Foto: Harald Bänsch

Die drei Fortpflanzungsformen
I
m Verlauf der Evolution haben Haie verschiedenste Mechanismen entwickelt, um sich fortzupflanzen, wobei generell 3 Formen unterschieden werden. Eierlegende Haie (Oviparie), lebendgebärende Haie (Viviparie) und Haie, deren Eier im Körper schlüpfen und dann gleich wie die lebendgebärenden auf die Welt kommen (Aplacentale Viviparie).

Die als primitiv geltende Oviparie kommt bei etwa 20% aller Haiarten vor wie bspw. die Katzenhaie. Die aplazentale Viviparie umfasst etwa 50% aller bekannten Haiarten und die Restlichen sind lebendgebärend.


Oviparie
Bei den eierlegenden Arten wird je nach Art ein Ei oder mehrere gebildet . Diese Eikapseln, sie variieren je nach Art hinsichtlich Form und Grösse, verfügen über klebrige Haltefäden an allen vier Ecken, die nach kürzester Zeit hart werden Eierlegende Haie können die Eier nicht aktiv ausstossen, sondern die aus der Kloake hängenden "Fäden" werden so lange am Untergrund entlang gezogen, bis sie sich irgendwo anhängen, und das Ei dann passiv herausgezogen wird. Solche Haltepunkte sind Korallenstöcke, Felsen oder auch Pflanzen (z.B. Kelp).Im Kontakt mit Wasser härten die Fäden (hornartig) als auch die Kapsel aus und bilden so den für diese Art wund Weise bestmöglichen Schutz vor äußeren Einflüssen.
Von diesem Zeitpunkt an ist der Embryo auf sich gestellt und allen äußeren Einflüssen schutzlos ausgesetzt. Am oberen und unteren Ende ist die Kapsel wasserdurchlässig. Dadurch entsteht eine Strömung im Kapselinneren, die die Ausscheidungsprodukte des Embryos bzw. Junghais ausspült und diesen gleichzeitig mit Sauerstoff versorgt.
Ist die Zeit gekommen, drängt der Junghai durch heftige Schwimmbewegungen aus seiner Eikapsel und ist von da an nur noch anhand seiner Größe von seinen Eltern zu unterscheiden. Die leeren Eikapseln werden häufig an den Strand gespült und können dort leicht aufgesammelt werden; sie werden oft auch als die Handtaschen der Meerjungfrauen (Nymphentäschchen) bezeichnet.

Aplazentalen Viviparie
Ganz anders sieht es bei der aplazentalen Viviparie aus: die Embryonen schlüpfen bereits im Mutterleib aus ihren Kapseln und verbringen den Rest ihrer Entwicklung in der Gebärmutterregion. Dort werden sie durch zusätzliches Dottermaterial von der Mutter weiter versorgt, bis sie schlussendlich die eigentliche Geburtsgrösse erreicht haben und geboren werden.

Diese zusätzliche Ernährung kann soweit gehen, dass die grössten Embryonen sich sogar von ihren kleineren Geschwister ernähren und es zum eigentlichen Kannibalismus kommt.
Das beste Beispiel ist der Sandtigerhai: Das führt dazu, daß nur zwei Haie das "Rennen" machen (Grund: zwei getrennte Gebärmütter) diese dafür zum Zeitpunkt der Geburt eine beachtliche Größe aufweisen (bis zu 1,20 Meter).

Viviparie
Die Viviparie stellt eine hohe Entwicklungsstufe dar. Feinste Blutbahnen, die vom Dottersack mit dem Embryo verbunden sind, verwachsen mit dem uterinen System des Mutterhais.
Dadurch werden Nährstoffe und Sauerstoff an den Embryo übertragen und auch Abfallstoffe abtransportiert.