Kampagne zur Unterstützung der EU-Bürgerinitiative Stop Finning – Stop the Trade für ein EU-weites Handelsverbot mit losen Hai-Flossen

Jedes Jahr sterben Abermillionen Haie. Ihre Populationszahlen sind seit Jahrzehnten im Sinkflug – mit weitreichenden Konsequenzen. Gut ¼ aller Arten sind auf der IUCN Roten Liste (1) als gefährdet eingestuft, viele sind bereits ausgestorben.

Gründe dafür sind vielfältig. Angefangen mit der Beifang-Problematik, Umweltverschmutzung oder den immer deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels. Der Hauptgrund liegt jedoch nach wie vor in der gezielten Fischerei. Dabei steht nicht das gesamte Tier auf dem Fangzettel, sondern vorrangig die wertvollen Flossen. Um Platz auf den Schiffen zu sparen werden die Flossen abgeschnitten und die verstümmelten, oft noch lebenden Haie zurück ins Meer geworfen.

Die Flossen werden dann von ihren Fangstätten weiter gehandelt, hauptsächlich um als Delikatesse in Haifischflossen Suppe (2) oder als Allheilmittel der Traditionellen Chinesischen Medizin (3) vermarktet zu werden.

Auch Europa ist an diesem Handel beteiligt, sei es durch Fangen und Weiterverarbeiten von Haien selbst oder als zentraler Umschlagsplatz für Flossen aus der gesamten Welt.

Freiwillige Maßnahmen zur Einschränkung der Fischerei sind nicht zu erwarten. Ganz im Gegenteil, die Nachfrage nach den begehrten Flossen steigt. Und wo Nachfrage da Profit.

Die einzige praktikable Möglichkeit liegt in einer entsprechenden Gesetzgebung. Erste Schritte in diese Richtung gibt es in der EU bereits seit 2013. Durch die „Fins Naturally Attached“-Verordnung ist das Aufbewahren, Umladen und Anlanden jeglicher losen Haiflossen auf EU-Schiffen untersagt. Hierdurch sollte die grausame Praxis des Shark Finnings (4) verboten und ein genereller Rückgang des europäischen Hai-Fangs erreicht werden.

Die Realität sieht jedoch anders aus. Zwar kam es kurzzeitig zu einem Rückgang der Fangzahlen, doch durch gezielte Vermarktung von Haifleisch stiegen diese jedoch schnell wieder auf ihr ursprüngliches Level an. Sobald die Tiere angelandet werden, dürfen ihnen weiterhin legal die Flossen entfernt werden. Und solange dies und der Handel mit den losen Flossen erlaubt ist, wird Europa weiterhin einer der Hauptumschlagsplätze bleiben.

Dazu kommt die Problematik des illegalen Handels mit CITES-Arten (5) in Europa. Ohne genetische Analysen ist es fast unmöglich zu bestimmen von welcher Hai-Art die abgetrennten Flossen kommen. Sobald das gesamte Tier transportiert werden muss, fällt diese Schwierigkeit weg.

Die EU Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade” setzt genau hier an. Ziel ist es, die „Fins Naturally Attached“-Verordnung zu erweitern und so den kompletten Import, Transit & Export loser Flossen zu verbieten.

Mit dem Erreichen der notwendigen Anzahl an Unterschriften ist die Europäische Kommission verpflichtet über eine entsprechende Gesetzesanpassung zu verhandeln. Sollte der Erweiterung zugestimmt werden, wird der Handel mit Flossen schlagartig unlukrativ. Ein drastischer Rückgang des europa- & weltweiten Hai-Fangs ist dadurch zu erwarten. Denn wer will schon einen 500Kg schweren Hai nur wegen zwei Paar Flossen quer durch Europa transportieren?!

  1. IUCN Rote Liste – Wissenschaftliches Fachgutachten zum Aussterberisiko von Tier- und Pflanzenarten der Internationale Union zur Bewahrung der Natur. Die aktuelle Lage einzelner Arten wird durch eine Unterteilung in verschiedene Gefährdungskategorien ausgedrückt.
  2. Haifischflossen Suppe – Die Suppe ist seit Jahrhunderten als Delikatesse in China bekannt und gilt als besonderes Zeichen der Hochachtung vor Gästen. Die teuren Flossen bestehen aus Knorpel und haben kaum Eigengeschmack. Sie werden nur wegen ihrer faserigen Konsistenz – aber hauptsächlich wegen ihres Prestiges – geschätzt.
  3. Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) – Ein Hauptbestandteil der vor über 2000 Jahren aufkommenden TCM ist die Behandlung mit Tierbestandteilen. Haiflossen werden mehrere medizinische Eigenschaften zugeschrieben – von der Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens bis zur Linderung von Arthritis und Tumoren. In der westlichen Schulmedizin gibt es dazu keine Belege. Es wird eher darauf hingewiesen, dass Haiprodukte mit hohen Schwermetallkonzentrationen belastet sind – und daher eher gesundheitsschädlich als förderlich wirken
  4. Shark Finning – Das Abschneiden der Flossen und das Zurückwerfen des oft noch lebendigen Hais ins Wasser. Beim Shark Finning geht es um Platz- und somit Profitmaximierung. Denn die Flossen sind viel mehr wert als der Rest des Tieres; dabei machen sie nur wenige Prozente des Körpergewichts aus.
  5. CITES – Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora. Internationale Konvention zur Regulierung und Limitierung des Handels mit gefährdeten Pflanzen- und Tierarten. Aktuell wird der Handel mit 19 Hai-Arten reguliert.

