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Die meisten Menschen haben ein
uniformes Bild vom Hai - ein stromlinienförmiger Körperbau,
wie ihn die Vertreter der Makrelen- und der Grundhaie zeigen.
Bei den meisten Vertretern der Haie trifft dies auch zu: ihr
Körper hat meist einen strömungsoptimalen Körperbau,
der dem sog. goldener Schnitt (3:5:8) entspricht.
Sie verfügen über mindestens eine Rückenflosse,
manche Arten mit Dornen an deren Basen; ein Paar Brustflossen
die dem Stil der Fortbewegung angepasst sind und bei manchen
Arten tragflächenartige Ausmaße erreichen; ein Paar
Bauchflossen und von der Art abhängig auch eine Analflosse;
wie auch die Brustflossen ist die Form der Schwanzflosse ebenso
dem Stil der Fortbewegung angepasst und prägt wie alle
Merkmale des Körperbaus die Lebensweise der jeweiligen
Art.
Lediglich die Vertreter der Engels- und Teppichhaie weichen
von diesem Bauplan ab. Sie gleichen eher einen ihrer Vertreter
des Freiwassers, welcher von einer Dampfwalze überrollt
wurde. Ihr Körperbau dient nicht dem Zweck einer kontinuierlichen
Fortbewegung; diese Haie vertrauen hauptsächlich auf ihre
Tarnung oder der Fähigkeit sich im Bodengrund einzugraben.
Klicken Sie auf den jeweiligen
Bildausschnitt.
Die Haut des Hais ist durch Plakoidschuppen geprägt.
Diese Haut besteht aus unterschiedlichen Gewebearten,
wie Bindegewebe, Muskelfasern, Nervenzellen die auf äußere
Einflüsse reagieren und einem feinen System von Blutbahnen,
um die Haut mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen.
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Es gibt Muskeln für die unterschiedlichsten Zwecke:
solche die lang ausdauernd sind und kontinuierlich Leistung
bringen, wie z.B. die des Herzens; andere welche ebenfalls
vergleichbare Leistung bringen, aber beeinflussbar sind,
sind etwa Muskeln, die für die Atmung verantwortlich
sind; und dann sind da noch diejenigen Muskelgruppen,
die nur durch gezielte Impulse in Aktion treten. Diese
unterliegen der direkten Kontrolle des Gehirns und können
nach Belieben bewegt werden. mehr |
Muskeln und das Knorpelskelett ergänzen sich und
verleihen dem Hai die notwendige Körperform. Das
Stützkorsett verläuft in unterschiedlichen Formen,
Größen und Stärken durch den gesamten
Körper des Hais, angefangen am Schädel bis hin
zu allen Flossen, sogar die Kiemenspalten werden durch
Knorpelstrukturen gestützt. mehr |
Haie können, ähnlich den Menschen, durch Öffnen
und Schließen der Pupille die Intensität des
einfallenden Lichtes regulieren. Eine Fähigkeit die
den Knochenfischen gänzlich fehlt. Die Augenbewegungen
werden von drei Muskelpaaren kontrolliert, welche einerseits
schnelle Bewegungen des Auges, etwa bei der Verfolgung
eines Beutetieres, andererseits langsamere zur Fokussierung
des Bildes auf der Netzhaut (Retina) ermöglichen.
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Einige Haiarten, vor allem bodenlebende Haie, verfügen
über ein Saugloch (Spiraculum). Mit Hilfe dessen
sind diese Haie in der Lage über einen Gewissen Zeitraum
Wasser anzusaugen, ohne das Maul öffnen zu müssen.
Das hat den Vorteil, dass sie beim Ruhen auf dem Meeresgrund
kein Sediment mit einsaugen und so die Kiemenspalten nicht
"verunreinigen". mehr
(Atmung) |
Bei den Dornhaien und einigen Arten der Hornhaie, sitzt
an der Basis der ersten und bei einigen Arten auch an
der Basis der zweiten Rückenflosse jeweils ein Dorn,
der wiederum je nach Art sichtbar ist oder durch evolutionsbedingte
Rückbildung bereits im Körper verborgen liegt.
