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Haie
können, ähnlich den Menschen, durch Öffnen und
Schließen der Pupille die Intensität des einfallenden
Lichtes regulieren. Eine Fähigkeit die den Knochenfischen
gänzlich fehlt. Allgemein wird die Brechkraft des Auges
durch das umgebene Medium, durch die Hornhaut und Linse beeinflusst.
Da die Hornhaut des Haiauges unter Wasser keinen Einfluss auf
die Lichtbrechung hat, wird die Linse zur optischen Hauptstruktur.
Diese ellipsenähnliche, kristalline Linse besitzt einen
sehr hohen Lichtbrechungswert. Bei Zitronenhaien beträgt
dieser 1.66, was einem Dioptrienwert von rund 140 entspricht.
Im Vergleich hierzu besitzt die menschliche Linse lediglich
einen Wert von etwa 20 Dioptrien.
Die Augenbewegungen werden von drei Muskelpaaren kontrolliert,
welche einerseits schnelle Bewegungen des Auges etwa bei der
Verfolgung eines Beutetieres, andererseits langsamere zur Fokussierung
des Bildes auf der Netzhaut ermöglichen.
Bei anderen wie etwa bei Grauhaien hat
sich das unter Lid zu einer Art Nickhaut entwickelt, wie sie
bei höheren Wirbeltieren (z.B. Adlern) vorhanden ist. Bei
Reizungen der augennahen Haut und beim Öffnen des Kiefers
etwa in der Angriffssequenz auf ein Beutetier schiebt sich die
Nickhaut schützend vor das Auge. Die Nickhaut schließt
immer von unten nach oben! Da diese bei vielen Haien, wie z.B.
dem Weißen Hai, fehlt schützen diese sich, indem
diese den Augapfel nach hinten drehen, um in der Zubisssequenz
das Auge vor Beschädigungen durch ein sich wehrendes Beutetier
zu schützen. Alle bis anhin untersuchten Netzhäute
besitzen beide bekannte Typen lichtsensibler Zellen, nämlich
Zäpfchen (Farbe) und Stäbchen (schwarz-weiss). Die
Anzahl der Stäbchenzellen überwiegt, was die Sehfähigkeit
bei schlechten Sichtverhältnissen erhöht. Bemerkenswert
ist auch der Umstand, dass die Zusammensetzung der lichtempfindlichen
Chemikalien in den Stäbchenzellen auf die Wellenlängen
des zur Verfügung stehenden Lichtes genau abgestimmt ist.
Um den Wechsel von Dunkel zu Hell für seine Augen schadlos
vollziehen zu können benötigt der Hai daher ca. 1
Stunde.
Für
eine weitere Sensitivitätssteigerung sorgt eine reflektierende
Schicht hinter der Netzhaut :
das sogenannte Tapetum lucidum. Licht, das durch die Sehzellen
dringt, wird durch dieses im Augenhintergrund wie von einem
Parabolspiegel reflektiert, was dazu führt, daß
die Sehschicht ein zweites Mal durch einfallendes Licht gereizt
wird. Wird ein Haiauge angeleuchtet, reflektiert das Licht
wie ein Katzenauge. Das Tapetum lucidum ist eine Struktur,
die mit reflektierenden Guaninplättchen bedeckt ist.
Diese sind in einem Winkel angeordnet, der das Licht entlang
der Stäbchen-Längsachse auf der Netzhaut zurückwirft.
Derartige Reflektoren können darauf abgestimmt werden,
Licht auf ganz bestimmte Wellenlängenbereiche zu reflektieren.
Bei Haien der lichtdurchfluteten Bereiche werden die Lichtstäbchen
durch Gelsäckchen geschützt, die ein dunkles Pigment
(Melanin) enthalten.
Haie können Farben erkennen.
Eine höhere Sensibilität gegenüber Signalfarben
wollen Forscher ebenfalls entdeckt haben. Beim gut erforschten
Zitronenhai entdeckte man in bestimmten Abschnitten der Netzhaut
eine erhöhte Anzahl lichtempfindlicher Zellen, den s.g.
visuellen Streifen. Dieser ermöglicht dem Zitronenhai,
während dem Patrouillieren unmittelbar über dem
Meeresboden sein Aktionsfeld visuell optimal zu erfassen.
Auffallend
ist die hohe Varianz bei Haiaugen in Bezug auf Größe
und Lage. Aktive Jäger wie die pelagisch lebenden Hochseehaie
besitzen hingegen große Augen. Im Gegensatz zu der lange
verbreiteten Meinung das Haie über eine schlecht entwickelte
visuelle Wahrnehmung verfügen, ist heute sicher, dass
Haie für deren Bedürfnisse optimal angepasste Augen
besitzen.
Abb. Schematische Darstellung des Sehfeldes
bei Haien
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