Report Mainz berichtete über die Auswirkungen der Grundschleppnetzfischerei

27. Dezember, 2021

Qualfang in der Nordsee

Haufen gefangener Haie

Auf dem Hai sieht man noch den Fußabdruck ...

Auswirkungen der Grundschleppnetzfischerei und zeigt die dunkele Seite unseres steigenden Fischkonsums: Ausbeutung der Meere und lebensverachtender Fischfang

Massenhafter Beifang an Rochen, Haien und anderen Meeresbewohnern, die zumeist tot oder sterbend als Abfall wieder ins Meer entsorgt werden – ebenso wie Schollen und Seezungen, die ja eigentlich gefangen werden sollten, aber offensichtlich zu klein waren, um für den Verkauf geeignet zu sein. All das war in dem schockierenden Bericht von Edgar Verheyen zu sehen der sich ausgehend von Under Cover Aufnahmen der Tierrechtsgruppe SOKO Tierschutz auf Spurensuche begab und dabei auch Sharkproject zum Thema interviewte. 

 

Der sechsminütige Bericht über den ganz alltäglichen Wahnsinn beim Fang von beliebten Speisefischen wie z.B. Seezunge, Scholle, Dorsch, Schellfisch, Sprotten, Sandaalen, aber auch von Meeresfrüchten wie Garnelen, Hummer oder Krabben, die ja insbesondere zu Weihnachten sehr begehrt sind, war am 14. Dez.2021 21:45 bei Report Mainz im ARD zu sehen und ist jetzt in der Mediathek verfügbar: Qualfang in der Nordsee

Im Film geht es um Grundschleppnetzfischerei, die zu den zerstörerischsten und schrecklichsten industriellen Fangmethoden überhaupt zählt, jedoch gemäß einer vorläufigen Übersicht von 11 % der EU Fangflotte betrieben wird und 35 % des Gesamtfanges sowie 38 % der Gesamteinnahmen der EU Flotte ausmacht, also über ein Drittel des gesamten EU-Fangs.[1]
https://www.ices.dk

Und selbst in vielen Meeresschutzgebieten ist Bodenfischerei mit zerstörerischem Fanggerät noch erlaubt. Sogar im Wattenmeer, einem UNESCO-Weltnaturerbe, wird Krabbenfischerei mit Baumkurren, einer bestimmten Bauart von Bodenschleppnetzen, betrieben - auch in Deutschland und sogar mit MSC-Siegel. Wie zerstörerisch oder brutal diese Fangpraktiken sind, ist in der Reportage zu sehen, wird jedoch im uns von SOKO Tierschutz zur Verfügung gestellten, weiteren Material sogar noch deutlicher:

 

Zumindest seit dem COP26 im Herbst dieses Jahres und dem deutschen Wahlkampf ist das Thema Klimawandel und die Notwendigkeit, die Emission von Treibhausgasen zu reduzieren in aller Munde, aber das Thema Fischerei ist dabei leider immer noch meist außen vor oder wird sogar heruntergespielt. Tatsächlich aber weis man, dass vor allem die Schleppnetzfischerei riesige Mengen an CO₂ freisetzt, wenn großflächig der Meeresboden regelrecht umgepflügt wird. Zudem verbraucht diese Art der Fischerei bei der schweres Fanggerät über den Boden gezogen wird, besonders viel an fossilen Treibstoffen. (siehe auch weitere Informationen am Ende dieses Artikels)

Auf diese Art und Weise werden aber jedes Jahr im Schnitt 62 % des Ärmelkanals, 55 % der Keltischen See und 65 % des Golf von Biskaya in bis zu 200 m Tiefe umgepflügt und große Teile dieser Meeresgebiete sogar bis zu 800 m Tiefe, also auch die Tiefsee, immer auf der Suche nach den begehrten, am Meeresboden lebenden Fischarten und Meeresfrüchten (2). Denn selbst in der Tiefsee darf in Europa noch immer mit diesem Fanggerät in einer Tiefe bis zu 800 m gefischt werden, obwohl sich gerade dort besonders empfindliche Ökosysteme (sogenannte Vulnerable Marine Ecosystems = VMEs) mit großem Artenreichtum und von immenser biologischer Bedeutung finden. Die dort lebenden Arten sind jedoch besonders empfindlich gegen Eingriffe und brauchen oftmals viele Jahrhunderte oder noch länger, um sich von solch massiven Einwirkung wie Schleppnetzfischerei zu erholen. Obwohl in 2016 die EU-Fischereiverordnung (EU) 2016/2336 (3) verabschiedet wurde, die vorsieht, den Schutz empfindlicher Ökosysteme in der Tiefsee vor den Einflüssen der Fischerei in EU-Recht umzusetzen, ist diese Umsetzung bis heute nicht erfolgt und die Fischerei geht daher auch in diesen Gebieten unvermindert weiter.

