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Foto:
Klaus Hruska
Harald Bänsch |
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Die
Natur reguliert sich selber; im Falle der Haie sind dies späte
Geschlechtsreife oder auch eine geringe Anzahl von Nachkommen
pro Wurf bzw. längere Pausen zwischen den Reproduktionszyklen,
um nicht zu viele Haie in den Meeren zu haben. Doch genau diese
Regulatoren werden den Haien nun zum Verhängnis, denn die
zuvor genannten Bedrohungen beduten die Populationen zu stark
aus. Hier werden die großen geschlechtsreifen Tiere abgefischt
und somit große Lücken in die fortpflanzungsreifen
Tiere geschlagen. Und gehen die Fangerträge zurück,
werden einfach die Maschenweiten erniedrigt, um die Quoten zu
halten.
Auf Grund dieser Tatsache sind heute schon viele Haiarten vom
Aussterben bedroht. Da Haipopulationen schwer zu erfassen sind,
konnten sich die verantwortlichen Behörden bis heute noch
hinter dem Argument verstecken, über nicht genügend
Informationen zu verfügen, um Entscheidungen zu treffen.
Doch hier wiederholt sich die Geschichte abermals, als ob die
rückläufigen Fangergebnisse (soweit diese dokumentiert
werden) nicht Beweis genug wären, dass sich die Haipopulationen
auf dem Rückzug befänden.
Nur ein rasches Handeln kann hier noch größeren Schaden
verhindern, d.h. Erlass von wirksamen Fangquoten und großräumigen
Rückzugsgebieten sowie die strenge Kontrolle des Handels
mit Haien und Haiprodukten. Vielleicht hat der Hai dann auch
noch eine Zukunft in diesem Jahrtausend.
Ein
Selbstbedienungsladen für jedermann- Die Krisen gebeutelte
Fischerei sucht nach neuen Einnahmequellen. Von den etwa 25.000
verschiedenen Fischarten werden etwa 130 als Speisefisch genutzt,
etwa 70% davon sind Meeresfische.
Die Fangflotten der großen Fischereinationen arbeiteten
"gründlich" und haben die Ozeane bis an deren
Leistungsgrenze abgefischt. Die begehrtesten Speisefische
wie etwa Gelbflossenthunfisch und Marlin erklimmen immer neue
Rekordpreise in den Auktionshallen der Fischereihäfen
und das hat seinen guten Grund: die Bestände befinden
sich ebenfalls auf dem Rückzug und zeigen schon seit
Jahren keinen Anstieg der Bestände mehr.
Für einen ausgewachsenen Gelbflossenthunfisch (etwa 250-300cm
TL) werden etwa US$ 50.000,-- bezahlt. Geht ein solcher kapitaler
Fang an den Haken, ist es nicht unüblich, dass dieser
sofort verpackt und in einem Learjet nach Japan verfrachtet
wird; dort wird aus diesem Sushi für etwa US$ 200.000,--
hergestellt. Um zu verstehen, wie es soweit kommen konnte,
muss die Entwicklung der Fischerei über etwa die letzten
30 Jahre betrachtet werden. Der weltweite Bedarf an Fischprodukten
ist seit je her steigend, so dass die Fischereiindustrie immer
neue Techniken entwickelt hat, um diesen Bedarf zu decken.
Kilometer lange Treibnetze waren der Anfang vom Ende und erst
internationale Proteste (wegen des Beifangs an Kleinwalen
und Delphinen) führten zu deren Reduzierung. Doch zu
diesem Zeitpunkt war die Fischerei dem Ganzen schon wieder
einige Schritte voraus; neue Techniken wurden eingeführt
wie das Kiemennetz und die Langleinen. Hat man mit den grobmaschigen
Kiemennetzen nichts mehr und weniger gefangen, wurden die
Maschen einfach kleiner geknüpft und so systematisch
jede "Fischgeneration" abgefischt.
