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Das Reich der Haie hat hinsichtlich deren Fressgewohnheiten
einiges zu bieten: Die einen zeigen ein eher eingeschränktes
Beutespektrum, andere sind eher hochentwickelte Allesfresser.
Haie müssen, wie alle anderen Tiere auch, fressen um
ihre Organe und Muskeln mit Energie zu versorgen, Gewebe zu
ersetzen und um sich fortzupflanzen. Die große Verbreitung
und der damit verbundene Artenreichtum ist nicht zuletzt auch
darauf zurück zu führen, dass Haie sich fast alle
Nahrungsquellen erschlossen haben.
Haie gehören zu den Konsumenten in der Nahrungspyramide,
d.h. sie verzehren das, was andere produziert haben. Die Meere
sind reich an Nahrung und an Nahrungsformen; Haie haben sich
im Verlauf der Evolution ihrer Beute hervorragend angepasst
und Strategien entwickelt, um diese erfolgreich zu jagen.
Der Mako ist die schnellste Haiart und das muss er auch sein,
da er schnelle Beute, wie etwa Thun- und Schwertfische, jagt.
Kleine Haiarten wie die Dornhaie haben ein modifiziertes Gebiss
für ihre Beute (Schalen- und Krustentiere) und die großen
Haie, wie der Wal-, Riesen- und Riesenmaulhai besitzen modifizierte
Kiemenreusen oder spezielle Zähnchen um ihre Nahrung
(Plankton) zu erbeuten.
Es spielt keine Rolle, ob die Beute langsam oder schnell schwimmt,
sich verborgen hält oder sich freischwimmend in der Wassersäule
bewegt. Haie haben Techniken entwickelt, um diese zu erbeuten.
Der Tigerhai wird gerne als Allesfresser oder auch Müllschlucker
der Meere bezeichnet; treffender wäre die Beschreibung
eines am höchsten entwickelten Generalisten. Mit seinem
Gebiss ist er in der Lage Schildkrötenpanzer zu knacken
oder große Stücke Fleisch aus Walkadavern heraus
zu sägen. Er macht Jagd sowohl auf Krustentiere und Fische,
als auch auf Seevögel und Meeressäuger.
Bei größeren Haiarten stehen aber auch noch kleinere
Haie auf der Speisekarte, sowohl die der eigenen oder auch
artfremde Haie.
Wie viel Haie fressen müssen, um ihren
Energiehaushalt auszugleichen ist noch nicht genau bekannt
und hängt sowohl von der Art als auch vom Aktivitätsgrad
ab. Ungefähr 2-3% des eigenen Körpergewichtes scheinen
den meisten Arten täglich auszureichen um den Energiebedarf
zu decken. Da das mit Sicherheit weit weniger ist, als die
meisten Menschen vermuten. Es passt somit nicht in das Bild
einer alles verschlingenden Fressmaschine. Bei einigen Arten
nimmt man auch an, dass sie Fresspausen einlegen und diese
durchaus gut überstehen. Ein Grund hierfür scheint
in ihrer großen und nährstoffreichen Leber zu liegen.
Da Haie nicht jeden Tag Beute machen, können
sie durchaus größere Mengen an Beute fressen. Da
ihr Magen so gut wie keine Vorverdauungsfunktion hat, wird
die Nahrung darin nicht zersetzt. Haie sind durchaus in der
Lage mit ihrem Magen wie mit einem Vorratsschrank umzugehen,
indem sie nur dann ins "Regal" greifen, wenn nötig.
Das bedeutet im Klartext, dass Haie kontrolliert Nahrung dem
Verdauungstrakt zuführen können. In Gefangenschaft
verendeten Tieren konnte selbst nach langer Fresspause (oder
Nahrungsverweigerung) noch fast vollständig frisch erhaltener
Fisch dem Magen entnommen werden.
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