verhindern. Sharkproject hat der Stadt Pfungstadt deshalb seine Bedenken in einer Stellungnahme zukommen lassen. Um auch der Öffentlichkeit zu veranschaulichen, welchen Dimensionen das Aquarium entspricht, haben wir ein maßstäbliches Massenmodell auf Basis des Entwurfs in den aktuellen amtlichen Veröffentlichungen der Stadt Pfungstadt entwickelt.

 

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