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Harald Bänsch




Im Zusammenhang mit der Anti-Finning-Petition haben wir von Susi Watts/WildAid folgendes Video über Finning bekommen.


Dieser Film eignet sich nicht für Kinder und Jugendliche.
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Der Gejagte

Longlining
Zusammen mit der Grundfischerei, die derzeit wohl größte Bedrohung für unsere Meere. Die s.g. Langleine besteht in der Hauptsache aus einer starken Trageleine, die von einer hydraulischen Winde auf- und abgespult wird; diese Trageleine kann bis zu 50km lang sein. An den beiden Enden der Langleine werden Markierungen (Bojen) angebracht, um diese wieder leichter finden und schneller bergen zu können.

Die Zieltiefe wird in der Regel über Grundgewichte bestimmt, die in regelmäßigen Abständen an der Langleine befestigt werden. Während die Langleine abgespult wird, wird siw in in bestimmten Abständen mit s.g. Leadern versehen.

Diese Leader bestehen aus einem Klips, einer ca. 2m langen Nylonschnur und einem Haken (i.d.R. C-Haken oder J-Haken). Die Haken sind beim einklicken auf der Longline mit Köder versehen - auf einer Länge von ca. 50km sind ca. 10.000 Haken zu finden. Die Langleine verbleibt dann bis zu 48 Stunden im Wasser um möglichst lange und effektiv zu fischen. Danach wird eine der beiden Bojen, die das eine uns das andere Ende markieren, angefahren und die Leine mittels der Winde eingeholt. Ist Beute an den Haken gegangen wird der Leader von der Leine getrennt und die Beute separat an Bord gebracht.

Das Problem bei der Langleinenfischerei ist, daß die Fischer in der Regel nur wertvollen Speißefisch erbeuten wollen, wie etwa Thunfisch und Marlin.

Die Köder locken allerdings nicht nur diese, sondern eine Reihe anderer Meerestiere an, wie beispielsweise Kleinwale, Meeresschildkröten, Rochen und Haie. Meeressäuger und Reptilien ersticken, da sie zum Atmen an die Oberfläche steigenmüssen. Bei Haien und Rochen reicht der eingeschränkte Bewegungsfreiraum nicht aus, um genügend sauerstoffreiches Wasser durch die Kiemenspalten zu pumpen.
Doch die Langleinenfischer sind an solcher Beute nicht interessiert und ähnlich wie bei der Krabbenfischerei wird alles was nicht der Zielbeute entspricht einfach wieder über Bord geworfen.


Finning
Doch seit einigen Jahren, sind auf Grund veränderter Marktbedingungen, die Langleinenefischer auf den Hai gekommen!

Der rasch wachsende Bedarf an Haiflossen für Haiflossensuppe und kuriose Heilmethoden, hat eine zusätzliche Einkunftsquelle für die Fischerei erschlossen. Für ein Kilo hochwertige Haiflosse erhalten die Fischer meist zwischen 25-30 US$ - da die Haie bislang durch keinerlei Quotenregelungen geschützt sind, ein einträgliches Geschäft.

Die enorm hohen Gewinnspannen haben aber auch das organisierte Verbrechen auf den Plan gerufen, sodas es heute bereits eine Haiflossenmafia gibt, welche versucht den weltweiten Handel mit dieser Ware zu kontrollieren. Bedenkt man, daß ein Pfund hochwertige Haiflosse für bis zu 400,-- US$ über den Ladentisch geht, sieht man welch enorme Gewinnspannen hier zu erzielen sind!

Das Barbarische da dieser Praxis ist zudem noch das Finning. Hier wird auf Grund des hohen Zeitdrucks dem Hai bei lebendigem Leib die Flossen vom Körper getrennt und der restliche Körper wieder ins Wasser zurück geworfen. Das Tier verendet oft erst nach einem stundenlangen Todeskampf qualvoll!

Neu eingeführte gesetzliche Grundlagen machen neuerdings in einigen Ländern zur Auflage, die Haie erst in einen Hafen zu bringen und sie dort weiter zu verarbeiten.

Damit soll erreicht werden, daß die Langleinenfischerei auf die Dauer unrentabel und damit eingestellt wird. Die meist recht kleinen Schiffe verfügen nur über sehr begrenzten Stauraum und könnten somit nur einige wenige Haie anlanden. Damit müssten die Fischer pro Tag mehrere hundert mal ein- und auslaufen, um die gleiche Fangquote zu erreichen.

Eine durchaus lobenswerte Initiative der Gesetzgeber, doch ist noch lange nicht geregelt, wie ein solches Gesetz bzw. Verordnung dauerhaft auf deren Einhaltung überprüft werden soll. Bereits in der jüngsten Vergangenheit wurden Fischer gefasst, die versuchten ihren Fang, an Schiffe mit ausländischer Flagge, zu übergeben. Sie wären danach mit leeren Frachträumen in den Hafen eingelaufen und somit keiner Kontrolle negativ aufgefallen.Die Gesetzgeber sind daher weiterhin gefordert, nach Lösungen zu suchen, um dieses hochbrisante Thema effektiv angehen zu können. Eines ist klar - wird weiterhin mit solchen Methoden Raubbau in unseren Meeren betrieben, dann ist der "Selbstbedienungsladen Meer" in wenigen Jahren konkursreif!