19. Februar 2021 admin

Kommt das Importverbot für Haifischflossen in Großbritannien?

© Hendrik Lüke

Nachdem über 115.000 Briten letztes Jahr eine parlamentarische Petition unterzeichnet hatten, und so ein Importverbot für Haifischflossen gefordert haben, hat nun das britische Ministerium für Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft (DEFRA) im Vorfeld der Verhandlung über ein solches Verbot im Parlament eine öffentliche Beweissammlung durchgeführt. DEFRA bat daher um Hinweise und Belege zum Ausmaß des Handels mit Haifischflossen in Großbritannien, und welche Auswirkungen ein solches Verbot auf bedrohte Haiarten weltweit, aber auch auf die national und international an diesem Geschäft beteiligten Akteure, hätte.

SHARKPROJECT hat sich, neben zahlreichen anderen NGOs, an diesem Aufruf beteiligt und eine entsprechende Eingabe zur Bedeutung von Handelsverboten für den internationalen Haischutz eingereicht.

Denn Finning ist weltweit nach wie vor eine verbreitete Praxis, und selbst in den Nationen wo bereits Verbote existieren, sind die bestehenden Regelungen oftmals unvollständig und weisen zahlreiche Schlupflöcher auf, welche das Finning weiterhin ohne grössere Konsequenzen ermöglichen.

© Marcin Kilarski – Sharks Fins

Selbst von den Nationen, welche dass Anlanden von Haien mit ihren am Körper befindlichen Flossen ohne Ausnahme vorschreiben, so die EU, sind kaum Informationen über die tatsächliche Einhaltung der Vorschriften zu erhalten. Da Überwachung und Kontrollen auf See, aber auch in den Häfen der meisten EU-Mitgliedsstaaten, immer noch sehr niedrig sind, und für Fangaktivitäten der EU im Indischen Ozean oder Pazifik vollständig fehlen, bedarf es hier noch wesentlicher Verbesserungen – vor allem für alle Fänge außerhalb der ausschließlichen Wirtschaftszone der EU.

Daher ist bis heute bei vielen Flossenlieferungen nicht sichergestellt, ob diese Flossen auf legale Weise gewonnen wurden. Zudem werden oftmals Flossen von geschützten Haiarten in den legalen Flossenlieferungen verborgen, und bleiben so meistens unentdeckt, obwohl der Handel mit diesen verboten ist.

Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU, und die wiedergewonnene Entscheidungshoheit hinsichtlich der Regulierung des Handels, bietet die einmalige Chance, dass Großbritannien als erstes Land in Europa ein Importverbot für Flossen (und idealerweise ein komplettes Handelsverbot) beschließt, und so eine Führungsrolle im Meeresschutz einnimmt. Dies wäre eine Trendwende in Europa mit positiven Auswirkungen auf internationaler Ebene.

Großbritannien könnte hier mit gutem Beispiel für die EU und andere Länder vorangehen. SHARKPROJECT begrüsst diesen ersten, mutigen Schritt Großbritanniens zum Wohle der Meere in der Hoffnung, dass dieses Verbot möglichst bald Wirklichkeit wird, und andere Länder folgen werden.

Hier könnt Ihr die Details der Eingabe an die britische Regierung nachlesen:

Call for Evidence on the Scale of Shark Fin Trade in the UK and Possible Impacts of Stricter Controls

 

Text: Dr. Iris Ziegler, Sharkproject

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