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Foto: Franz Hajek |
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Das
Paarungsverhalten der Haie ist nur von einigen wenigen Arten
erforscht. Auf Grund ähnlicher Beisspuren bei weiblichen
Haien vieler anderer Arten geht man jedoch davon aus, das
es bei einer Vielzahl der Arten in zumindest groben Zügen
gleich abläuft.
Ein Rätsel ist allerdings noch, wie sich paarungswillige
und paarungsfähige Tiere in den Weiten der Meere zusammenfinden.
Bei Arten die ein relativ begrenztes Areal beschwimmen , ist
dies noch recht einfach vorstellbar, doch wie sieht es bei
Hochseearten aus, die in den Weiten der Ozeane leben?
Bei Haien handelt es sich ausnahmslos um
innere Befruchtung und in der Regel wird das paarungsfähige
Weibchen von mehreren Männchen gleichzeitig umworben.
Danach verbeisst sich ein männliches Tier in einer der
Brustflossen, Kiemen oder Rückenregion, um das Weibchen
festzuhalten.
Hat sich ein Männchen durchgesetzt
und sich am Weibchen festgebissen, schwimmt das "Paar"
in der Regel für eine Weile parallel, oder aber bleibt
am Boden liegen. Der Paarungsakt wird eingeleitet, wenn beide
Teile ihre Körperbewegungen weitgehend synchronisiert
haben, sofern die Tiere weiter schwimmen.
Zu diesem Zeitpunkt hat das männliche Tier in seinem
Körperinneren seine Siphonsäcke mit Salzwasser gefüllt
(bei grossen Haie, wie beispielsweise dem Weissen Hai, können
es bis zu 25 Liter Wasser sein). Siphonsäcke sind blasenartige
Gebilde die an den Samenleiter. Kommt es dann zur Kopulation,
führt der männliche Hai seinen aktiven Klasper in
die Kloake des Weibchen ein und drückt mit Hilfe der
Siphonsäcke das Sperma binnen weniger Sekunden in den
weiblichen Hai. Unmittelbar danach löst der Hai seinen
Biß und die Paare trennen sich. Der Moment der Paarung
ist eine gefährliche Situation für beide Geschlechter;
zum einen sind sie relativ schutzlos Attacken größerer
Haie ausgesetzt und zum anderen tragen diese nicht selten
Verletzungen vom Paarungsritual als solches davon. Blutige
und selbst abgeknickte oder gebrochene Klasper zeugen von
einer eher unsaften Paarung.
Bei vielen Haien kommt es zu Mehrfachpaarungen,
d.h. ein Männchen nach dem anderen vollzieht das Paarungsritual;
so soll gesichert werden, daß nur die stärksten
Männchen ihren Samen weitergeben können. Das hört
sich im ersten Moment nicht logisch an, gibt doch ein Männchen
mehr als genug Sperma für eine erfolgreiche Vermehrung
ab. Doch nicht jede Paarung ist von Erfolg gekrönt, denn
der Paarungsakt bedeutet für die männlichen Tiere
eine hohe Belastung. Vom Moment an, indem diese sich in die
Brustflosse oder andere Körperregionen des weiblichen
Hais verbeissen, können die männlichen Tiere i.d.R.
gar nicht oder nur sehr eingeschränkt Wasser durch ihre
Kiemen pumpen und damit nicht Atmen. Dadurch tritt schnell
eine Sauerstoffunterversorgung der Gewebe ein und nur ein
starkes männliches Tier ist in der Lage diese enorme
körperliche Belastung zu meistern.
Bei kleineren Arten, wie den Katzenhaien,
läuft das Paarungsritual nur bedingt ähnlich ab,
da die Männchen das Weibchen mit ihrem ganzen Körper
umschlingen. Auf Grund ihrer enorm flexiblen Körpers
scheint das kein Problem zu sein.
Nicht alle Haie paaren sich regelmäßig, zu festen
Zeitpunkten, wie dies bei vielen anderen Tieren der Fall ist.
Von einigen Arten ist bekannt, daß diese sich nur alle
2-3 Jahre paaren und andere wiederum s.g. Spontanpaarungen
eingehen. Dies ist vor allem bei pelagischen Haien der Fall,
die sich in den Weiten der Meere bewegen. Trifft ein fortpflanzungsfähiges
Weibchen auf ein eben solches Männchen kommt es oft zu
einer Kopulation (unabhängig von Jahreszeit). Bei einigen
solcher Haiarten konnte festgestellt werden, daß die
Weibchen in der Lage sind, das Sperma in ihrem Körper
regelrecht einzulagern und nach Bedarf der Gebärmutter
zuzuführen. Mutter Natur hat hier offensichtlich eine
Sicherung eingebaut, daß weibliche Tiere ihre Art sichern
können, selbst wenn über weite Zeiträume kein
geeigneter Partner zur Verfügung steht.
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