4. März 2017 .he

HAInoon am Rhein – ein gelungener Abend für das Meer

Gruppenbild HAInoon (c) Armin Höhner / SHARKPROJECT

… und für „mehr“: die Besucher der (ersten) HAInoon am Rhein-Charitynight von SHARKPROJECT haben kund getan, einen solchen Abend gerne zu wiederholen. Wir wüssten nicht, was dagegen spricht.

Im 15. Jahr des Bestehens hatte SHARKPROJECT am Weltartenschutztag zu ihrer in Deutschland bisher größten „Spendengala“ geladen – und über 220 Gäste aus dem In- und Ausland waren am Freitag, 3. März, in das Gloria Theater in der Kölner Innenstadt gekommen, um einen unterhaltsamen Abend mit und für die Haie zu erleben.

Der freudige und gut vorbereitete Moderator Jan Schulte bewies, warum neben dem Radio Ennepe Ruhr auch die Bühne der Taucherhalle 3 während der „boot“ seit Jahren auf seine Moderationen setzt: die richtigen Fragen zu rechten Zeit, mal nachfassend, mal lenkend, immer auf das Ziel hin, eine gute und unterhaltsame Gesprächssituation zu schaffen und aufrecht zu erhalten.

Auf den vier roten Sesseln, die neben der großen Leinwand prägendes Bühnenelement waren, empfing er zunächst Gerhard Wegner, Präsident von SHARKPROJECT International, und Herbert Futterknecht, frischgewählter Präsident von SHARKPROJECT Austria, die über eines der Ziele des Abends aufklärten: Ein Teil der Spenden geht an „Great White Mystery“, das wissenschaftliche Tagging-Projekt bei Guadalupe (Mexiko), für die Herbert Futterknecht projektverantwortlich zeichnet. Und – soviel sei verraten – es hat gereicht: auch SHARKPROJECT Germany beteiligt sich an der Forschung des mexikanischen Wissenschaftlers Mauricio Hoyos ab Herbst 2017 mit den faszinierenden neuen Tags.

Das erste HaiLight des Charityabends war danach die „Show“ des Robert Marc Lehmann: der „Jacques Cousteau aus Thüringen“ breitete sein spannendes Leben vor dem begeisterten Publikum aus. Zunächst als Meeresbiologe zur weltweiten Befüllung kleiner und großer Aquarien unterwegs und hierbei mindestens bis an Legalitätsgrenzen gehend, erwies sich mitten in einer schönen Karriere, dass Robert Marc Lehmann eigentlich Tiere lieber in Freiheit betrachtet, als ihnen die Freiheit zu nehmen. Heute nimmt er aus den Meeren keine Fische mehr mit, sondern Bilder und Filme, von denen er uns eine beachtliche Vielzahl präsentierte. Es wurde sehr deutlich, warum er National Geographic Fotograf des Jahres 2015 und Träger des Fritz Pölking-Awards 2015 ist.

Nach diesem fulminanten Ritt durch alle Kontinente und Abenteuer des bisher erfolgreichsten Schulreferenten von SHARKPROJECT (über 10.000 Kids in einem Jahr, die er ebenso begeistern konnte wie die Gäste im Gloria) war eine Pause nötig. Durch die großzügigen Spenden der Sponsoren Kamps und Aramark sowie des Handelshofs konnten sich Gäste (und wir) mit diversen Kuchen, belegten Broten und Suppen stärken – neben den Getränken des kampferprobten Teams der Gloria-Theke zwei Tage nach Aschermittwoch. Untermalt wurde die Pause (wie der ganze Abend) durch Musik, die von DJ Walumm sehr treffend ausgewählt wurde.

(c) Robert Recker

Der zweite Teil gehörte dann zunächst Hannes Jaenicke. Der bekannte Schauspieler und Umweltaktivist dreht zur Zeit in Hannover, teilweise im Hochsicherheitsbereich einer Justizvollzugsanstalt mit „echten Lebenslänglichen“. Sein Drehtag endete erst um 18:00, während der folgende Drehsamstag vor 07:00 Uhr wieder beginnen würde – dennoch hat Hannes Jaenicke es sich nicht nehmen lassen, bei HAInoon am Rhein aufzutreten wie zugesagt. SHARKPROJECT-Vizepräsident Meik Obrock (ein versierter Taucher, aber ohne Pilotenschein) hat ihn „im Tiefflug über A2 und A1“ rechtzeitig nach Köln befördert und nachher auch wieder nach Hannover – nicht nur die Bereitschaft zu diesem außerordentlichen Engagement in sehr knapper Freizeit zeigt, warum Hannes Jaenicke Shark Guardian of the Year 2010 wurde und einer der wichtigsten Testimonials von und für SHARKPROJECT ist.
Er richtete einen detailreichen und ausführlich begründeten Appell an die beeindruckten Gäste, dass das Engagement jedes einzelnen wichtig ist, weil wir – die Konsumenten – letztlich die wahren Mächtigen sind, und deshalb auch Politik und vor allem die Wirtschaft zu den Handlungen treiben können, die nachhaltig notwendig sind.

(c) Frank Hempel / RTL

(c) Frank Hempel / RTL

Moderator Jan Schulte eröffnete dann eine Diskussionsrunde, zu der neben Hannes Jaenicke auch Robert Marc Lehmann wieder auf die Bühne gebeten wurde – und der Überraschungsgast des Abends: Schauspieler Daniel Roesner aus Köln, der als begeisterter Surfer (wie alle Haischützer) über die unfassbaren Aussagen des Kelly Slater entsetzt und enttäuscht ist. Daniel Roesner ist seit längerem umtriebig zur Verbesserung der Nachhaltigkeit insbesondere der Surfbretter, die bisher „zusammengeklebter Sondermüll“ sind, aus Stoffen, die ökologisch unvertretbar sind.

