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Die Sache mit der Atmung unter
WasserJeder Taucher weiß, wie
unvollkommen unsere Technik im Bezug auf die Atmung unter
Wasser funktioniert. Wir bekommen jederzeit vor Augen gehalten,
daß wir nur Besucher auf Zeit in diesem Element sind.
Doch wie funktioniert
die Atmung bei den Haien?
Fast alle Lebewesen benötigen Sauerstoff zum Leben! Sauerstoff
ist lebensnotwendig: chemische Prozesse, die in den Geweben
und Organen aller Lebewesen ablaufen um durch Verdauung Energie
zu gewinnen, werden erst durch Sauerstoff möglich.
Bei allen landlebenden Wirbeltieren funktioniert der Prozess
des Gasaustausches zum großen Teil in den Lungen und
zu kleinen Teilen über die Haut. Fische und Fischartige
verfügen über keine Lungen (Ausnahmen sind die Lungenfische)
sondern besitzen Kiemen. Diese liegen bei Fischen geschützt
unter deren Kiemendeckeln und bei den Haien innerhalb der
Kiemenspalten.
Das Wasser fließt durch das Maul in die Kiemen und über
die Kiemenspalten wieder hinaus. Alle Haie besitzen mindestens
5 Kiemenspalten, einige wenige 6 oder sogar 7.
Jede Kiemenspalte wird durch einen Bogen
aus Knorpel gestärkt und gestützt. Jede Kiemenspalte
beherbergt hunderte von federartigen Ausstülpungen. Jeder
dieser Strukturen besteht wiederum aus Millionen von mikroskopisch
kleinen Verästelungen: den sog. Lamellen. Diese bilden
eine große Oberfläche um soviel Sauerstoff wie
möglich absorbieren zu können.
Die Lamellen verfügen über sehr dünne Zellwände;
so kommt das Blut sehr nahe in Kontakt mit dem vorüber
fließenden Wasser. Die relativ hohe Sauerstoff-Konzentration
des Wassers führt zu einem Sauerstoffübertrag in
das Sauerstoff ärmere Blut - im umgekehrten Sinn wird
das im Blut vorhandene Kohlendioxid in das Wasser abgegeben,
bevor es die Kiemenspalten verlässt.
Da nur sehr wenige Haie über eine aktive Atmung verfügen
(vergleichbar mit dem Zwerchfell des Menschen) müssen
diese konstant mit frischem Wasser umspült werden. Durch
eine Grundgeschwindigkeit von ca. 3-5km/h wird genügend
frisches Wasser durch die Kiemenspalten "gepumpt",
um alle Organe und Gewebe ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.
Einige Haiarten, vor allem bodenlebende Haie, verfügen
über das bereits erwähnte Saugloch (Spirakulum).
Mit Hilfe dessen sind diese Haie in der Lage über einen
Gewissen Zeitraum Wasser anzusaugen, ohne das Maul öffnen
zu müssen. Das hat den Vorteil, daß sie beim Ruhen
auf dem Meeresgrund kein Sediment mit einsaugen und so die
Kiemenspalten nicht "verunreinigen".
Doch auch diese Atmung funktioniert nur temporär, d.h.
wenn Haie sich in Netzen verfangen oder an die Haken der Langleinenfischer
gehen, müssen diese über kurz oder lang verenden.
Da Haie über keinerlei Lungen oder Gasblasen verfügen,
besitzen diese auch keinerlei gasgefüllte Hohlräume
um einen Auftrieb herzustellen. Dies ist allerdings von großem
Vorteil, bei schnellen Auf- oder Abwärtsbewegungen, welche
den Fischen sonst zum Verhängnis werden würden:
ihre Gasblase würde unter dem schnell ansteigenden Druck
platzen!
Eine anatomische Besonderheit stellen die Kiemen der Wal-
und Riesenhaie dar: sie dienen nicht nur der Atmung, sondern
auch als Reusen zum Fang von Plankton.
Unsere Umgebungsluft enthält ca. 21% Sauerstoff und mit
einem Atemzug können wir Menschen ca. 25% davon aufnehmen.
Das Meerwasser der oberen Schichten enthält ca. nur 1%
gelösten Sauerstoff und dieser Anteil fällt in der
Tiefsee bis auf ca. 1/4 % ab. Mit Hilfe der beschriebenen
extrem großen Oberfläche der Kiemen können
Haie bis zu 4/5 des im Wasser gebundenen Sauerstoffs aufnehmen.
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