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Die Lebensräume
der Haie erstrecken sich von Pol zu Pol, von den eisigen Wassertemperaturen
um den Gefrierpunkt, über die gemäßigten Zonen
bis in die tropischen Regionen mit Wassertemperaturen über
30°C. Manche Arten sind Wanderer über die verschiedenen
Regionen hinaus wie z.B. der Blauhai, andere Arten sind an
ihre unmittelbare Umgebung gebunden und bewegen sich nur innerhalb
eines überschaubaren Bereiches. Ein Grund dafür
sind die Nährstoffe, die in den Ozeanen nicht gleichmäßig
verteilt sind. Aufgrund des geringen Verhältnisses von
nährstoffreichem Oberflächen- zu nährstoffarmem
Tiefenwasser und des Mangels an zusätzlichen Nahrungseinträgen
gleicht ein großer Teil der offenen Meere einer Wasserwüste.
Bei der ungleichen Verteilung der Nährstoffe spielen
verschiedene Faktoren wie Salzgehalt,
Temperatur, Sauerstoffgehalt, Strömungen und Wanderbewegungen
der Organismen, sowie saisonale
Einflüsse durch das Wetter eine Rolle. Die nährstoffreichsten
Gebiete sind die Küstenregionen, Überschwemmungsgebiete
sowie saisonal die Meere am Nord- und Südpol.
Die große Kälte der antarktischen Gewässer
beeinflusst deren Fruchtbarkeit. Salzhaltiges, dichtes Meerwasser
sinkt beim Abkühlen zum Boden. Über dem dichteren
Unterwasser sammeln sich Schwebstoffe und bilden Plankton-ansammlungen,
die zahlreichen Organismen als Nahrungsquelle dienen.
Durch Winde werden Strömungen
an der Oberfläche erzeugt, die durch entgegen-gesetzte
Strömungen in der Tiefe ausgeglichen werden. An den Westseiten
der Kontinente auf der Nordhalbkugel wird das verdriftete
Oberflächenwasser durch kaltes Tiefenwasser ersetzt.
Dieses Wasser, reich an Nährstoffen, steigt nach oben
und ermöglicht ein starkes Wachstum von Phytoplankton
in Form von Diatomeen (Kiesel-algen) und Dinoflagellaten (Panzergeißelalgen).
Das Phytoplankton wird von Zoo-plankton und anderen Konsumenten
wie Krill verzehrt, der wiederum die Nahrungs-grundlage für
viele Fischarten und Wale bildet. Die nährstoffreichen,
antarktischen Gewässer unterliegen der zirkumpolaren
Strömung, die auch als Westwinddrift bekannt ist.
Diese Strömung, die stärkste Meeresströmung
auf der Erde, teilt sich an der Südspitze des südamerikanischen
Kontinents und formt den Humboldtstrom vor der peruanischen
Küste. Aufsteigendes Wasser des Perustromes ersetzt das
durch Winde abgeführte Oberflächenwasser, es gehört
zu den produktivsten Meeresbereichen der Erde.
Ruderfüßer und bestimmte Garnelenarten ersetzen
hier den antarktischen Krill.
Stamm
Gliederfüßler (Arthropoda):über
1 Mio. Spezies
Klasse
Krebse (Crustacea): im Meer
am stärksten vertreten durch ca. 3000 Spezies z.B.: Krabben,
Garnelen, Langusten, viele mikroskopisch klein
Unterklasse
Ruderfußkrebse (Copepoda):
treten in allen marinen Umgebungen auf, ca. 7500 Spezies,
sie sind eine Hauptkomponente des Planktons und ernähren
sich primär von Kieselalgen; spielen eine große
Rolle als Nahrungsquelle für Wirbellose und Fische!
Von diesen Krustentieren ernähren sich riesige Kleinfischschwärme,
die wiederum Seevögeln als Nahrung dienen, welche vielerorts
statt der Wale an der Spitze von Nahrungsnetzen stehen. Die
größte Artenvielfalt bieten die tropischen Zonen.
Die einzige Zone, in welcher bislang keine Haie gesichtet
wurden sind die Gewässer um die Antarktis herum. Hier
wurden weder Haie gefangen noch von Forschern bislang gesichtet.
Riffhaie sind die wohl bekanntesten Vertreter der tropischen
Regionen und der Grönland- und Eishai typische Vertreter
der kalten Meere.
Was für immense Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit
der Haie gestellt werden, wird erst bei genauerer Betrachtung
der einzelnen Lebensumgebungen klar.
In den Lagunen herrschen oft tagsüber Temperaturen weit
über 30°C und mit der Verdunstung des Wassers auch
noch ein ansteigender Salzgehalt. Das freie Wasser ist oftmals
von starken Strömungen gekennzeichnet und bietet keinen
Schutz vor äußeren Einflüssen. Die Tiefsee
ist wohl die lebensfeindlichste Umgebung der Ozeane. Temperaturen
um den Gefrierpunkt, extrem hoher Druck, ewige Dunkelheit
und eine karge meist einseitige Kost aus Schalen- und Weichtieren.
Haie, die hier überleben wollen, müssen all diese
widrigen Bedingungen meistern. Einige entwickelten auch entsprechende
Anpassungen wie beispielsweise Leuchtorgane, die vermutlich
der Jagd und der Partnersuche dienen. Die Haie der polaren
Zonen sind langsame Schwimmer, deren Stoffwechsel und Energiehaushalt
der Geschwindigkeit angepasst sind.
Seit einigen Jahren, sind Besonderheiten bei Süßwasserhaie
einiger Flüsse in Borneo und im Norden von Australien
zu beobachten. Bekannt ist die erstaunliche Fähigkeit
der Bullenhaie vom Salzwasser in Süßwasser zu schwimmen
und sich dort über längere Zeit aufzuhalten - oder
auch lebzeitig.
Entsprechend haben einige endemische Populationen gebildet,
wie etwa die Bullenhaie im Nicaraguasee. Über eine Verbindung
zum Meer sind diese Haie in den See gelangt und haben dort
eine eigene Population gebildet. Ähnliche Beispiele gibt
es auch noch aus Flussläufen wie dem Ganges, dem Mississippi,
dem Tigris oder auch dem Sambesi.
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