Es entspann sich ein munterer Austausch der drei Umweltschützer, bei dem nicht immer Einigkeit in der Meinung herrschte, was die Debatte sehr spannend und unterhaltsam machte. Die verschiedenen Ansätze, mit welchen Mitteln und Maßnahmen die Umwelt am effektivsten geschützt werden kann, konnten sich aber auf den gemeinsamen Nenner einigen, dass es unverzichtbar ist, sofort und intensiv an dieser Aufgabe zu arbeiten, da den Menschen der Erde die Zeit wegläuft – nicht nur in Bezug auf die Haie, sondern in allen ökologischen Untaten, die sich die Menschheit erlaubt, obwohl wir seit Jahrzehnten wissen, das wir uns das nicht leisten können und zeitnah die Folgen erwarten müssen.

Eine von SHARKPROJECT hiergegen zielende Maßnahme ist die Information der breiten Öffentlichkeit. Wir werden hierbei durch den KEC „Die Kölner Haie“ im inzwischen fünften Jahr unterstützt, dem Profi-Eishockeyverein der höchsten deutschen Spielliga und achtfachen Deutschen Meister. Die Kooperation ist weiterhin einzigartig: kein anderer Sportverein unterstützt sein Wappentier im Artenschutz. Einblendungen auf dem riesigen Videowürfel in der LanXessArena (der Haimspielhalle der „Kölner Haie“) und eine große Bandenwerbung müssen hier ebenso genannt werden wie die bis auf Weiteres größte Darstellung unseres Logos als Beamerbild auf der Eisfläche – und die schon etablierte Verwendung unseres Logos auf den Spieler-Jerseys und (tausendfach) auf den verkauften Fantrikots.

(c) Heiner Endemann / SHARKPROJECT

(c) Heiner Endemann / SHARKPROJECT

Dem Geschäftsführer des KEC Peter Schönberger, der u. a. den Stürmer Sebastian Uvira aus dem aktuellen Kader und den „Urhai“ Mirko Lüdemann zu HAInoon am Rhein mitgebracht hatte, wurde für dieses Engagement der EHREN-AWARD 2017 in Form einer großen Finne überreicht. Peter Schönberger sicherte zu, mit der Mannschaft, zu auch unser Botschafter Moritz Müller als Kapitän gehört, alles dranzusetzen, um in den kommenden Wochen den seit 2002 verschollenen „Meisterhai im Rhein“ aufzuspüren und auch uns zu präsentieren.

Jupp Baron Kerckerinck zur Borg rundete den Abend ab, der mit beeindruckenden Videos und launigen Anekdoten berichtete, warum er erst nach seinem sechzigsten Geburtstag mit dem Haitauchen begann, dann aber ein ausgewiesener Fachmann und regelrecht „liebender Haifan“ wurde. Seit vielen Jahren hält er Vorträge, die sich mit der bewundernswerten Schönheit und Anmut der großen Topräuber befasst, mit den Aspekten des Tiers „Hai“, die weder mit der Gefahr durch Haie noch der Gefahr für Haie zu tun haben.

Zur fortgeschrittenen Stunde endete HAInoon am Rhein nach über dreieinhalb Stunden „Hai“ – es war spannend, unterhaltsam, anregend, inspirierend, informativ und schön.
O-Ton einer Teilnehmerin: „Ökologie und Umweltschutz treffen selten auf Stil und Klasse – heute ist dies gelungen!

Neben den Vorträgen bestand für die Gäste – planmäßig bei einem Charityabend – die Möglichkeit, Geld loszuwerden. Hiervon wurde freudig Gebrauch gemacht, auch durch angebotene Bilder des bekannten Österreichischen Malers Oliver von Feistmantl: handsignierte Drucke des bekannten „größten Umweltgemäldes Deutschlands“, live entstanden auf der „boot 2013“, und einzelne Original-Ölwerke wurden in Anwesenheit des Künstlers feilgeboten, was einigen Gästen auch eine „fühlbare“ Erinnerung an den Abend ermöglichte.

SHARKPROJECT Germany dankt allen Gästen. Hiermit meinen wir neben unseren Ehren- und Bühnengästen (die alle auf jegliche Gage verzichtet haben) insbesondere auch die Sponsoren, Förderer und Spender, die einen sehr erfreulichen Betrag eingebracht haben, den wir für unsere Kampagnen verwenden werden. Ohne Euch wäre diese Veranstaltung ebenso nicht möglich wie unsere Kampagnenarbeit.
Weiterhin danken wir Jan Schulte und DJ Walumm, sowie dem ganzen Team des Gloria Köln (es hat sehr viel Spaß gemacht, mit Vollprofis zu arbeiten). Der letzte Dank muss aber an das Team von SHARKPROJECT gehen, an die Projektverantwortlichen und Campaigner, die ihre Bereiche vor, während und nach der Veranstaltung in Einzelgesprächen präsentiert und erläutert haben, und bei Auf- und Abbau wertvolle Arbeit geleistet haben. Zu allerletzt gilt der Dank der Präsidentin von SHARKPROJECT Germany, Friederike Kremer-Obrock, die als „Ein-Frau-Eventagentur“ den Löwinnenanteil der Planung übernommen hat.

(c) Sabine Kneisel / SHARKPROJECT

(c) Sabine Kneisel / SHARKPROJECT

Eine sehr schöne und erfolgreiche Veranstaltung. Wir denken, wir werden so etwas wiederholen.

Nicht in wenigen Monaten, aber auch nicht erst nach wieder 15 Jahren.

Für die schönsten Fotos des Abends danken wir Armin Höhner und André Elbing:

 

Fotos (c) wie angegeben / SHARKPROJECT; Kopfbild (c) Armin Höhner

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