Foto: Harald Bänsch

Das Herz
Der Hai - ein Tier mit Herz

Wie bei allen Tieren ist das Herz die Pumpe des Kreislaufsystems das das Blut durch die Blutbahnen, hin zu den Geweben und den Kiemen, pumpt.

Doch wie vieles bei den Haien, ist auch das Herz im Vergleich zu anderen Wirbeltieren etwas anders gebaut. Bei uns Menschen funktioniert der Kreislauf in zwei Schritten:
erst wird das Blut zu den Lungen gepumpt um Sauerstoff aufzunehmen. Danach fließt es zum Herzen zurück um dann erst zu den Geweben befördert zu werden, um Sauerstoff abzugeben und Kohlendioxid aufzunehmen bevor es danach zum Herzen zurückfließt.

Bei den Haien wird das Blut einem Einkreissystem gleich vom Herzen zu den Kiemen und von dort direkt zu den Geweben und Organen gepumpt. Das Herz liegt mittig in etwa auf der Höhe der Brustflossen. Das Herz kommt einer komprimierten Form der Aorta gleich, zusammengefaltet und in vier Kammern aufgeteilt.

Die Herzwände bestehen aus starkem Muskelgewebe, die mit rhythmischen Kontraktionen, das Blut mit gleich bleibendem Druck durch den Haikörper pumpen. Doch das Herz der Haie pumpt nicht nur, sondern auf Grund der besonderen Struktur saugt es in den Entspannungsphasen zwischen den Kontraktionen das Blut an.

Die Hauptarterie befördert das Sauerstoffarme Blut direkt zu den Kiemenspalten, wo sich diese in 5-7 Zweige (je nach Haiart) unterteilen; für jede Kiemenspalte ein Zweig. Diese Zweige verästeln sich immer weiter bis zu mikroskopisch feinen dünnwandigen Äderchen. Hier fließt das Wasser in den Kiemenspalten vorbei und der Gasaustausch kann stattfinden. Das mit Sauerstoff angereicherte Blut fließt aus den Kiemen zurück in eine weitere große Arterie die sich in den Körper verzweigt um alle Organe und Gewebe mit dem Sauerstoffreichen Blut zu versorgen. Die sich in feinste Netze verzweigenden Blutbahnen tauschen über ihre dünnen Wände, Nährstoffe, Gase und Abfallprodukte aus.

Wie schon im Abschnitt zuvor erklärt ist das Blut der Haie und Rochen sehr Harnreich; die roten Blutkörperchen werden allerdings nicht wie bei anderen Wirbeltieren im Knochenmark, sonder von der Milz gebildet. Das Blut entspricht in seiner Zusammensetzung dem Bauplan aller Wirbeltiere. Es enthält sowohl rote als auch weiße Blutkörperchen, welche verglichen mit dem Menschen identische Aufgaben besitzen.

Eine reiche Anzahl von Drüsen regelt die Zusammensetzung des Blutes als auch den Gehalt an Hormonen. Diese Hormone welche in den Blutkreislauf abgegeben werden, regeln viele Prozesse im Innern des Körpers, wie etwa den Energiehaushalt, Stoffwechsel, Wachstum und die geschlechtliche Entwicklung.

Über ein weit verzweigtes Netz an Blutbahnen (2-3 Blutkreisläufe) fließt das Blut durch die Leber zum Herzen zurück. Zu diesem Zeitpunkt hat das Blut einen Großteil seines Drucks verloren, daher sind die Wände der Kapillaren dieser Blutbahnen, im Gegensatz zu den Arterien, schlaff und weich. Nachdem es zum Herzen zurück gesaugt wurde, fließt es durch alle vier Kammern des Herzen, wo jede Kammer eine eigene Struktur besitzt. Neuer Druck wird aufgebaut um das Blut abermals auf seine Reise durch den Körper zu senden.