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Foto:
Harald Bänsch
Andreas M. Serec |
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Mit Ausnahme der Lebewesen, denen
der Meeresboden dauerhaft als Lebensraum dient, müssen
diese im Meer mittels anatomischer Besonderheiten für Auftrieb
sorgen, um nicht ständig abzusinken.
Viele Knochenfische verfügen über eine Gasblase, die
Auftrieb verschafft, denn Weichtiere verfügen über
"Baustoffe" deren Dichte geringer ist als des sie
umgebenden Wassers.
Doch Haie verfügen über keine dieser anatomischen
"Bauteile" - sie haben sich auf andere Weise diesem
Umstand angepaßt und im Verlauf der Evolution das schwere
Knochenskelett abgelegt und durch ein leichteres und flexibles
Knorpelskelett ersetzt.
Eine
weitere Anpassung ist eine grosse, ölhaltige Leber, die
zusätzlich Auftrieb verschafft. Diese kann bei manchen
Arten bis zu 20% des Körpervolumens ausmachen und enthält
Squalen, eine fettreiche und ölhaltige Substanz. Squalen
hat in etwa eine Dichte von 0.86 im Vergleich zu Meerwasser
mit 1.026. Ein Kilo Leber ergibt in etwa einen Liter Öl.
Dieses Öl wurde früher oft für Tranfunzeln verwendet,
heute hingegen findet die Leber nur noch Verwendung in der Kosmetikindustrie.
Die rücksichtslose Ausbeutung der Risenhaibestände,
hat in europäischen Gewässern fast zu Ausrottung dieser
Tiere geführt. Aber auch andere grosswüchsige Haie,
wie beispielsweise der Walhai verfügen über eine große
Leber. Lange galt es als erwiesen, daß Haie permanent
schwimmen müssen, und dazu eine grosse Leber sehr hilfreich
ist - doch die Entdeckung, "schlafender" Haie in Höhlen
und am Meeresboden widerlegte diese Auffassung. Richtig ist,
daß Haie permanent schwimmen müssen um nicht zu Boden
zu sinken, doch einige Arten sind durchaus in der Lage längere
Zeit am Meeresboden zu rasten. Bei Sandtigerhaien wurde auch
schon beobachtet, daß diese an die Wasseroberfläche
steigen und Luft schlucken, welche dann im Magen "gespeichert"
wird und so zusätzlichen Auftrieb erzeugt.
Wer jemals Haie in ihrer Umgebung beobachten konnte, hat sicherlich
den Eindruck gewonnen, daß diese Tiere durch ihren grazilen
Schwimmstil die physikalischen Gesetze nahezu außer
Kraft zu setzen scheinen.
Wasser ist etwa 800 mal dichter als die uns umgebende Luft,
es erfordert wesentlich mehr Kraft um sich darin zu bewegen
und scheint sich jedem Versuch zu widersetzen es zu verdrängen.
Im Wasser selber gibt es keinen Fixpunkt, von dem aus man
in der Lage wäre, um gegen die Wasserkraft anzukämpfen.
Die Haie können dies nicht außer Kraft setzen und
sind diesen Umständen wie alle anderen Lebewesen ausgeliefert,
doch haben die Haie diese Einflüsse zu deren Vorteil
genutzt. Eine Form der Anpassung ist ihr sehr strömungsoptimierter
Körperbau. Um den Wasserwiderstand zu überwinden,
bedarf es aber noch einer weiteren Einheit - Schub. Dieser
wird durch die Körperbewegung, mit dem Schwanz als Resultierende.
Muskelkontraktionen im Haikörper erzeugen stets eine
gegenläufige Bewegung. So ergibt sich der s-förmige
Bewegungsstil vieler Haie, der durch diesen rhythmischen Bewegungsstil
das Wasser am Hai vorbei zieht und durch die Schwanzflosse
Vortrieb erzeugt.
Haie sind wendige und schnelle Schwimmer, die sich, wie schon
zuvor mehrfach aufgezeigt, auf ideale Art und Weise ihrem
Element angepaßt haben. Doch leider sind Haie nicht
ganz frei von Nachteilen; sie können z.B. nicht abrupt
bremsen, da sie ihre Brustflossen nur ähnlich einem Höhenruder
eines Flugzeuges bewegen können, aber nicht bedingt aufstellen
um mit ihnen schnell abzubremsen. Daher mussten Haie sich
ein grosses Repertoire an Ausweichmanövern aneignen,
um diesen Nachteil auszugleichen. Die schon erwähnte
eingeschränkte Bewegungsmöglichkeit der Brustflossen
ist auch der Grund, daß Haie nicht wie Knochenfische
rückwärts schwimmen können.
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