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Die Lorenzinischen Ampullen sind über die Schnauzenregion,
den Unterkiefer und um die Augen verteilt und sind an der
Hautoberfläche als dunkle Porenöffnungen zu erkennen.
Die von außen gut sichtbaren Poren münden jeweils
in einen Kanal der im Inneren der Haut an einer hochempfindlichen
Zelle endet. Dort werden die schwachen elektrischen Ströme
des im Kanal befindlichen Wassers gemessen. Hauptsächlich
dürften Haie diesen elektrorezeptiven Sinn zum Aufspüren
von Nahrung verwenden. So können sie das bioelektrische
Feld eines im Sand vergrabenen Plattfisches wahrnehmen, oder
sie nehmen aus einer Lauerstellung vorbei schwimmende Beute
wahr.
Der gut getarnt am Boden liegende Schwellhai
wartet auf vorüber schwimmende Beute; bei ihm wurde nachgewiesen,
wie er auf das bioelektronische Feld reagiert: Wenn die Beute
in den Wahrnehmungsbereich der elektrischen Aura schwimmt, beißt
der Hai zu.
Beobachtungen am Hammerhai lassen den Schluss zu, dass er die
Lorenzinischen Ampullen besonders effektiv einsetzt. Seine Beute
sind zu großen Teilen Stechrochen, welche oft im Sandboden
vergraben liegen. Auffallend ist sein wiederholendes Schwenken
des abgeflachten Kopfes vor der Beuteerfassung. Sein breiter
großflächiger Schädel lässt gleichzeitig
auch eine größere Anzahl von Poren zu, mit dessen
er offensichtlich in der Lage ist, die elektromagnetischen Felder
seiner Beute genau zu bestimmen.
Das häufige Auffinden von metallischen Gegenständen
in Haimägen dürfte auf einer Fehlinterpretation der
Signale durch dieses Organ beruhen.
Eine weitere These, dass die Lorenzinischen Ampullen der Navigation
im Erdmagnetfeld dienen wird diskutiert. Die Tatsache, das viele
Haie auch nach längerer Abwesenheit über große
Entfernungen in bestimmte Regionen zurück kehren, würde
dafür sprechen.
Eine kürzlich veröffentlichte
Studie belegte eine weitere Eigenschaft der Lorenzinischen
Ampullen: eine Thermosensibilität dieser gelgefüllten
Hautporen. Unklar ist aber, ob Haie einen eventuell vorhandenen
"Thermofühler" aktiv zur Orientierung oder
auch zur Jagd einsetzen. Zukünftige Untersuchungen hierzu
könnten bald näher Aufschluss darüber geben.
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