Zu all dem kommt aber noch hinzu, dass diese Fangmethoden mit über den Meeresgrund gezogenen Netzen auch mit immensem Beifang einhergehen, da diese Methoden nicht selektiv sind und daher alles fangen, das sich am Grund befindet. Nicht nur die eigentlich gewollten Fischarten wie Seezungen, Schollen, etc. oder die begehrten Krustentiere wie Garnelen, Hummer oder Krabben landen in den Netzen, sondern dieser Massenfang produziert pro Tag sogar bei diesen kleinen, vermeidlich nachhaltigen Fischkuttern mit 15 m Länge oder kleiner bereits Fangmengen im einstelligen Tonnenbereich. Die riesigen Netze schlucken ALLES, das ihnen in den Weg kommt: Rochen, Haie, Tintenfische und auch unzählige Jungfische, die zu klein sind, um marktfähig zu sein und dann wieder ins Meer zurückgeworfen werden – tot oder sterbend.

[2] https://www.ices.dk

[3] https://op.europa.eu/

Rückwurf von Beifang ist zwar offiziell nicht mehr erlaubt, weil in der EU spätestens seit 2019 das sogenannte „Anlandegebot“ gilt, ist aber nach wie vor an der Tagesordnung, wie man im Beitrag sieht.

Das Anlandegebot schreibt eigentlich vor, dass der gesamte Fang angelandet werden muss, also auch der Beifang und die zu kleinen Fische, die noch zu jung sind, um sich bereits fortgepflanzt zu haben. Diese sterben sinnlos und deren millionenfacher Tod ist auch Teil der Ursachen für die zunehmende Überfischung vieler beliebter Speisefische. Gerade deswegen ist es aber wichtig zu wissen, wie viele dieser Jungfische gefangen werden, damit man die Bestandsgröße und deren Entwicklung besser abschätzen kann und entsprechende Maßnahmen zur Schonung bzw. Erholung überfischter Bestände treffen kann.

Wie im Film aber deutlich sichtbar wird dieses „Anlandegebot“ in der Realität weitgehend ignoriert, und zwar für den gesamten Beifang, den die Fischer nicht haben wollen, weil er keinen oder zu wenig Gewinn abwirft und an Bord nur wertvollen Platz wegnehmen würde. Auf diese Art lassen sich auch die für bestimmte Arten bereits geltenden maximalen Fangquoten ausweiten, die durch die Anlandung von minderwertigem, nicht vermarktungsfähigen Fisch ansonsten viel schneller aufgebraucht würden.[4] Also zurück damit ins Meer ... und das passiert Jahr für Jahr mit vielen Millionen Tonnen des Wildfanges aus unseren Meeren. Laut Schätzungen der FAO[5] waren dies bis 2001 jährlich sogar über 7 Millionen Tonnen und bei der Bodenschleppnetzfischerei war dieser Anteil an Rückwürfen mit bis zu 96 % bzw. 83 % bei der Shrimp Fischerei bzw. der Grundschleppnetzfischerei besonders hoch, wogegen solcher Rückwurf bei Angelrutenfischereien, Handleinenfischereien oder anderen 1:1 Fangmethoden weniger al 1 % ausmachte.

Die Bodenschleppnetzfischerei zählt insgesamt zu den Fangmethoden mit den höchsten Beifangmengen. Iris Ziegler, Sharkproject hierzu: „Das wird so nett als Beifang bezeichnet. Tatsächlich ist es so, dass es gerade in dieser Art von Fischerei oftmals die Hauptmasse des Fangs darstellt. Das ist Leben, das aus dem Meer herausgeholt wird und stirbt. Und für was? Für eine Scholle? Eine Seezunge, die wir dann am Schluss auf unserem Teller haben. Aber wenn man sich diese Massen anschaut, dann können Sie abschätzen, wie viel jeden Tag aus unseren Meeren sinnlos an Leben rausgeholt wird.“

Sharkproject setzt sich daher für eine Reform des Fischereiwesens hin zu einem ökosystembasierten, ganzheitlichen Fischereimanagement mit selektivem Fangmethoden und systematischer Reduzierung des Beifangs ein. Aufgrund des massiven Beifanges und der Auswirkungen auf den Meeresboden wird die Bodenschleppnetzfischerei von uns als eine Fangmethode eingestuft, die aufgrund ihrer Fangweise niemals umfassend verbessert werden kann und daher komplett verboten werden sollte.