Diese Dornen dienen dem Eigenschutz vor Fressfeinden und
größeren Artgenossen. Ein Jäger, der einen
solchen Hai als Beute wählt, wird auf sehr schmerzliche
Weise den Wirkungsgrad dieser Dornen erfahren und den
Hai wieder ausspucken. |
Die Rückenflossen zum einen dem Gleichgewicht und
der Stabilität des Hais, vergleichbar mit der Kielfinne
von Segelbooten. Ohne die Rückenflossen würde
der Hai mit dem Bauch nach oben treiben und könnte
keine stabile Schwimmlage mehr herstellen.
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Vertreter der Familie der Carcharhinus besitzen eine
anatomische Besonderheit, welche sonst bei anderen Haiarten
nicht
zu finden ist: das "Precaudal Pit". Die ist
ein durch einen Hautlappen abgedeckte Furche, welche
unmittelbar auf der Schwanzwurzel sitzt. Die genaue
Funktion und der Nutzen für die Tiere ist aber bis
heute nicht bekannt. |
An der Spitze des oberen Lobus findet man bei vielen Arten
eine Verlängerung welche mit einer dreieckigen Einbuchtung
endet. In der Fachsprache wird diese auch als Subterminalkerbe
bezeichnet; sie dient, wie sollte man es auch anders vermuten,
hydrodynamischen Aufgaben. Sie reduziert Verwirbelungen,
welche durch die Bewegung der Schwanzflosse erzeugt werden.
Der Nachteil einer heterozerkalen Schwanzflosse ist, dass
diese durch die ungleiche Größe der Lappen
einen permanenten Abtrieb erzeugt, welcher durch die Brustflossen
ausgeglichen werden muss. Zum einen besitzen solche Haie
in der Regel ein flacheren Kopf der durch seine größere
Fläche der Abwärtstendenz entgegen wirkt. Hammerhaie
stellen wohl hier in diesem Fall die Spitze der Anpassung
dar. Andere Haie gleichen diesen Effekt durch größere
Brustflossen aus, die auf gleiche Weise den Abwärtsschub
ausgleichen. |
Die Schwanzflosse ist das resultierende Antriebsorgan
des Hais und dient mit nur einer Ausnahme allein der Erzeugung
von Vortrieb. Die Fuchs- oder auch Drescherhaie, deren
Schwanzflosse mehr als 50% der Gesamtlänge ausmachen
kann, benutzen diese, um Beute zu machen. Die Größe
und die Form der Schwanzflosse variiert stark, je nach
Lebensweise und Lebensraum des Hais. Schwanzflossen von
bodenlebenden Haiarten haben in der Regel einen viel größeren
oberen Lobus (Schwanzflossenlappen) und einen wesentlich
kleineren unteren Lobus. Die Mehrzahl der Arten verfügt
über eine Schwanzflosse mit mehr oder minder in der
Größe ungleichen Schwanzflossenlappen, diese
Form wird auch als herterozerkal bezeichnet.
Die Form und Größe der Brustflossen steht daher
im direkten Verhältnis zur Schwanzflosse. Nur die
Vertreter der Makrelenhaie verfügen über eine
Schwanzflosse mit nahezu gleich großen Lappen. Diese
sind schnelle Sprinter, die explosionsartig beschleunigen
können. Die Schwanzwurzel dieser Haie ist auch durch
einen oder zwei Seitenkiele verstärkt, die eine bessere
Kraftübertragung auf die Schwanzflosse ermöglicht.
Die bekanntesten Vertreter sind der Weiße Hai und
der Makohai. |
Bei fast allen fischartigen Lebewesen stellt die Schwanzwurzel
den Teil des Körpers mit dem geringsten Durchmesser
dar. Dieser Teil des Körpers wird durch weit
aus weniger Muskelmasse und Skelett unterstützt
als andere Teile. Die Schwanzflosse stellt aber
den resultierenden Hauptantrieb
dar und die Kraft muss entsprechend auf diesen übertragen
werden. Starke, schnelle Schwimmer wie Thunfische, Marline
und viele Haie haben daher eine körperliche Besonderheit
entwickelt um die notwendigen Kräfte übertragen
zu können, ohne das dieser Schwachpunkt bricht.