Die Langleinen führte man ein, um erfolgreiche- Jagd
auf Thunfisch und Marlin zu machen. Es handelt sich hier um
eine je nach Einsatzort bis zu 50km lange Tragleine, die am
Anfang und am Ende jeweils mit einer Boje markiert ist. An
dieser Tragleine sind in regelmäßigen Abständen
(ca. alle 10 Meter) mit Köder bestücke Hakenleinen
(etwa 200-300cm Angelschnur mit Haken) befestigt. Bei einer
50km langen Leine macht dies 5,000 Haken.
Das Problem hierbei, ist nicht nur, dass auch kleine Thunfische
und Marline an den Haken gehen, sondern auch eine Vielzahl
an Haie.
Viele Longliner haben früher die Haie wieder ins Meer
zurück geworfen, bis sie herausfanden, das die Haiflossen
eine einträglich Geldquelle sind. Oftmals habe sich diese
Fischer nicht mit dem Töten der Haie aufgehalten, sondern
diesen gleich am Schiff bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten
und den noch lebenden Hai wieder ins Wasser zurück geworfen;
diese verenden dort qualvoll.
Der Lohn für diese widrige Arbeit beträgt etwa US$
25-30,-- pro Pfund.
Die
Flossen landen dann in chinesischen Feinkostläden, oder
in Haiflossensuppe-Fabriken. In den feinen chinesischen Restaurants
wirjd diese dann für bis zu US$ 200,-- angeboten. Bedenkt
man, das Haiflossen keinerlei eigenen Geschmack besitzen und
für mehrere Stunden in z.B. Hühnerbrühe aufgekocht
werden müssen, ist dies doch eine mehr als nur zweifelhafte
Fischerei!
Die gleiche Fangmethode wird auch für eine ganz bestimmte
Haiart eingesetzt : dem Dornhai . Dornhai ist Basis für
vielerlei Produkte, die bekanntesten davon dürften wohl
die Schillerlocken und das englische Schnellgericht "Fish
& Chips" sein. Seit einigen Jahre wird vor allem
der Preis für Schillerlocken genau beobachtet, hat dieser
doch schwindelnde Höhen erreicht (etwa 60 Euro). Dies
ist auf die schnell schwindenden Bestände zurückzuführen
und darauf, dass immer kleinere Exemplare an den Haken oder
ins Kiemennetz gehen.
Man bedenke, der Dornhai ist vermutlich die am weitest verbreitete
Haiart, doch wird diese (wie bereits schon erwähnt) sehr
spät geschlechtsreif und hat nur sehr wenige Nachkommen.
Fischt man nun alle geschlechtsreifen Tiere ab, dürfte
es, wenn überhaupt möglich, sehr lange dauern, bis
sich die Bestände einigermaßen erholt haben.
Die Fischereibehörden Nordamerikas haben im Frühjahr
2000 endlich auf den Druck von Fischbiologen und Ökologen
reagiert und großräumige Schutzgebiete für
den Dornhai eingerichtet, die ab sofort nur noch saisonal
befischt werden dürfen..
Die Macht und den Einfluss den die Fischerei-Lobby hat, wurde
aber auch wieder an der diesjährigen CITES-Konferenz
deutlich! Doch als ein erstes kleines Anzeichen für ein
Umdenken können die Entscheidungen auf der 12. Weltartenschutzkonferenz
(CITES) in Chile im November 2002 gesehen werden:
Für den Walhai und den Riesenhai, die beiden größten
Haie der Welt, wurde der Handel zumindest stark eingeschränkt.
Nach der Roten Liste der Internationalen Naturschutz-Union
IUCN sind bereits ca. 70 Haiarten gefährdet.
Die CITES ist eine Weltbehörde, deren Aufgabe es ist,
den Handel mit bedrohten und geschützten Tierarten weltweit
zu kontrollieren und gegebenenfalls zu untersagen. Die CITES
wird durch deren Mitgliedsstaaten getragen, die auf deren
Jahreskonferenz auch stimmberechtigt sind.
Um einen solchen Eintrag zu erwirken, benötigt man eine
qualifizierte 2/3 Mehrheit. Die großen Fischereinationen
wie Norwegen, Japan, Indonesien und Island (um nur einige
zu nennen) halten zusammen und lehnen leider die meisten Anträge
ab.
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