25. September 2016 .he

Kampagne „Schillerlocke=Killerlocke“ – ein Zwischenbericht über deutsche Fischhändler

(c) Friederike Kremer-Obrock / SHARKPROJECT

Die aktuelle Kampagne „Schillerlocke=Killerlocke“ von SHARKPROJECT Germany wendet sich lobend an verantwortungsbewusste Fischhändler, aber vor allen Dingen an die Fischhändler, die erst noch verantwortungsbewusst werden wollen.

Deutschlandweit loben wir Fachhändler aus, die keine Schillerlocken verkaufen und mit uns zusammen an der Aufklärung des Konsumenten arbeiten. Wir treten in Kontakt mit Fischhändlern, die noch Schillerlocken verkaufen und leisten Überzeugungsarbeit, dies in Zukunft nicht mehr zu tun und sich so als kompetente Fachhändler zu präsentieren, die zum Schutz ihrer Kunden keinen (Dorn-)Hai mehr anbieten.

Nach einigen Monaten haben wir sehr erfreuliche Nachrichten. Immer mehr Fischhändler schließen sich der Kampagne an. Heute stellen wir zwei der ersten Fischhändler vor und sagen ihnen (und den ungenannten weiteren) auf diesem Weg ‚Danke‘ für ihr Engagement und ihre Vernunft.

Fisch Junk, ansässig in der Markthalle in Langenfeld in Nordrhein-Westfalen war unser SHARKPROJECT-Fischhändler der ersten Stunde, der aus Überzeugung jeglichen Hai und damit auch Schillerlocke konsequent und dauerhaft aus dem Sortiment verbannt behält – trotz Nachfrage.

(c) Friederike Kremer-Obrock / SHARKPROJECT

(c) Friederike Kremer-Obrock / SHARKPROJECT

Schon seit Jahren verkaufe ich keinen Schwertfisch mehr, Hai sowieso nicht!“, bestätigt die Inhaberin Jutta Junk.

Meine Kunden wollen Qualität und die bekommen sie. Dass Methylquecksilber ein Problem ist, ist schon seit langem bekannt. Jahrelang hatten wir keine Schillerlocken mehr im Sortiment, aber unser Großhändler hat sie uns vor kurzem seit langem wieder angeboten.“ So hatte Fisch Junk für kurze Zeit wieder Schillerlocke im Angebot.

Das änderte sich mit unserer Ansprache der Übergabe unseres Infomaterials. Seitdem verkauft Fisch Junk nunmehr dauerhaft keine Schillerlocken mehr, auch wenn der Großhändler sie noch anbieten. Soweit Kunden Schillerlocken anfragen (oder am Stand die Augen offen halten), liegen SHARKPROJECT-Flyer aus, die die Möglichkeit geben, sich zu informieren.

So schützen wir die Meere und unsere Kunden!“, überzeugt eine Angestellte des Fischfeinkostladens.

Das MSC-Zertifikat reaktiviert den „Zombie“ Schillerlocke im deutschen Handel

Es ging vor einigen Monaten vielen deutschen Fischhändlern ähnlich: Der MSC (deshalb SHARKPROJECT SHARK ENEMY of the Year 2012) zertifiziert Dornhai aus dem Fanggebiet FAO 21 (Nordwestatlantik) – und die Fischerein folgen und fangen dort munter Dornhai, der damit auch auf den deutschen Markt drängt. Mit MSC-Siegel versehen landet das Dornhaifleisch im Großhandel und wird den (meist ahnungslosen) Zwischenhändlern und Abverkäufern angedient.

Die Endverkäufer bieten damit seit 2015 nach Jahren der Abstinenz wieder Dornhai in Form von Schillerlocken an. Die Kette GLOBUS war der erste flächendeckende Großanbieter, REAL und EDEKA folgten mit den Osterangeboten 2016, aktuell häufen sich Meldungen von MARKTKAUF. Es wird sich hierbei auf das MSC-Siegel berufen – unter Ignoranz der Fakten. Und diese liegen den Ketten nicht nur durch unsere Aufklärungsarbeit vor. Dennoch preisen sich die Ketten selbst als nachhaltige, verantwortungsvolle Händler aus: „Vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Aal, Rochen, Hai und Wildstör wurden aus dem Sortiment genommen.“ (EDEKA)

 

Mark Mandrek hat seine Fischzucht und die dazu gehörenden Läden 2010 von seinem Vater übernommen. „Klein Wall“ liegt in Grünheide (Mark) in Brandenburg südöstlich von Berlin.

(c) Erik Creutzburg / SHARKPROJECT

(c) Erik Creutzburg / SHARKPROJECT

Sein Team besteht aus insgesamt 7 Mitarbeitern. Zum Geschäft „Klein Wall“ gehören zwei Verkaufswagen, ein rustikales Restaurant und die Anlage mit vier Teichen, Räucherei, Zuchtanlage und Verkauf.

Das Motto: „Fisch ist nur frisch, wenn er direkt aus dem Wasser kommt und sofort verkauft wird„. Es gibt nur geringe Transportwege und keine Lagerung. Was verkauft wird, kommt aus eigener Produktion und wird frisch verarbeitet, eingelegt oder geräuchert.

Hai in Form von Schillerlocken stand früher einmal auf dem Verkaufsprogramm dieses Händlers – er konnte durch unseren Campaigner überzeugt werden, dies nicht mehr zu tun. Seitdem lehnt er es ab, bedrohte Tierarten zu verarbeiten, sondern setzt sich aktiv für Meeresschutz ein. Deshalb informiert er seine Kunden auffällig mit unserem Kampagnen-Informationsmaterial „Schillerlocke=Killerlocke“.

Kein Hai auf den Teller!

Fisch Junk und Klein-Wall sind nur zwei der Fischhändler, die sich unserer Kampagne angeschlossen haben. Sie verkaufen keinen Hai.

Es gibt noch viel zu tun, bei den großen Verkäufern ebenso wie im Einzelhandel – aber Fischhändler wie diese beiden (und weitere, über die wir an anderer Stelle berichten werden) sind wichtige Pioniere, um die Botschaft unserer Kampagne in die breite Öffentlichkeit zu tragen:

Haifische sind nicht zum Essen da.

Fotos (c) Friederike Kremer-Obrock / Erik Creutzburg / SHARKPROJECT

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