24. Juni 2013 admin

Hans Hass (1919-2013)

Prof. Hans Hass
Foto (c) SHARKPROJECT

Wir trauern um unseren Freund und Unterstützer Hans Hass, Tauchpionier, Meeresforscher und Haischützer, der in seinem 95. Lebensjahr nach einem erfüllten, facettenreichen und überaus produktiven Leben von uns gegangen ist.

LEGENDEN STERBEN NICHT
Auch wenn wir es über weite Strecken unseres Daseins verdrängen, aber – jeder von uns hat ein Ablaufdatum. Was von uns bleibt sind Werte, die wir weitergeben konnten. Nur wenigen besonderen Persönlichkeiten gelingt Außergewöhnliches, das nicht nur für die Zukunft ihres nahen Umfeldes, sondern für Generationen auf allen Kontinenten Bedeutung hat.
Hans Hass war so eine Persönlichkeit. Er hat Millionen – nicht nur Tauchern – die Welt unter Wasser nahegebracht und sich bemüht, den Menschen die Angst vor dem „unbekannten Planeten“ zu nehmen. In seiner Autobiografie schrieb er: „Zufall und Beharrlichkeit prägen mein Leben…“. Es war wohl mehr, das ihn befähigte, in einer zunächst uninformierten Öffentlichkeit Interesse am Schutz der marinen Ökosysteme wecken zu können.
Hans Hass war schon zu Lebzeiten eine Legende, er wird es für weitere Generationen nach uns bleiben.
Wir sind dankbar für sein Lebenswerk, für seine Unterstützung und seine Verbundenheit mit unserer Organisation, die auch in der von seiner Familie verfassten Todesnachricht (s. Homepage Hans Hass) zum Ausdruck kommt.
Mit all unseren Kräften werden wir uns bemühen, in seinem Sinne weiterzuarbeiten.
Mit unseren Gedanken sind wir bei seiner Familie.

Dr. Walter Buchinger
Präsident Sharkproject Austria

Als kleiner Bub waren die Sendungen von Hans Hass für mich die absoluten und immer langerwarteten Höhepunkte des Fernsehens. Eigentlich durfte ich um diese Zeit nicht mehr schauen, aber nichts konnte mich aufhalten. Durch den Türspalt verfolgte ich atemlos seine Abenteuer unter Wasser. Ich weiß noch wie heute, wie aufgeregt ich war, als Lotte vor Costa Rica verloren ging und Hans Hass sie aus einer Höhle retten musste, in die sie sich vor den Haien versteckt hatte.  Uff!!  Es war Hans Hass, der in mir die Faszination zum Leben unter Wasser und zum Tauchen weckte, und im Grunde hat er damit den entscheidenden Grundstein für SHARKPROJECT gelegt.
Und dann – viele Jahrzehnte später – durfte ich den Helden meiner Jugend endlich persönlich kennenlernen. Ich hatte einen Vortrag in Wien, und am Nachmittag bekam ich die Nachricht, dass Prof. Hans Hass mich kennenlernen wollte. Es wurde ein unvergesslicher Nachmittag, an dem ich wieder zum kleinen Buben wurde. Aber der Tag war noch lange nicht zu Ende. Abends beim Vortrag im Naturhistorischen Museum – ich wollte gerade beginnen – schwangen die verschlossenen Türen nochmals auf und er kam. Zusammen mit seiner Frau Lotte Hass schritt er in den Vortragsraum. Ein unglaublicher Moment. Alle standen auf und applaudierten und mir wurden die Knie schwach. Hans und Lotte Hass als Zuhörer in einem meiner Vorträge!
Viele weitere persönliche Treffen folgten. Er unterstützte uns mit seiner ganzen Persönlichkeit und Kraft bei unserer Stop-Finning-Kampagne, die ihm sehr am Herzen lag, besuchte uns drei Mal auf der boot in Düsseldorf, gab Autogrammstunden auf unserem Messestand, und war immer bereit, uns zu helfen und zuzuhören.
Jahre später ein weiterer persönlicher Höhepunkt für mich: Bei einer Vortrags-Gala – wieder im Naturhistorischen Museum – bei der ich meinen Roman FINNING vorstellte, war er wieder als Gast dabei – und er bat mich um ein Autogramm. Mich! Das Bild, das dabei entstand, gehört zu meinen wertvollsten Erinnerungen.
Noch eine Erinnerung hat sich mir eingeprägt. Ich war mit Prof. Hass und Lotte Hass in meinem Privatwagen in Düsseldorf unterwegs – auf dem Weg zur Messe – als mich meine Mutter anrief. Sie ist fast im Alter von Hans Hass und war in ihrer Jugend ein glühender Verehrer des Fernsehhelden. Geschickt lenkte ich das Gespräch auf Hans Hass und sie gestand mir am Telefon, dass sie damals für den attraktiven Mann sehr geschwärmt hatte. Stillschweigend gab ich den Hörer dann an Prof. Hass weiter, der über den Lautsprecher zugehört hatte. Seit ich sie kenne, habe ich meine Mutter nie sprachlos erlebt – aber damals war sie es.
Es gibt viele weitere Geschichten mit Prof. Hans Hass, und ich bin froh, sie erlebt zu haben. Ich bin froh, diesen Menschen persönlich gekannt zu haben, und ich bin froh über jedes Wort, das wir miteinander gesprochen haben.

Lieber Hans Hass – wo auch immer Sie gerade sind – unsere Begegnungen werden mir immer unvergesslich bleiben.

Gerhard Wegner
Präsident Sharkproject International e.V.

Fotos (c) Hans Hass Institute / Edith Altrichter / Alex Smolinsky

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