22. November 2020 Britta Baur

EU und USA verurteilen den Kurzflossenmako im Atlantik zum Aussterben während sich Kanada, Senegal und UK für seinen Schutz stark machen! 

Isurus oxcyrinchus – wer kennt ihn? In unserer letzten Ausgabe haben wir darüber berichtet, dass er im Atlantik akut vom Aussterben bedroht ist, und im Nordatlantik bereits jetzt eine Erholung des Bestandes mindestens 25 Jahre dauern wird – wohlgemerkt mit einer Wahrscheinlichkeit von nur etwas mehr als 50%. Erst für 2070 liegt die Erfolgswahrscheinlichkeit dafür bei 70%!

Daher hat SHARKPROJECT, mit vielen anderen Meeresschutzorganisationen aus Deutschland, Europa und weiterer Mitgliedsstaaten, die Delegationen der zuständigen Fischereimanagementorganisation, ICCAT, mehrfach aufgefordert, das 2020 endlich das, seit 2017, von den Wissenschaftlern geforderte, komplette Fang- und Anlandeverbot für den Norden, und zumindest eine Fangmengenbegrenzung für den Südatlantik, eingeführt werden muss.

Ebenso wurden Briefe an die Bundesregierung, die EU-Kommission und alle Delegationen gesandt, mit der Bitte, sich für den Schutz dieses bedrohten Hais stark zu machen und die von Kanada eingebrachte Resolution zu beschließen.

Mehr dazu, spannende Fakten und tolle Bilder & Videos findet Ihr auf https://www.facebook.com/124415259676/videos/347844759883683 , der Aufzeichnung unseres Webinars das wir im September gemeinsam mit der Shark League for the Atlantik and the Mediterranean zum Schutz des Makos organisiert haben #MakeOrBreak4Mako

Das Ergebnis der Bemühungen? Keines. Das ist insbesondere erschreckend, da es die EU und die USA sind, welche sich nach wie vor vehement gegen ein Fang- und Anlandeverbot wehren. Die EU möchte als führende Haifangnation nicht auf das lukrative Geschäft verzichten, da Spanien und Portugal gemeinsam mehr als 60% des Gesamtfanges an Mako für sich verbuchen, und die USA wollen unbedingt die Sportfischer von Fangverboten für Makohaie ausgenommen sehen – gleich ob tot oder lebendig, da dieser eine begehrte „Jagdtrophäe“ ist.

Eigentlich kaum zu glauben, schliesslich proklamieren Deutschland und die EU gerne ihre „Green Deals“ und eine „Blue Transformation“ für die Fischerei, waren 2019 jedoch die Hauptakteure für die Listung beider Mako-Arten auf dem CITES Appendix II.

Statt Artenschutz werden auf Betreiben der Fischereiindustrie vielmehr klare wissenschaftliche Empfehlungen relativiert und Fangquoten vorgeschlagen, die jenseits irgendeiner realistischen Chance auf den Wiederaufbau dieser bedrohten Art liegen.

Gerechtfertigt wird dies mit der Argumentation, dass die Haie ohnehin bereits tot seien, und es niemanden helfe, wenn sie wieder ins Meer zurückgeworfen würden. „Na ja wenn ich weiss, dass ich die toten Haie gewinnbringend verkaufen kann, während ich lebende Tiere wieder freilassen muss, dann werde ich als Fischer schon dafür Sorge tragen, dass ich nur tote Haie an Bord bringe“ kontert Dr. Iris Ziegler, SHARKPROJECT. „Und dafür braucht man noch nicht einmal böswillig zu denken, denn dass im Zweifel die wirtschaftlichen Interessen der Fangflotten über dem Meeresschutz stehen, ist sicherlich kein Geheimnis“

Umso bedauerlicher, dass sich Deutschland unter dem Vorwand, aufgrund der EU-Ratspräsidentschaft die Neutralität wahren zu müssen, aus der Verantwortung stiehlt.

Einzig und allein Kanada, die afrikanischen Länder und UK hören auf die wissenschaftlichen Warnungen, und empfehlen die Implementierung eines vollständigen Anlandeverbotes im Nordatlantik sowie eine wissenschaftlich basierte Fangmengenbegrenzung auf maximal 2001 Tonnen im Südatlantik.

SHARKPROJECT hat daher bei den diesbezüglichen Verhandlungen im ICCAT zwei Stellungnahmen für einen wirksamen Schutz des Makos abgegeben – gemeinsam mit mehr als 37 Organisationen – darunter auch die Schweizer MIGROS und zahlreiche Detailhändler aus UK: https://www.sharkproject.org/presse/ 

Wir begrüßen den Vorschlag Kanadas und des Senegal, und fordern ein sofortiges Fang- und Anlandeverbot, zumindest für den Nordatlantik, wenn schon nicht gesamthaft, was dem Vorsichtsprinzip gemäss eigentlich sinnvoll wäre. Für den Südatlantik dürfen die eindeutigen Ratschläge der Wissenschaftler für eine Fangmengenbegrenzung nicht mehr länger ignoriert werden, auch wenn sowohl die EU als auch die USA dies befürworten würden, ansonsten heißt es im Atlantik für den schnellsten Hai im Ozean bald „Ausgestorben ist für Immer“.

Bitte unterstützt uns, indem Ihr unsere Forderungen auf social media teilt und re-tweetet!

 

Vorschlag für einen Tweet:

@VSinkevicius 🙏 help! EU must change it’s view & support the proposal from Canada, Senegal & UK for an immediate retention ban for shortfin mako 🦈 at #ICCAT2020 – before it is forever too late and this species will be extinct in the Atlantic. It’s #MakeOrBreak4Mako NOW!


 

Titelfoto: Fred Buyle

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