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Foto:
Rainer Heftrich |
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Die Verhältnisse, Zusammenhänge
und Abhängigkeiten innerhalb der marinen Lebensgemeinschaften
sind komplex und deren Darstellung füllt mehrere Bände.
Daher sind an dieser Stelle nur die drei wichtigsten Beziehungen
beschrieben. Parasitäre, symbiotische und kommensalistische
Verhältnisse.
Parasitär:
Ein Partner erlangt zu Lasten des anderen einen Vorteil. Parasiten
können ihren Wirt temporär oder dauerhaft schädigen
und sogar zu dessen Tod führen.
Symbiose:
Hier liegt ein Gleichgewicht der Partnerschaft vor, d.h. beide
Seiten profitieren gleichermaßen voneinander und können
so eigene Defizite ausgleichen.
Kommensalismus:
Hier profitiert nur ein Teil der beteiligten Organismen. Trotzdem
liegt kein parasitäres Verhältnis vor, da der Wirt
vom "Kommensalist" nicht beeinflußt oder geschädigt
wird.
Die bekanntesten Begleiter der Haie
sind Pilotfische, Schiffshalter (auch Remoras genannt). Pilotfische
machen ihrem Namen leider keine Ehre; nicht wie in frühen
Zeiten behauptet, führen diese den Hai zur Beute, sondern
profitieren auf kommensalistische Weise vom Hai. Im Detail ist
dies Schutz vor anderen Räubern, teilweise "surfen"
diese auch auf der Bugwelle des Hais (Schnauzenregion) und profitieren
so von Futterresten als auch einer energiesparenden Fortbewegung.
Schiffshalter
sind dagegen meist eher störend für Haie. Sie sind
fast unablässig auf der Körperoberfläche der
Haie unterwegs, um eine günstige Position zu erlangen.
Haie zeigen sich äußerst "entnervt" von
der andauernden Belästigung durch die Schiffshalter,
da diese sich oft an sensorisch oder hydrodynamisch sensiblen
Regionen ansaugen, so daß sie versuchen den Saugfisch
durch unterschiedlichste Manöver abzuschütteln.
Dies führt teilweise soweit, daß einige Arten aus
dem Wasser springen und durch das Zurückfallen auf die
Oberfläche den Saugfisch abschütteln - leider hat
diese Praxis nur einen temporären Effekt.
Putzerfische
gehen die einzig bislang bekannte echte Symbiose mit Haien
ein. Am Riff suchen Haie regelmäßig die Putzerstationen
dieser kleinen Fische, auf um sich von lästigen Ektoparasiten
befreien zu lassen.
Ruderfußkrebse
sind die Geißel der Haie. Sie kommen sowohl als Endo-
als auch als Ektoparasiten vor. Für den Taucher sind
diese oft als dunkle elipsenförmige Flecken im Bereich
von Rückenflosse oder der Kopf- und Kiemenregion sichtbar.
Sie können von einigen Millimetern bis mehrere Zentimeter
groß werden. Bei der nebenstehenden Abbildung sind sie
auch anhand ihrer Eierschnüre an der Rückenflosse
zu erkennen.
Nur eine verschwindend geringe
Anzahl von Haien ist überhaupt in der Lage Meeressäuger
zu erbeuten. Robben, Delphine und kleinere Walarten können
für diese zur Beute werden. Haie und Delphine teilen
sich entgegen der landläufigen Meinung die selbe Umgebung.
Da beide Tiergruppen oftmals die gleiche Art von Beute erjagen
ist das auch nur logisch.
Wale können Haie in der Regel nur dann erbeuten, wenn
es sich um unerfahrene Jungtiere oder um kranke und schwache
Tiere handelt. Immer wieder kursieren Bilder in den Zeitschriften,
welche Schwertwale (Orcas) auf der Jagd nach Haien zeigen;
in der Tat verhält es sich hier wie zuvor beschrieben,
nur im umgekehrten Verhältnis.
Robben wurden immer wieder beobachtet, wie diese ein gefährliches
Spiel mit den Haien spielten. Sie versuchten den Hai an der
Schwanzflosse zu beißen und so diesen zu verunsichern
und zur Flucht zur veranlassen. Auch Reptilien, wie Schildkröten,
bereichern den Speiseplan einiger Haiarten. Vor allem Tigerhaie
verfügen über ein Gebiß, mit welchem sie die
Panzer der Schildkröten knacken können. Und auch
Vögel werden nicht selten erbeutet. Auf einer kleinen
Insel nahe Hawaii kann jedes Jahr immer wieder beobachtet
werden, wie sich Tigerhaie in einer Bucht einfinden, wo Albatrosse
brüten und ihren Nachwuchs großziehen.
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