Diese Tiere verfügen über entweder einen oder
manche sogar über zwei sog. Seitenkiele; dies sind
deutlich sichtbare Verstärkungen an der Außenseite
beider Seiten. Diese Kiele funktionieren wie Streben,
welche den beanspruchten Bereich zusätzlich verstärken
und zudem bei der Bewegung Gegenkräfte erzeugen,
die die Schwanzflosse wieder in deren Ausgangslage zurück
bewegen. |
Die Geschlechter der Haie sind von Geburt an gut zu unterscheiden,
denn Haie besitzen äußere Geschlechtsorgane.
Männliche Haie verfügen über die paarweise
angeordneten Klammerorgane oder auch Klasper genannt.
Entgegen gängiger Meinung, ist aber von Geschlechtsreife
an nur einer der beiden Klasper in Funktion. Wird dieser
aus irgendwelchen Gründen funktionsunfähig,
kann nicht auf den zweiten Klasper zurückgegriffen
werden. Bei männlichen Haien kann der Zeitpunkt der
Geschlechtstreife in etwa mit der Länge der Klasper
bestimmt werden.
Kloake [weibl.]
Weibliche Haie verfügen lediglich über eine
Kloake, d.h. eine Öffnung die gleichzeitig der Fortpflanzung
und dem Ausscheiden von Kot und Urin dient. |
Die Bauchflossen und die Analflosse erfüllen Zwecke
die der Strömungsoptimierung dienen. Sie leiten das
Wasser um/am Hai vorbei und verstärken so den Effekt
einer energieschonenderen Fortbewegung. |
Haie können ihre Brustflossen ähnlich einem
Höhenruder eines Flugzeuges bewegen, mit dem Nachteil
das sie diese nicht so steil stellen können, um mit
ihnen abzubremsen.
Alle Flossen haben eines gemein: sie sind alle beweglich
und dienen alle der hydrodynamischen Optimierung des Haikörpers.
Genau genommen schwimmen Haie nicht, sondern gleiten durch
das Wasser. Einem Flugzeug gleich, bildet sich um die
Brustflossen eine Schicht aus Wirbeln auf denen der Hai
gleitet und so einen dem Fliegen gleichen Zustand erreicht.
In der Regel verfügen die pelagischen Haie über
wesentlich größere Flossen d.h. längere
Flossen als Haie der flachen Küstenbereiche und den
am Boden lebenden Haien. |
Das Wasser fließt durch das Maul in die Kiemen und
über die Kiemenspalten wieder hinaus. Alle Haie besitzen
mindestens 5 Kiemenspalten, einige ganz wenige Arten verfügen
über eine weitere und damit siebente Kiemenspalte.
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Bei den meisten Haien ist während des normalen Schwimmens
das Gebiss nicht oder nur ansatzweise zu sehen. Durch
das unterständige Maul sollten sich eigentlich Probleme
beim Fressen ergeben, oder?
Sokrates war der Meinung, Haie müssten sich zum fressen
auf den Rücken drehen. Da er nicht in der Lage war,
Haie beim fressen zu beobachten, konnte er seine eigene
Theorie nicht widerlegen oder eben bestätigen. Was
passiert eigentlich genau beim Beißen?
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Sinne
(Tasten/Schmecken) |
Die Nasengruben haben je eine Öffnung für ein-
und ausströmendes Wasser, welches mit geringem Widerstand
das sensible mit feinsten Sinneszellen durchsetzte Gewebe
passiert. Die Geruchsstoffe, die im Wasser gelöst
an den Sinneszellen vorbei strömen, werden in den
selben Zellen in Signale umgewandelt und an das Vorderhirn
und entsprechend das zentrale Nervensystem weitergeleitet.
Sinne
(Geruch) |
Über die Schnauzenregion, den Unterkiefer und um
die Augen sind an der Hautoberfläche, dunkle Porenöffnungen
zu erkennen; die lorenzinischen Ampullen.
Die von außen gut sichtbaren Poren münden jeweils
in einen Kanal der im Inneren der Haut an einer hochempfindlichen
Zelle endet. Dort werden die schwachen elektrischen Ströme
des im Kanal befindlichen Wassers gemessen. mehr |
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