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Haie und ihre Jagdstrategien

Haie haben sich anatomisch ihrer Beute angepasst. Aber das alles würde ohne die passenden Jagdstrategien nichts nützen. Sie sind in vielerlei Hinsicht perfekte Jäger: kraftvolle Schwimmer, die sich nahezu lautlos ihrer Beute nähern, mit mehreren superfeinen Sinnen und scharfen Zähnen ausgestattet.
Wie für alle Räuber, gilt auch beim Hai, dass einer risikoloseren kleineren Beute, im Gegensatz zu einer gefahrvolleren, meist den Vorzug gegeben wird. Die Gefahr verletzt und damit selber zur Beute anderer Haie zu werden ist diesen Tieren zu groß.
Die Jagdstrategien sind so facettenreich wie das Reich der Haie selbst. Da das Spektrum einzelner Arten und ihr arttypisches Jagdverhalten den Rahmen sprengen würde, stellen wir stellvertretend nur einige vor.

 
Ansitzjäger/Lauerjäger:
Diese Art zeigt eine erstaunliche Strategie. Das Tier tarnt sich, indem es leicht zugedeckt im Sediment wartet bis ein Fisch in seine Reichweite kommt. Ist die Beute nahe genug, reißt das Tier sein Maul auf und der Fisch wird durch den Sog eingezogen.


 
Sprintjäger:
Der Mako ist der wohl beste Vertreter dieser Kategorie. Mit einer Spitzengeschwindigkeit von nahezu 70km/h ist er das schnellste Meerestier überhaupt. Das muss er auch, denn seine Beute ist flink. Thunfische und Marline sind ebenfalls schnelle Sprinter und um diese erbeuten zu können, muss der Mako ordentlich "Gas" geben können!


 
Filtrierer:
Drei Arten gehören zu den Filtrierern. Der bekannteste Vertreter ist wohl der Walhai. Seine Jagdstrategie beschränkt sich lediglich darauf, den Planktonschwärmen zu folgen. Bis zu 1 Mio. Liter Wasser durchfließen sein Maul, um daraus etwa 2-3 kg Nahrung pro Maulöffnen zu gewinnen. Im Gegensatz zu dem Riesenhai ist der Walhai dabei ein aktiver Sauger.


 
Bodenjäger:
Der Ammenhai gehört wohl in diese Kategorie. Er ist kein besonders ausdauernder Schwimmer und mehr für das Leben am Boden geschaffen. Der Ammenhai frisst daher "langsame" Beute wie Krustentiere, die er aus ihren Verstecken heraussaugen oder auch -pusten kann. Der Ammenhai kann dabei einen so starken Wasserdruck erzeugen, , mit dem er in der Lage wäre, einen Hummer aus seinem Panzer zu schießen!


 
Tarnkünstler:
Der Wobbegong hat sich durch seine Körperzeichnung und zum Teil auch durch bartelartige Fortsätze seiner Umgebung angepasst, so dass er sich kaum vom Untergrund abhebt, solange er sich nicht bewegt. Gleich dem Engelshai schießt er hervor, sobald ein Beutetier in seine Reichweite gerät.


 
Einkreisen:
Die Fuchs- oder auch Drescherhaie genannt, haben eine eigene Technik zur Jagd entwickelt. Mit ihren verlängerten Schwanzflossen (kann bis zu 2/3 der gesamten Körperlänge ausmachen) halten sie ihre Beutefische in Schach um dann mit kurzen Vorstößen diese zu ergreifen, oder mit gezielten Schwanzschlägen zu betäuben um danach vertilgen zu können.

Ein eher ungewöhnliches Fressverhalten stellt das jährliche Auftauchen von Tigerhaien in einer Brutkolonie von Albatrossen auf Hawaii dar. Es ist faszinierend mit welchem Timing die Tigerhaie genau dann auftauchen, wenn die jungen Albatrosse flügge werden und die schützenden Nester verlassen. Nach misslungenen Flugversuchen landet dann der eine oder andere Jungvogel schon mal in der Lagune; dort warten die Tigerhaie auf ihre Chance. Wenn die Jungvögel die Flugkunst beherrschen und die Insel verlassen, verschwinden auch die Tigerhaie wieder.