 |
Foto:
Harald Bänsch |
|
 |
Die marinen Tiere haben eine enorme Formenvielfalt entwickelt
und deshalb viele ökologische Nischen besetzt. Ein wichtiges
Element der Nahrungsketten und Nahrungsnetze sind die Planktonfresser,
sie werden von größeren Meerestieren erbeutet, die
ihrerseits anderen Tieren als Nahrung dienen. Die Wechsel-beziehungen
zwischen Räuber und Beute umfassen auch die gemeinsame
Evolution dieser beiden Teile des Ökosystems: Die Evolution
der Beutetiere wird von der Evolution der Räuber beeinflusst
und umgekehrt.
Parasiten, die ihrem Wirt meist schaden, ohne ihn aber zu töten,
müssen die verschiedensten Abwehrmechanismen überwinden
können. Symbionten dagegen leben mit anderen Lebewesen
so zusammen, so dass beide Seiten einen Nutzen davon haben.
Ist in einem Ökosystem ein Überfluss an Nahrung vorhanden,
bringen die dort lebenden Tiere in der Regel eine große
Zahl von Nachkommen hervor. Herrscht aber starke Konkurrenz
um Nahrung, müssen Tiere andere Strategien zu einer effizienteren
Nutzung der Ressourcen entwickeln: Oft haben sie nur wenige
Nachkommen, die sie aber längere Zeit versorgen.
Um die komplexen und energetischen Beziehungen zwischen Pflanzen
und Tieren eines Ökosystems besser vereinfacht darzustellen,
wählen Wissenschaftler oft die Form einer Pyramide:Produzenten
befinden sich an der Basis, Konsumenten sind darüber angeordnet.
Hierbei werden grüne Pflanzen als Produzenten bezeichnet,
da sie Energie, mit Hilfe des Sonnenlichtes im Prozess der Photosynthese,
in Kohlehydrate und Sauerstoff umwandeln und somit Nahrung herstellen.
Die darüber angeordneten Tiere bezeichnet man als Konsumenten,
da sie Pflanzen oder Tiere fressen also Nahrung nur konsumieren.
Einen
Großteil der Energie, ca. 90%, verbrauchen Fische (nicht
Haie) für ihre Bewegung, ihre physiologischen Prozesse
oder das Ersetzen von Gewebe. Nur 10%, der mit der Nahrung aufgenommenen
Energie, verbleiben im Körper des Tieres und werden an
die nächst höhere Ebene weitergegeben. Und so ist
schlussendlich nur noch ein Tausendstel der durch Photosynthese
hergestellten Energie am oberen Ende einer vierteiligen Pyramide
noch verfügbar. Da dort nur noch sehr wenig Energie vorhanden
ist, können sich dort nur sehr wenige Tiere behaupten.
An der Spitze stehen die sogenannten
Top- und Superräuber. Topräuber sind Haie, da sie
eigentlich keiner weiteren Ebene als Nahrung dienen. Superräuber
hingegen, sind Haie, die sich regelmäßig auch von
Topräubern ernähren können. Dies sind z.B. der
große Weiße Hai, Hammerhaie, oder auch Tigerhaie.
Plankton spielt eine wichtige Rolle in Nahrungsketten und
bildet im Meer die Nahrungsgrundlage vieler Organismen. Das
Phytoplankton, das nahe der Wasseroberfläche durch Photosynthese
energiereiche Substanzen bildet, liefert als Primärproduzent
Nahrung für das Zooplankton und die pflanzenfressenden
Fische. Die in der Tiefsee lebenden Organismen sind aufgrund
des Fehlens photoautotropher Organismen auf organische Partikel,
die aus oberen Regionen absinken, angewiesen oder haben sich
durch andere Mechanismen der Energiegewinnung (Chemosynthese)
angepasst.
Bentische Pflanzen,bodenbezogene Organismen
und Tiere bewohnen verschiedene Regionen des Meeresbodens. Der
flache Boden, der vom Strand bis zum Schelf (Festlandsockel
zwischen der Küste und dem Abfall zur Tiefsee) reicht,
dient Mollusken (Weichtieren) Polychaeten (Borstenwürmern),
Krebstieren sowie festsitzenden Algen und Schwämmen als
Lebensraum.
| Stamm Weichtiere |
Mollusca: Käferschnecken,
Muscheln, Schnecken, Oktopus, Kalmar |
| Stamm Ringel-/Gliederwürmer |
Annelida: Röhrenwürmer,
Borstenwürmer, Muschelborstenwürmer, die meisten
davon gehören der Klasse der ....
