Führende Umweltschutzverbände warnen davor, dass der MSC seinen Ruf aufs Spiel setzt

14. Juni, 2022

MSC setzt seinen Ruf aufs Spiel

Seit vielen Jahren kritisieren Umweltschutzverbände das Versagen des MSC bei der Umsetzung von effektiven Verbesserungen in ihren zertifizierten Fischereien, denn der gültige Fischereizertifizierungsstandard und das Governance-Modell ermöglichen es Fischereien als "nachhaltig" zu zertifizieren, obwohl Interessenvertreter zahlreiche Beweise dafür vorgelegt haben, dass viele dieser Fischereien empfindliche Lebensräume schädigen, unzählige gefährdete Meeresbewohner und Seevögel töten, enorme Beifangmengen aufweisen und die bestehenden Vorschriften nur unzureichend einhalten oder sogar in illegale Aktivitäten wie das Finning von Haien und den Fang verbotener Arten verwickelt sind. In diesen Jahren hat der MSC immer wieder auf die anstehende Überprüfung des Fischereistandards verwiesen, die dringend notwendige Verbesserungen bringen sollte. Daher wurden die Interessengruppen aufgefordert, sich an dieser formalisierten Überprüfung zu beteiligen, die nun kurz vor dem Abschluss steht und über die der Vorstand in der nächsten Woche auf seiner Vorstandssitzung entscheiden soll.

Der Entwurf des Standards war im Februar veröffentlicht worden und stand bis April zur öffentlichen Konsultation. Danach wurde er aber ohne weitere Konsultation überarbeitet, wobei einige der wichtigsten Verbesserungsvorschläge zurückgezogen und die Schlupflöcher nicht geschlossen wurden, die von Umweltschutzorganisationen aber auch von vielen Einzelhändlern vermehrt kritisiert worden waren, weil ohne diese Verbesserungen der Standard sein Ziel verfehlen wird.

WWF, BirdLife, The PEW Charitable Trust, The Nature Conservancy, Earthworm Foundation, Ecology Action Centre, IPNLF und Sharkproject hatten ebenfalls fünf gravierende Mängel im veröffentlichten Standardentwurf identifiziert und in einem gemeinsamen Schreiben an den MSC darum gebeten, diese dringend zu beheben sowie eine neue Konsultation zur neuen "Toolbox" durchzuführen. Die "Toolbox" hätte eigentlich die Anforderungen an die für die Bewertung von Fischereien erforderlichen Daten einheitlich definieren sollen, enthält aber so viele Schlupflöcher, dass sie greifbare Ergebnisse bei der Zertifizierung und Überwachung von Fischereien verhindern kann, selbst bei den Punkten, bei denen im Standardtext eigentlich entsprechende Verbesserungen eingeführt werden sollen.

Da der MSC bisher nicht auf das Schreiben der NGOs geantwortet hat, hat die Gruppe nun eine gemeinsame Pressemitteilung veröffentlicht, in der sie ihre Enttäuschung und Besorgnis über den Entwurf des FSR 3.0 zum Ausdruck bringt und den MSC zum Umdenken auffordert.

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