Foto: Sacha Kellersohn

Die Sache mit den Hainetzen

Der Tourismus ist weltweit ein großes Geschäft, sehr viel Geld und Profit ist hier involviert, denn jedes Jahr zur Urlaubszeit strömen die Erholungsbedürftigen in die Urlaubsländer ihrer Wahl. Die Sonnenhungrigen und die Wassersportler zieht es jedes Jahr an die Strände um dort ihren Hobbys nachzugehen oder um zu relaxen.
Das Auftauchen von Haien oder sogar Unfälle mit Haien dürftenwohl in der Rangliste der Alpträume von Hotelmanagern ganz oben rangieren.
Nach einer Serie von Haiunfällen in den sechziger Jahren wurden daher in vielen Regionen s.g. Schutznetze ausgebracht um die Strände "haifrei" zu halten. Das hat u.a. dazu geführt, das übertriebener Aktionismus eben diese Herren bewegt hat Druck auf die Verwaltungen und Regierungen auszuüben um aus deren Sicht geeignete Maßnahmen zu ergreifen um diesem "worst case" zu verhindern.

Heute, einige Jahrzehnte nach diesen Ereignissen liegen immer noch Netze vor der Küste von KwaZulu Natal (Südafrika), Australiens und einigen anderen Küstenabschnitten anderer Nationen und richten in einem Jahr mehr Schaden an, als daß sie in dieser ganzen Zeit Nutzen eingebracht haben. Die Tatsache, daß ca. 45% der Haie auf der Innenseite der Netze (d.h. der dem Strand zugewandte Seite) gefangen werden, scheint die Offiziellen dieser Region weiter nicht zu stören, wie auch die Tatsache das jährlich hunderte Delphine, Seeschildkröten, Rochen und Kleinwale in diesen "Lebensfallen" eine qualvolles Ende finden.

Ein weiterer "Beitrag" zum Umweltschutz ist auch die Tatsache, daß von dem in Südafrika unter Schutz stehenden Weißhai in etwa 50 Exemplare ins Netz gehen und nur tot entnommen werden können. Die "Release Rate", also die Quote der lebenden Freilassung von Haien, steht momentan bei 8% - kein Kommentar!

Der einzig wirksame Schutz vor Haien ist, daß man sich mit dem Verhalten dieser faszinierenden Tiere auseinandersetzt. Eine andere Chance haben wir Menschen und vor allem der Hai nicht. Solange wir nicht bereit sind, zu akzeptieren das es noch andere "Meisterstücke" der Natur gibt, werden wir noch lange nach Antworten auf Fragen suchen, die sich von alleine nicht beantworten. Erst wenn wir bereit sind unsere Blickrichtung für die Haie zu ändern, haben die Haie und damit auch die Menschheit eine Chance zu überleben!

Andere Länder beschreiten schon heute andere Weg in Bezug auf "Ökotourismus" in Verbindung mit Haien. Auf den Bahamas errechnete das Ministerium für Tourismus das jeder lebendige Hai jährlich US$ 20.000,-- an Einnahmen einbringt, also deutlich mehr als diese US$25-30,-- pro Pfund Haiflossen. Ähnliche Projekte wie auf Walkers Cay werden auch anderen Orts angedacht - eine Tendenz die es zu unterstützen gilt, haben wir hier doch eine Win-Win-Situation für beide Seiten!