Iris Ziegler kommentierte die Bilder der Tierschutzaktivisten im Interview: "Keines dieser Tiere, die so behandelt worden sind, wird überleben. Wir schätzen, dass ungefähr zehnmal mehr an Beifang, also die zehnfache Menge Beifang herausgeholt wird, im Vergleich zu dem, was man haben will."

Besonders schockiert waren wir jedoch von der Unmenge an Haie, die von diesen kleinen Schiffen aus dem Meer geholt wurden. Vor allem Kleingefleckte Katzenhaie (Scyliorhinus canicula) sind es, aber auch Dornhaie (Squalus acanthias) und Hundshaie (Galeorhinus galeus) sind zu sehen – Hunderte, ja Tausende scheinen es zu sein ... und das Tag für Tag. Auch wenn Katzenhaie bisher von der Roten Liste der gefährdeten Arten als nicht gefährdet eingestuft werden, so zeigen diese Bilder doch das Ausmaß der Verschwendung an marinen Lebens und diese Tiere fehlen dann auch im Ökosystem. Noch schlimmer ist das Gezeigte aber sogar noch mit Blick auf den Dornhai oder Hundshai, denn ersterer ist in Europa vom Aussterben gefährdet und weltweit als verletzlich eingestuft und letzterer gilt weltweit sogar als vom Aussterben bedroht und ist auch in Europa als verletzlich eingestuft[6]

[4] https://www.thuenen.de/

[5] https://www.fao.org/

[6] IUCN 2021/3 https://www.iucnredlist.org/
https://www.iucnredlist.org

Haie beim abwiegen.

Beifang ... ein volles Fließband.

Hundshaie beim Ausnehmen.

Manchmal sagen Bilder aber einfach so viel mehr als tausend Worte, denn diese Katzenhaie „rufen“ sichtbar um Hilfe – auch wenn wir sie nicht hören können oder nicht hören wollen!

Dieses alltägliche Massaker auf See ist in dem von  SOKO Tierschutz Under Cover im Ärmelkanal und an der französischen Küste aufgenommene Bildmaterial bildlich zu sehen, ebenso wie die schier unfassbare Grausamkeit mit der die gefangenen Fische und Meerestiere an Bord behandelt und verarbeitet werden.

Kaum zu glauben, aber wahr – und das mitten in Europa, wo wir uns doch gerade so ausloben, wie nachhaltig und um das Tierwohl besorgt unsere Landwirtschaft zukünftig werden soll. Aber was Tag für Tag auf See passiert, ist davon offensichtlich ausgenommen, wie auch der Journalist der ARD auf seine Nachfrage bei der EU-Kommission hin mitgeteilt bekam. Fischen scheint man immer noch abzusprechen Schmerz empfinden zu können oder zu leiden, obwohl sie doch Wirbeltiere sind, ein Nervensystem haben und Schmerz und Todesangst empfinden können. Friedrich Mülln von SOKO Tierschutz sagte im Bericht "Das ist der Alltag bei der Fischerei. Jedes Tier wird ohne Betäubung aufgeschlitzt, ohne Betäubung die Innereien herausgerissen und lebt danach teilweise noch erheblich länger.“ 
Spätestens wenn man sich diese Bilder und Videoszenen ansieht, bleibt daran auch kaum noch irgendein Zweifel. Diese Tiere kämpfen verzweifelt um ihr Leben, versuchen zu atmen, zu entkommen und das zum Teil stundenlang – aber ohne jede Chance!