Ziel:

Unterstützung der EU-Bürgerinitiative Stop Finning – Stop the Trade 

Durch unsere Social Media Kampagne “Ohne Dich geht’s nicht“ planen wir die Initiative weitreichend bekannt zu machen. Dabei hilft die gezielte Zusammenarbeit mit Partnern, Promis & natürlich EUCH!

 

Doppelte Anzahl an Stimmen in Deutschland & Österreich 

Unser Ziel ist es, die doppelte Anzahl der für Deutschland & Österreich benötigten Stimmen zu sammeln. Insgesamt planen wir 144.000 & 27.000 Unterschriften respektiv zu erreichen.

Links:

Die Stimmabgabe erfolgt direkt bei der EU-Kommission über folgenden Link. Stimmberechtigt sind alle wahlberechtigten EU-Bürger/innen. Das Mindestalter in Deutschland liegt bei 18, in Österreich bei 16 Jahren.

Gebt hier Eure Stimme für den Hai-Schutz ab: https://eci.ec.europa.eu/012/public

Ohne Eure Hilfe geht es nicht!

Downloads:

Hier könnt ihr den Initialantrag, der Anfang 2020 bei der EU-Kommission eingereicht wurde, nachlesen:

Quelle: https://europa.eu/citizens-initiative/initiatives/details/2020/000001_de

Dauer:

Mit Start der Initiative begann ein 12-monatiger Zeitraum zum Stimmen sammeln. Bedingt durch die Covid-19 Pandemie wurde die Deadline jedoch bereits zweimal verlängert. Deaktuelle Abgabeschluss ist der 31. Januar 2022. Sollte es zu einer weiteren Verlängerung kommen halten wir euch natürlich auf dem Laufenden. 

Die Europäische Bürgerinitiative

Seit 2012 haben EU Bürger/innen die Option, sich persönlich in die Europäische Gesetzgebung einzubringen. Durch eine EU-Bürgerinitiative können sie sich dabei direkt an die Europäische Kommission wenden um konkrete Gesetzesanpassungen vorzuschlagen.

Als erster Schritt wird eine Organisatorengruppe bestehend aus min. 7 Unionsbürger/innen ansässig in 7 verschiedenen EU-Ländern gegründet. Diese Gruppe registriert nun die Initiative und die damit vorgeschlagene Gesetzesänderung bei der Europäischen Kommission. Jedoch wird nicht jede Initiative angenommen da bestimmte inhaltliche und formale Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Sobald die Kommission ihr ‚Go‘ gibt, kann es mit dem Sammeln der Stimmen losgehen. Innerhalb eines Jahres müssen nun mindestens 1 Million Stimmen gesammelt werden. Stimmberechtigt sind alle EU-Bürger/innen die alt genug sind, um bei Europawahlen ihre Stimme abzugeben. In Deutschland liegt das Mindestalter bei 18, in Österreich bei 16 Jahren.

Unterschriften können entweder online direkt bei der EU-Kommission oder auf Papier abgegeben werden. Wenn innerhalb der Frist die Mindestanzahl erreicht wird (und diese Stimmen einer Prüfung standhalten) wird die Initiative final eingereicht. Im nächsten Schritt stellen Vertreter der Organisatorengruppe das Thema in einer öffentlichen Anhörung dem Europäischen Parlament vor.

Spätestens 6 Monate nach Einreichen der Initiative ist die Kommission verpflichtet ihr weiteres Vorgehen bzw. ein Ablehnen der vorgeschlagenen Gesetzesänderung bekannt zu geben. Fällt die Entscheidung positiv aus, wird die Initiative nun durch das einschlägige Gesetzgebungsverfahren laufen und hoffentlich in einer Anpassung der bestehenden Gesetzeslage enden.

Förderer & Sponsoren

Die Deutsche Postcode Lotterie bietet finanzielle Förderung für ausgewählte Projekte aus den Bereichen Klima-, Natur– & Artenschutz sowie für soziale Maßnahmen. 2021 wurden Fördermittel für die „Ohne Dich geht’s nicht“ Kampagne zur Verfügung gestellt.

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