23. Juni 2019 Nils Kluger

Hai auf dem Teller? Wie sich Haiprodukte erkennen lassen.

Der Handel mit Haifischflossen ist vielen im Bewusstsein. Der Verzehr von Haifischflossensuppe wird als unnötig empfunden und abgelehnt. Schaut man genauer hin, stellt man fest, dass auch der Markt für Haifleisch nicht zu unterschätzen ist. Besonders wo die Überfischung andere Fischpopulationen dezimiert hat, werden Haie zunehmend wegen ihres Fleisches gejagt. Deshalb wird, wie etwa auf den Azoren, der Hai doppelt verwertet: Die Flossen werden genutzt, um einerseits die asiatische Nachfrage nach Flossen zu bedienen. Das Fleisch wird in andere Länder exportiert, und der Hai wird als zusätzlicher Speisefisch genutzt.

Blauhai-Steak in portugiesischem Supermarkt

Dabei ist nur ein Bruchteil Marktes bekannt. Auch wenn sich laut FAO bereits 2015 der Gesamtwert des Welthandels mit Haiprodukten dem Wert von 1 Mrd. USD pro Jahr näherte , ist der Kenntnisstand über diesen wachsenden globalisierten Markt nach wie vor stark begrenzt. des Was das Problem verkompliziert: die verfügbaren Daten über Import und Export decken nur einen Teil dessen ab, was tatsächlich gefangen und gehandelt wird.

Mittlerweile wird Haifleisch in vielen Ländern der Welt gegessen. In Europa wird Hai vor allem in Italien und Frankreich , aber auch in Deutschland, Großbritannien und Spanien verspeist. Während der weltweite Handel mit Haifischflossen seit Anfang der 2000er Jahre leicht zurückgegangen zu sein scheint, zeigen die globalen Handelsdaten, dass der Handel mit Haifischfleisch in den letzten zehn Jahren stetig gewachsen ist. Die jüngste offizielle FAO-Zahl aus dem Jahr 2015 kommt auf unglaubliche 121.641 Tonnen importiertem Haifleischfleisch im Jahr 2011. Das entspricht einem Anstieg von 42 Prozent im Vergleich zum Jahr 2000.

 

Doch viele Menschen merken oft gar nicht, dass sie Haie essen. Er wird oft unter irreführenden Etiketten und

Dornhai auf Hamburger Fischmarkt

Handelsnamen verkauft, wie z.B. Flake, Seeschinken, Karbonadenfisch oder Seeaal. Steinlachs, der wirklich stacheliger Dornhai ist, wurde früher häufig in Fisch und Chips verwendet. Die Fischereiindustrie ist sich bewusst, dass die Verbraucher meist kein Produkt akzeptieren, dass Hai im Namen enthält und agiert deshalb sehr einfallsreich und kennzeichnet Haifischfleisch mit völlig neuen Bezeichnungen. Deshalb findet Ihr hier einen Überblick über gängige Handelsnamen für Haifleisch in den wichtigsten europäischen Ländern:

German Names / Deutsche Namen:
– Dornfisch
– Kalbsfisch
– Karbonadenfisch
– Königsaal / Steinaal
– Schillerlocke
– Seeaal / Meeraal
– Seestör / Wildstör
– Speckfisch
– Steinlachs (Dornhai)
– Tofuhai
– Sokomoro
– Ozean Filet / Meeres Filet

Haifleisch kann auch in Imitaten anderer Meeresprodukte enthalten sein, wie „Falsche Jakobsmuscheln“ oder „Falsches Krabbenfleisch“ (Surimi)

Englische Namen:
– Cape Steak
– Dogfish
– Flake
– Grayfish
– Gummy
– Huss
– Lemon Fish
– Ocean Fish / Ocean Filet
– Rigg
– Rock Salmon, Smoked Rock Salmon
– Sea Ham
– Smoked Dogfish
– Sokomoro
– Steakfish
– Tofu Shark

Auch in Großbritannien kann euch Haifleisch in „Falschem Krabbenfleisch“ (Surimi) oder als Bestandteil in Fish & Chips begegnen.

Französische Namen:
– Chiens
– Petite
– Roussette, Rande Roussette
– Saumonette
– Taupe
– Veau de Mer

Italienische Namen:
– Cani Spellati
– Gattucci
– Palombo
– Smeriglio
– Spinaroli
Spanische Namen / Nombre Español:
– Alo Rosado
– Caella
– Cazón
– Gallina del Mar
– Lobito
– Tintorera

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