Auch wenn nicht alle Methoden gleichermaßen bodenzerstörend sind und derart riesige Mengen an Beifang an Haien, Rochen und anderer Meeresbewohner verursachen, so lässt sich doch keine dieser Fangmethoden als nachhaltig bewerten, auch wenn das MSC unter anderem auch die Bodenschleppnetzfischerei der Fischereigenossenschaften in Dänemark, Schweden, Deutschland und den Niederlanden allesamt als nachhaltig zertifiziert hat - trotz des massiven Einspruchs vieler Meeresschutzverbände gegen diese Zertifizierung.[7]

Die gezeigten Kutter sind nicht MSC zertifiziert, aber das im ARD Bericht gezeigte Bildmaterial von Greenpeace und SOKU Tierschutz zeigt sehr deutlich wie zerstörerisch und lebensverschwendend dieser Fangmethode per se ist – und das sogar bei kleinen Schiffen. Dann kann man sich vorstellen wie viel mehr an Fang, Beifang und Gemetzel an Bord der großen Schiffe stattfindet. Teilweise sind solche „Trawler“ über 100 m lang, also fünf- bis siebenmal so groß wie die in der Reportage gezeigten kleinen Fangschiffe und es sind überwiegend die großen Schiffe, die auch MSC zertifiziert sind, wie eine Studie verdeutlicht.[8]

 

Fangoptimierung und Effizienz bei der Verarbeitung an Bord sind leider von viel höherer Bedeutung beim Fischfang als der Meeresschutz, Artenschutz oder gar das Tierwohl.

Und noch nicht einmal Mitleid mit der leidenden Kreatur gibt es an Bord dieser Schiffe - und das sogar mitten in Europa, wie SOKO Tierschutz bei der Kommentierung des Materials hervorhebt. Wie wird es da wohl erst in anderen Teilen dieser Welt aussehen?
Und das alles nur, damit wir in Europa - und auch in Deutschland - unseren steigenden Fischkonsum möglichst billig decken können, also das Fischfilet für 1,99 € und den Garnelencocktail aus der Dose für 2,99 €.

Aber Fisch ist doch so gesund, versuchen uns dann auch noch die Medien und die Medizin zu suggerieren. Allerdings sollte man dabei bedenken, dass abgesehen von der steigenden Menge an Schadstoffen im Fisch, es doch nicht im Sinne unserer Gesundheit sein kann, dass wir unserem Planeten die Lebensgrundlage entziehen? Zwischenzeitlich sollten wir es doch verstanden haben, dass es ohne gesunde Meere weder ausreichend Sauerstoff auf unserem Planeten geben wird noch der Klimawandel auch nur im Entferntesten auf 1,5 °C oder 2 °C begrenzt werden kann? Und das kann wohl kaum gesund sein – nicht für uns und schon gar nicht für zukünftige Generationen.

 

Deshalb setzen wir uns für ein Ende der Grundschleppnetzfischerei ein, in Meeresschutzgebieten, der Tiefsee, den Küstenregionen und der Hochsee ...

[7] https://fisheries.msc.org/

[8] Le Manach F, Jacquet JL, Bailey M, Jouanneau C, Claire Nouvian and the PLOS ONE Editors (2021) Correction: Small is beautiful, but large is certified: A comparison between fisheries the Marine Stewardship Council (MSC) features in its promotional materials and MSC-certified fisheries. PLOS ONE 16(6): e0253486.https://doi.org/10.1371/journal.pone.0253486 

Weitere Informationen zum Fang mit Bodenschleppnetzen

Auch wenn das Ausmaß an Beifang je nach Ausführung der Bodenschleppnetze variiert, die Bodenzerstörung der verschiedenen Ausführung unterschiedlich stark ist und man seit einiger Zeit versucht wird, die Selektivität der Netze zu verbessern, indem z.B. beim Dorschfang Plattfische durch eine spezielle Maschenstruktur entkommen können, hilft das den am Boden lebenden Rochen und Haien zumeist wenig. Zudem ist bei vielen der angeblichen Verbesserungen Vorsicht geboten, damit nicht ein geringfügiger Vorteil für eine Art mit noch größeren Schädigungen des Ökosystems allgemein erkauft wird. So geschehen auch bei der Elektrifizierung der Fangnetze.

