28. September 2012 admin

Kampf dem Haiknorpel-Pulver

Erfolgreicher Kampagnenstart in Österreich.

„Heilmittel aus der Natur“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Wundermittel gegen fast alle Beschwerden und Krankheiten aus Kirschenstielen, Känguruenzymen, Grünlippmuscheln, Haiknorpel, etc. werden in Apotheken, Drogerien, Supermärkten und auch im Internet angeboten. Und dazwischen taucht immer wieder „Haiknorpelpulver“ auf, dessen Wirkung bei Einnahme positiv auf Rheuma, Arthrose, Gelenkverscheiß usw. eintreten soll.
Das ist allerdings naturwissenschaftlicher Unsinn. Einerseits gibt es keinen wissenschaftlich anerkannten Beleg für eine ursächlich-sichere positive Auswirkung von Haiknorpelpulver auf das menschliche Skelett. Diese ist vielmehr regelrecht unwahrscheinlich: Der Präsident von SHARKPROJECT Österreich, Dr. Walter Buchinger, seines Zeichens em. Primarius und Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie, weist darauf hin, dass „von allen untersuchten tierischen Knorpelgeweben  Haiknorpel auf Grund der Molekülgröße im Darm am geringsten resorbiert (aufgenommen) werden kann.“

Aber mehr noch: Dem „Haiknorpel“ ermangelt es nicht nur an Wirksamkeit – er steht im begründeten Verdacht, das Gegenteil auszulösen, nämlich eine gesundheitliche Verschlechterung.

  • Denn auch im Knorpel des Hais ist zunächst Methyquecksilber anzutreffen, einer der toxischsten Stoffe der Natur.
  • Auch ist im Haiknorpel in hoher Konzentration Beta-N-Methylamino-L-alanin nachgewiesen, nach aktuellen Studien möglicher Auslöser peripherer und zentraler Nervenerkrankungen wie amyotrophe Latralsklerose, Alzheimer u.ä. (Mondo K et al., Mar.Drugs 2012, 10).
  • Zuletzt hat das deutsche „Bundesinstitut für Risikobewertung“ bereits 2007 zur Einnahme von Chondroitinsulfat, eines der Bestandteile jeder natürlichen Knorpelstruktur darauf hingewiesen, dass Kinder, Jugendliche, Schwangere, Allergiker und Personen, die blutgerinnungshemmende Medikamente einnehmen (das ist, da Gelenkabnützungen meist im höheren Lebensalter spürbar werden, kein kleiner Personenkreis) vor der Einnahme zu warnen seien.

Es gibt also genügend Gründe, sehr ernsthaft von einer regelrecht schädigenden Wirkung des Haiknorpelpulvers auszugehen.

Nun ergab es sich, dass das österreichische Unternehmen Trendpost aus Weißenbach am Lech ganzseitig Werbung für Haiknorpelpulver unter dem Markennamen „Haimobilan“ machte. Allein die Kosten der Inserate lassen erahnen, welche Margen in dieser Szene erzielbar sind.

Haimobilan sei „eine wirklich sensationelle Naturmedizin aus dem Meer“, „mit sensationellen Heilerfolgen bei Gelenkkrankheiten wie Arthritis, Arthrose, Rheuma“.

SHARKPROJECT Austria ist hiergegen aktiv vorgegangen und hat Trendpost rechtsanwaltlich abgemahnt. Haimobilan ist als Arzneimittel  nicht zugelassen (und sicherlich auch nicht zulassungsfähig), darf aber als Nahrungsergänzungsmittel nicht mit Heilerfolgen beworben werden. Und selbstverständlich nicht (durch die Verwendung von Haiknorpel) gesundheitlich schädigen.

Trendpost ließ prompt durch den Hausjuristen antworten und ruderte gegenüber der Werbung in erstaunlichen Maße zurück: Es handele sich gar nicht um echten Haiknorpel, sondern um chemisch hergestellte Surrogate! Diese würden auch keine echte Wirkung auslösen, sondern rein durch den Placebo-Effekt (Selbstheilung durch Einbildung) wirken. Es müsse also weder um die Fische noch um die Konsumenten gefürchtet werden.

Immerhin: Trendpost hat sich SHARKPROJECT gegenüber verpflichtet, in künftigen Printmedienwerbungen für „Haimobilan“ darauf hinzuweisen, dass Haifischknorpelprodukte auf rein chemischer Basis erzeugt sind, ohne dass diese wunderbaren Tiere getötet werden müssen, und dass Haifischknorpelprodukte Nahrungsergänzungsmittel sind.

Da zudem die Anwaltkosten von SHARKPROJECT übernommen wurden, und eine Spende für unsere Zwecke erfolgte, war dieser erste Einstieg in die laufende Kampagnenarbeit gegen Haiknorpel ein voller Erfolg. Wir danken SHARKRPROJECT Austria für den Einsatz.

Leider aber ist der Kampf erst vorbei, wenn alle Haiknorpelprodukte vom Markt sind. Dies gilt auch für die chemischen Analogprodukte, da diese zumindest weiterhin das Hirngespinst nähren, man könne Kraft oder Potenz einer Tieres dadurch auf den Menschen übertragen, dass man Pulver aus dem Tier macht und dieses einnnimmt. Auch Tiger, Nashörner und Elefanten sind für solchen Quatsch an den Rand der Ausrottung gebracht worden – es muss endlich Schluss sein damit!

Wir bleiben dran!

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