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Auch Hai lassen gerne mal
die Muskeln spielenDie Muskeln der Haie entsprechen
in ihrer Form und Funktion im Großen und Ganzen denen
aller Wirbeltiere. Es gibt Muskeln für die unterschiedlichsten
Zwecke: solche die lang ausdauernd sind und kontinuierlich Leistung
bringen, wie z.B. die des Herzen; andere welche ebenfalls vergleichbare
Leistung bringen, aber beeinflussbar sind, wie etwa Muskeln
welche für die Atmung verantwortlich sind; und dann sind
da noch diejenigen Muskelgruppen die nur durch gezielte Impulse
in Aktion treten. Diese unterliegen der direkten Kontrolle des
Gehirns und können nach Belieben bewegt werden.
Die Muskeln der Haie bestehen aus haarfeinen
Fasersträngen, diese enthalten Proteine (Actin und Myosin),
welche die eigentliche Kontraktion erzeugen. In einer Art
chemischen Gegenbewegung "fließen" diese Proteine
hin und her.
Wie die Muskeln der Landwirbeltiere können sich auch
die der Haie nur zusammenziehen und nicht strecken, d.h. die
Muskelgruppen sind gegenläufig d.h. antagonistisch angeordnet.
Wenn sich der eine zusammenzieht dehnt sich der gegenläufige
Muskel und entspannt sich damit.
Vom Zusammenziehen und Strecken, das Biegen der Wirbelsäule,
bei dem sich die Bewegung bis zur Schwanzflosse hin fortsetzt.
Die Kontraktionsbänder der Muskeln verlaufen zickzackförmig
an den Körperflanken des Hais entlang. Die einzelnen
"Muskelbänder" werden auch Myomere genannt.
Diese sind mittels eines Bindegewebes, dem Myoseptum, mit
dem Knorpelskelett verbunden. Die Anzahl der Myomere entspricht
denen anderer Wirbeltiere, doch die besondere Anordnung dieser
Muskeln beim Hai machen diese besonders effektiv; Doch es
sind die zwei verschiedenen Gruppen von Muskeln, welche den
Hai auch hier auszeichnen: die weißen und die roten
Muskeln. Zu etwa 10% besteht das Muskelgewebe des Hais aus
rotem Gewebe und zu etwa 90% aus weißem. Das rote Muskelgewebe
liegt ähnlich einer Bindegewebsschicht unter der Haut
und das Weiße zylinderförmig angeordnet im Körperinneren.
Das rote, gut durchblutete, Muskelgewebe
dient dem Hai zum Schwimmen in "normaler" Schwimmgeschwindigkeit
(ca. 5 km/h). Die weißen, schlecht durchbluteten, Muskeln
sind zuständig für kurze schnelle Sprints, z.B.
zur Jagd schneller Beute oder auf der Flucht. Doch die schlechte
Durchblutung zollt ihren Preis und sorgt dafür, dass
dem Hai relativ schnell die "Puste" ausgeht. Das
bedeutet, dass die Muskeln sehr schnell ermüden, da diese
nicht schnell genug mit Sauerstoff versorgt werden können.
Damit ist auch zu erklären, dass Haie nach einer relativ
kurzen aber schnellen Verfolgungsjagd plötzlich abdrehen
und mit normalem Tempo weiter schwimmen - der Hai ist "ausgepowert"!
Einige wenige Haiarten verfügen
noch über ein "Wundernetz", das sog. Rete mirabile.
Es handelt sich dabei um eine dünne Schicht feinster
Blutbahnen, die im engen Kontakt zu denen stehen, welche das
sauerstoffarme dafür aber warme Blut vom Körperinneren
weg Richtung Kiemen transportieren. Dabei findet eine Art
Wärmetausch statt; das feine Netz von Blutbahnen übernimmt
den Großteil der Wärme, welche sonst über
die Kiemen, an das kalte vorbeiströmende Wasser verloren
gegangen wäre. Mittels dieser anatomischen Besonderheit
sind diese Haie in der Lage, ihre Körpertemperatur bis
zu 12°C über der des sie umgebenden Wassers zu halten
- in der Fachsprache bezeichnet man auch solche Tiere als
Pseudo-Warmblüter. Der Vorteil liegt auf der Hand: ein
jeder Sportler weiß, dass ein warmer Muskel leistungsfähiger
ist als ein kalter. Es handelt sich daher bei diesen Haien
um schnelle kraftvolle Schwimmer und Jäger wie etwa den
Makohaien, dem Fuchshai und auch dem wohl bekanntesten Vertreter
seiner "Zunft", dem Großen Weißen Hai.
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