Diese als Innovation[1] eingestufte Variante der Baumkurren wird als bodenschonend bewertet werden, weil die Garnelen durch die Stromschläge aufgescheucht werden und ins Netz gelangen ohne die ansonsten eingesetzte mechanische Mobilisation. Dadurch wird zwar die Bodenberührung reduziert und auch die Menge an Beifang in den Netzen scheint weniger zu sein, aber das heißt leider keineswegs, dass tatsächlich weniger Beifang generiert wird, wie BLOOM in seiner Kampagne für ein Verbot des Elektro-Fischens in der EU mehrfach zeigte und schließlich nach jahrelangen Bemühungen in 2021 erreichte, dass diese Versuche beendet werden und Elektrofischen wenigstens in der EU verboten wird, denn die Auswirkungen dieser Fangmethode auf das Ökosystem und das Ausmaß an dadurch verursachten toten und sterbenden Tieren am Meeresboden ist immens, auch wenn dieser Beifang einfach am Meeresboden zurückbleibt und daher auch in keinem Berichtjemals auftaucht. Insbesondere junge Fische, Brut, Larven, Wirbellose, etc. werden durch die Stromschläge getötet oder irreversibel verletzt.

 

Bei den Ausführungen der Bodenschleppnetzfischerei unterscheidet man zwischen vielen Varianten. Die wichtigsten haben wir hier zusammengefasst:

  • Als Snurrewadennetzen auch als Danish Seine bezeichnet man ein gezogenes Umschließungsnetz, das mit zwei langen Leinen (Wadenleinen) am Kutter befestigt ist, die die Fische in die Öffnung der Wade scheuchen. Diese Methode gilt als vergleichsweise harmloser, weil sie aufgrund des geringen Gewichtes der Leinen weniger Treibstoff verbraucht und weniger Auswirkungen auf den Meeresboden hat. Die Qualität der gefangene Fisch sei zudem höher, weil der Fang weniger mechanisch komprimiert wird.[2]
  • Als Grundscherbrettnetze oder Otter trawl bezeichnet man Fanggerät, das aus zwei oder mehr miteinander verbundenen Schleppnetzen besteht.
  • Als Baumkurre oder Beam trawl bezeichnet man jedes Schleppnetz, bei dem das Maul durch einen Kurrbaum oder eine ähnliche Vorrichtung offen gehalten wird, unabhängig davon, ob das Netz beim Schleppen über den Meeresboden von Schwimmern hochgehalten wird oder nicht.
  • Als Flyshooter[3] oder Scottish Seiner bezeichnet man die Fangweise mit ähnlichen Netzten wie beim Danish Seine, aber ohne dabei diese am Boden zu verankern. Vielmehr bewegt sich das Schiff beim Einholen der Netzte vorwärts und treibt dabei den Fang ins über den Boden geschleppte Netz, während beim Danish Seine das Netz um die verankerte Wade herum eingeholt wird ohne dieses über den Boden zu schleppen.
  • Muscheln und andere Schalentiere werden mit ähnlich zerstörerischen Fangpraktiken gefangen, nur dass hier nicht mit Netzen, sondern Fangeimern gearbeitet wird, in die z.B. Jakobsmuscheln oder auch Herzmuscheln von riesigen Schaufeln eingefüllt werden, nachdem diese Schaufeln den Untergrund förmlich „abgebaggert“ haben – eine Methode die man als „Dredgeing“ bezeichnet und die dabei den sandigen oder felsigen Untergrund regelrecht zerstört.

Weitere Infos zu der klimaschädlichen Auswirkung von Grundschleppnetzfischereien finden sich auch auf https://transformbottomtrawling.org, einer Koalition der auch Sharkproject angehört: 

Bottom trawling is driving an ocean emergency

https://transformbottomtrawling.org

[1] ICES. 2020. ICES Workshop on Innovative Fishing Gear (WKING).
ICES Scientific Reports. 2:96. 130 pp. http://doi.org

[2]https://www.researchgate.net/

[3] https://www.theguardian.com

 

Recent

Sharkproject setzt sich bei UN Ocean Conference für Schutz der Haie ein

Von 27. Juni bis 1. Juli fand in Lissabon, Portugal, die United Nations Oceans Conference 2022 (UNOC) statt. Auch Sharkproject als international tätige Meeres- und Artenschutzorganisation war vor Ort vertreten.

Staaten entziehen sich der Verantwortung bei UN Ocean Conference

Die UN Ocean Conference 2022 in Lissabon hat die Chance für einen ambitionierten Meeresschutz vertan. Die Abschlusserklärung bietet nicht mehr als Unverbindlichkeiten, kritisiert ein breites Bündnis aus Nichtregierungsorganisationen (NGO).

UN Ocean Conference

NGOs fordern in Lissabon Weichenstellung für einen ambitionierten Meeresschutz und eine nachhaltige Nutzung