23. November 2015 .he

30 NGOs aus 21 Ländern nominieren den Präsidenten von Costa Rica zum SHARK ENEMY of the YEAR

(c) SHARKPROJECT

Der ganze Hintergrund im eMag auf Stop-Finning.org (deutsch / englisch / spanisch)

Die Petition bei Change.org (deutsch / englisch / spanisch)

 

Die Nomination (deutsch / englisch / spanisch):

Eine öffentliche Bekanntmachung durch eine ganzseitige Zeitungsanzeige in Costa Ricas wichtigster Tageszeitung La Nacion am 23. November gibt bekannt:

(c) SHARKPROJECT

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Sehr geehrter Präsident,
Sharkproject E. V. möchte Sie darüber informieren, dass Sie von 30 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus 25 Ländern nominiert wurden, für den internationalen Negativ-Award:

„Shark Enemy 2016“

Die Überfischung der Haie und der daraus folgende Status als bedrohte Art für viele Haiarten repräsentiert eine der größten Bedrohungen für das globale Ökosystem. Sharkproject e. V. mit Sitz in Deutschland ist eine der weltweit größten NGOs, die sich dem Schutz der Haie verschrieben haben. Jedes Jahr verleihen wir unseren Negativ-Award „Shark Enemy of the Year“ an Personen oder Regierungen, deren Aktionen aktiv zur Ausrottung der Haie beitragen bzw. diese fördern und/oder unterstützen. Unser Ziel ist dabei, dass die öffentliche Präsentation eine Änderung der Umweltpolitik zugunsten der Haie herbeiführt.

Die Entwicklung der Haischutzpolitik in Costa Rica, die Ihrem Land weltweit hohes Ansehen eingebracht hat, wurde von unserer Organisation aufmerksam verfolgt. Vor nicht mehr als 10 Jahren war der costa-ricanische Hafen Puntarenas der Umschlagplatz für Haiflossen aus dem östlichen Pazifik. Ausländische, vornehmlich taiwanesische, Flotten konnten frei und ohne jegliche Kontrollen operieren. Dabei wurde die illegale Nutzung privater Docks durch ausländische Flotten sogar offiziell von den Behörden toleriert und ein „Shark Finning“ auf diese Weise ermöglicht. Im Verlauf des letzten Jahrzehnts gab es in Costa Rica nicht nur innerhalb des Landes deutliche Schritte in Richtung Haischutz, dieser wurde auch auf internationalen Kongressen gefördert, so dass Costa Rica eine führende Position im globalen Meeresschutz einnahm (siehe Kasten).

Dann wurden Sie Präsident und unter Ihrer Führung erlitt der Haischutz wieder schwere Rückschritte. Entgegen den wissenschaftlichen Beweisen und internationalen Verpflichtungen, die von Ihrem eigenen Land vorangetrieben wurden, wird die Jagd auf die Haie in Ihrem Land jetzt wieder offensichtlich gefördert. Ein schwerer Rückschlag für den internationalen Haischutz und ein schwerer Rückschlag für das Umweltimage Ihres Landes.

