16. April 2018 .he

MSC-Kampagne „Make Stewartship Count“ läuft weiter

Im Januar haben – unter Federführung von SHARKPROJECT – 66 Organisationen und Fachleute in einem offenen Brief vom MSC gefordert, wieder zu sachgerechten Standards zurück zu kehren und das Siegel wieder zu einem verlässlichen Beleg nachhaltiger Fischerei zu machen.

Die Kampagne hat einigen Staub aufgewirbelt – diverse Medien berichteten darüber, fast ausnahmslos zutreffend. Die Forderungen und Grüne wurden erfreulich ausführlich und korrekt dargestellt. Man hat uns gehört.

Druck von der Gründungsorganisation WWF

Zwei Monate später zeigt sich, dass die Kampagne wirkt. Bereits direkt nach Veröffentlichung des offenen Briefs hat sich der WWF Deutschland in einer Presseerklärung der Forderung angeschlossen: „Wir raten dem MSC, diese Bedenken ernst zu nehmen und entsprechende Verbesserungen an MSC Standard und Zertifizierungs- und Kontrollprozessen zügig einzuleiten.“

Dies wurde durch die internationale Mutterorganisation Ende März noch verstärkt, als dort gefordert wurde: „Nachdem der WWF vor zwanzig Jahren Mitbegründer des MSC war, wurde der MSC schon lange zu einer unabhängigen Organisation mit eigenem Vorstand und Management; die Zukunft des MSC liegt also in seinen eigenen Händen. Der WWF bleibt der Auffassung, dass ein Qualitätszertifikat für Nahrungsmittel aus den Meeren ein wichtiger Baustein des Meeresschutzes ist, und für dieses Ziel befürworten wir eine fortgesetzte Verbesserung für den MSC.“

Der MSC sieht sich zunehmend auch kritischer Fragen der wichtigsten Zielgruppe ausgesetzt: der Handel stellt letztlich den Hauptgrund der Fischereien dar, das Siegel zu erlangen. Frosta, Iglo und die Deutsche See als große Handelsorganisationen haben gegenüber der Mediengruppe „Die Welt“ Anfang Februar gewarnt, dass erforderliche Verbesserungen für den Handel unverzichtbar sind: „Das weltweit in der Industrie und im Handel verbreitetste Siegel für den Fischfang könnte dann in die Bedeutungslosigkeit abtauchen.“

Vergleichbare Mahnungen und Forderungen des Handels gab es kürzlich auch im Mutterland des MSC, in Großbritannien – hier sind auch Parlamentsmitglieder mit kritischer Haltung engagiert.

Nach all diesen gemeinsamen Reaktionen: wie hat der MSC reagiert?

Bisher jedenfalls mit einem erstaunlichen Missachten der Lage: der MSC steckt den Kopf in den Sand.

Immerhin wurde Ende Januar der Erhalt des offenen Briefes der 66 durch den Vorstandsvorsitzenden bestätigt – mehr indes ist an konstruktiven Antworten oder Vorschlägen bisher nicht festzustellen.
Statt dessen meinte der MSC anfänglich noch, die Forderungen als unrealistisch und überzogen darzutun – hierfür wurde die der sehr erkennbaren Technik verwendet, die Beispiele der 66 Unterzeichner wie die Forderungen aus dem Kontext zu reißen und in Pressemitteilungen unvollständig, verzerrt oder komplett falsch wiederzugeben. Dies hat aber – wie oben beschrieben – weder die Medien noch Organisationen wie den WWF überzeugt oder beeindruckt.

Der Widerstand wächst weiter – MAKE STEWARDSHIP COUNT

Die Gruppe der ursprünglich 66 Organisationen und Fachleute ist nicht zuletzt hierdurch angewachsen – inzwischen sind „wir“ schon 75. Und weitere Anfragen zeigen: das wird nicht die abschließende Summe bleiben.
Zur weiterhaften Unterstützung wurde vor einigen Wochen eine Kampagnenseite geschaltet, die über die Intentionen und den Stand der Kampagne informiert:

„Make-Stewardship-Count“ – www.make-stewardship-count.org.

Der Titel ist Programm: der MSC wird weiterhin aufgefordert, wieder für seine ursprüngliche Mission, den Schutz der Meere, einzustehen und wieder echte, nachhaltige Verantwortung hierfür zu übernehmen.

Alles zur Kampagne auch unter SHARKPROJECT – Forderung an den MSC.

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