21. Juli 2019 Nils Kluger

Bedrohte Makohaie – Mehr Schutz durch CITES-Aufnahme möglich

(c) F. Kremer-Obrock

Im August entscheidet die Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens in Genf unter anderem über neue Aufnahmen in die Anhänge des Abkommens und damit eine starke weltweite Regulierung des Handels mit den aufgenommenen Arten. Unter den Haien stehen der Kurzflossen-Mako und der deutlich seltenere, sehr ähnliche Langflossen-Mako auf der Liste der Aufnahmekandidaten für den Anhang II. Während im Anhang I die meistgefährdeten, unmittelbar vom Aussterben bedrohten Arten aufgeführt werden, deren Handel komplett untersagt wird, lässt der Anhang zwei für die Arten, deren Aussterben nicht unmittelbar bevorsteht, aber deren Handel auf Grund ihrer Bedrohung kontrolliert werden muss. Bisher sind zwölf Haiarten im Anhang II geführt, keine Haiart ist bisher in den Anhang I aufgenommen worden. Die bisherigen geschützten Haie umfassen prominente Arten wie den Großen Weissen Hai, den Walhai und den Hammerhaiarten.

Der Makohai wirkt durch seine Körperform wie ein wahrer Kraftprotz. Die besser bekannten Kurzflossen-Makos sind weltweit in wärmeren Gewässern zu finden. Dabei ernährt er sich von Blaufisch, Makrelen, Schwertfischen, Thunfischen und Kopffüßern. Aber auch Delfine, Schildkröten und Seevögel stehen im Zweifel auf dem Speiseplan. Bemerkenswert ist, dass der Makohai für die Jagd vor allem auf Geschwindigkeit setzt. Mit maximal erreichten 80 km/h zählt er zu den schnellsten schwimmenden Fischen weltweit.
Natürliche Feinde müssen ausgewachsene Makohaie nicht fürchten. Dennoch sind Sie vom Aussterben bedroht. Die Rote Liste der IUCN führt bei Arten als „Bedroht“ auf. Der Grund ist, wie so häufig, der Mensch. Makohaie werden auf viele Arten verfolgt. Insbesondere in den USA sind sie gerne das Ziel von Sportanglern, da die Tiere groß und schnell sind und dem Angler eine Herausforderung bieten. Für diesen besonderen Kick sterben die Tiere für fragwürdige Siegerfotos auf Wettbewerben. Doch auch wenn der Haken am Ende der Jagd gelöst wird, verstirbt bis zu einem Drittel der Tiere an den Folgen.

Zudem wird der Makohai häufig als Beifang der Fischerei aufgebracht, oder gezielt, etwa mit Langleinen befischt. In asiatischen Regionen ist der Fisch wegen seines Fleisches beliebt. Die FOlgen zeigen sich etwa im Atlantik: HIer schätzt die Die International Commission for the Conservation of Atlantic Tunas (ICCAT) die Bestände des Blauhais als überfischt ein. Kein Wunder: Im Nordatlantik werden jährlich 3.300 Tonnen, etwa 130.000 Haie gefangen. Die ICCAT forderte deshalb ein Limit von maximal 500 Tonnen. Andere Studien schätzen auch diese Quote bei den belasteten Beständen der Makohaie als zu hoch ein, damit sich die Bestände regenerieren können.

Es wird also höchste Zeit, dass die beiden Makohaiarten zusätzlichen Schutz erhalten. Wir setzen uns dafür ein, dass im August in Genf der erste Schritt getan wird, und beide Makohaiarten in den Anhang II der CITES-Liste aufgenommen werden. Doch es wird Zeit, sich für weitere Haiarten einzusetzen: Insgesamt führt die Rote Liste der IUCN 25 Arten als „Critically Endangered“ und 43 Arten, darunter die beiden Makohaiarten, als „Endangered“ auf. Für die CITES-Abkommen bedeutet dies: Weitere Arten müssen dringend folgen, um das Aussterben auf den Weltmeeren zu unterbinden.

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