Polychaeta = Vielborster, an / ca 8000 Species, werden
unterschieden in 2 Hauptgruppen: sessile (festgewachsene),
die hauptsächlich Schlickbewohner sind und andere,
die das Meer durchstreifen |
| Stamm Schwämme |
Poriferen |
| Spaltpflanzen |
Klasse: Blaualgen, Kieselalgen,
Geisselalgen, Grünalgen, Braunalgen, Rotalgen |
Reich - Stamm - Klasse - Ordnung
- Familie - Gattung - Spezies
Der Kontinentalhang reicht von der Schelfregion
bis etwa 3.000 Meter Tiefe und ist nur schwach von Substratfressern
und Filtrierern, wie den Asselspinnen und langstieligen Seelilien,
besiedelt. Hier finden sich nur hoch spezialisierte Haie,
wie der seltene Nasenhai oder die Kragenhaie.
Freischwimmende (pelagische) Haie und andere Meerestiere finden
sich in großer Zahl in den vergleichsweise flachen und
lichtdurchfluteten Wasserschichten über dem Schelf, wo
der größte Teil des Fischfanges stattfindet.
Die sich an den Steilabfall anschließende
Bodenregion der Tiefsee heißt Abyssal. Sie ist eine
lichtlose Zone und durch gleichbleibende Temperaturen sowie
Nahrungsarmut charakterisiert. Ein besonderes Phänomen,
der an diese extremen Lebensbedingungen angepassten Tiere,
ist die Biolumineszenz, die Fähigkeit zur Lichterzeugung.
Biolumineszenz wird verursacht durch winzige Dinoflagelatten,
die ihr eigenes "kaltes" Licht erzeugen können,
wenn sie gestört oder in Bewegung gebracht werden. Vertreter
der Gattung Noctilucta sind gewöhnlich für das Auftreten
dieses "Meeresleuchten" verantwortlich - nicht,
wie oft fälschlicher Weise behauptet wird, Phosphor!
Der kleine Laternenhai, kaum 30 Zentimeter groß, verfügt
über solche Leuchtorgane. Sie sind an der Bauchseite
verteilt und dienen höchstwahrscheinlich dem Beutefang
bzw. der Partnersuche.
Im Reich der Tiere werden alle Konsumenten in drei verschiedene
Kategorien eingeteilt:
herbivor, carnivor und
detrivor.
Lebewesen, die sich nur von Pflanzen oder
pflanzenartigen Organismen ernähren, nennt man herbivor.
Hierunter fallen größtenteils die Organismen des
Zooplanktons. Viele Organismen des Zooplanktons gehören
diesem nur für einen bestimmten Abschnitt ihrer Entwicklung
an. Andere Pflanzenfresser sind beispielsweise Seeigel, Seesterne,
Würmer, und Krebse.
Die sich wiederum von anderen Tieren ernähren,
nennt man carnivor. Haie gehören zu dieser Kategorie,
denn sie ernähren sich fast ausschließlich von
Anderen. Selbst die Filtrierer wie der Riesenhai, der Walhai
und der Riesenmaulhai gehören zu den Carnivoren,
da diese sowohl Zoo- als auch Phytoplankton konsumieren. Bei
Walhaien muss allerdings auch gesagt werden, dass sie nicht
ausschließlich nur Plankton filtrieren, sondern durchaus
auch kleine Fische verschlingen.
Die letzte Gruppe sind die Detrivoren.
Diese ernähren sich von toten Organismen. Muscheln und
Krebse gehören zu dieser Gruppe, aber auch einige Haie,
wenn auch nur zeitweise. Sie erfüllen hier eine wichtige
Aufgabe als Gesundheitspolizei.
Haie sind, wie schon
zuvor mehrfach erwähnt, auf ihre Beute spezialisiert.
Sie haben sich, angefangen bei ihrer Jagdstrategie (Ansitz
oder Sprintjäger), bis hin zu anatomischen Besonderheiten
(Kiemenreusen bei Riesenhaien oder auch Zahnplatten bei Hornhaien
zum Knacken von Muscheln und Krustentieren) auf ihre Beute
eingestellt und sind daher stark betroffen, wenn sich diese
reduziert oder verändert.
|
 |