 Insbesondere wurde von Ihrer Regierung im letzten Jahr

  • zugelassen, dass am 24. Dezember und 20. Februar zwei Exporte von Hammerhaiflossen stattfanden, obwohl dabei die CITES-Verpflichtung und Artikel 75 des Artenschutzgesetzes verletzt wurden.
  • der Export von Hammerhaiflossen zugunsten der Forderungen des Fischerei- und Exportsektors unter Missachtung der besten verfügbaren Erkenntnisse von Wissenschaft und Umweltschutz zum öffentlichen Interesse erklärt. 
  • ein Moratorium in Bezug auf den Export von Hammerhaiflossen verkündet, obwohl der Export gemäß Artikel 75 des Artenschutzgesetzes verboten ist.
  • beim letzten Treffen der Inter American Tropical Tuna Commission (IATTC) im Juli in Ecuador der Schutz von Hammerhaien und Seidenhaien in Kooperation mit Taiwan blockiert.
  • am 2. September öffentlich erklärt, dass sie bei internationalen Kongressen den weiteren Haischutz nicht mehr anregen oder unterstützen würde.
  • eine Verpflichtung gegenüber der Haifischerei angenommen, bei den internationalen Luftfrachtunternehmen, von denen der Transport von Haiflossen in Übereinstimmung mit ihrer eigenen unternehmerischen Verantwortung ausgesetzt wurde, zu vermitteln und diese dazu zu bringen, diese Aktivität wieder aufzunehmen.
  • eine weitere Verpflichtung angenommen, den Erlass zu ändern, durch den die Arbeit und die Integration der Council of CITES Scientific Authority Representatives geregelt wird, damit der Fischereisektor in seinem Interesse politischen Einfluss auf dessen fachliche Entscheidungen nehmen kann. 
  • die sofortige Umsetzung der Verordnung zur Größe bei Eintritt der Geschlechtsreife (Size at First Maturity Regulation) zugunsten der Interessen der Haifischerei abgelehnt.

Im Dezember 2015 nimmt die Jury ihre Beratungen auf und der Negativ-Preisträger wird im Januar 2016 bekannt gegeben.

Im Interesse der Meeresressourcen, der Lebensmittelsicherheit und für das internationale Image von Costa Rica appellieren wir an Ihr Urteilsvermögen und rufen Sie dazu auf, Ihr Land wieder auf seinen ursprünglichen Kurs für den Schutz des marinen Ökosystems zurückzuführen. Herr Präsident, Sie haben die Macht, Costa Rica wieder zu der bisherigen Führungsposition im Meeresschutz zurückzuführen, die die Welt von der als umweltbewusst bekannten Nation Costa Rica erwartet.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Wegner, Präsident Sharkproject E. V.

 

Daneben, im Infokasten:

Früher hatte Costa Rica eine weltweite Führungsposition im Haischutz inne:

  • August 2006. Costa Rica führt als erstes Land die berühmte Verordnung gegen das „Shark Finning“, bekannt als „fins attached“, ein. Die Verordnung fordert, dass sich die Flossen bei der Anlandung am Tier befinden müssen und nicht abgetrennt sein dürfen.
  • Juni 2007. Costa Rica ruft beim Konsultativprozess der Vereinten Nationen über Ozeane und Seerecht in New York zur globalen Einführung seiner visionären Richtlinie „fins attached“ auf. Diese Richtlinie ist derzeit auf dem gesamten amerikanischen Kontinent, in der europäischen Wirtschaftsunion und in Australien in Kraft.
  • Dezember 2007. Costa Rica ist eines von sechs Ländern, von denen das Memorandum zum Verständnis (Mou) wandernder Haie im Rahmen des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder wild lebender Tierarten (CMS) ausgearbeitet wird.
  • Dezember 2010. Costa Rica beschließt die Schließung privater Docks für die Landung ausländischer Flotten.
  • März 2013. Costa Rica führt gemeinsam mit Honduras und Brasilien das erfolgreiche Verfahren an, Hammerhaie in den Anhang II des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) aufzunehmen.
  • März 2013. Costa Rica veröffentlicht die Verordnung zur Größe bei Eintritt der Geschlechtsreife (AJDIP/105-2013), mit der die Anlandung von Hammerhaien (Sphyrna lewini) und Seidenhaien (Carcharhinus falciformis), die noch nicht die Größe bei Eintritt der Geschlechtsreife erreicht haben, mit Wirkung ab Juni 2015 verboten wird.
  • November 2014. Costa Rica führt gemeinsam mit Ecuador das Verfahren an, um Hammerhaie in den Anhang II des CMS aufzunehmen.

 DOCH HEUTE …

 

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Wir rufen zur Zeichnung der Petition auf – Petition bei Change.org

 

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