Schmecken

 

Berührung Tigerhai

 

Augenschutz beim Weißen Hai

Untersuchungen ergaben, dass Graue Riffhaie Futterextrakte noch in einer unglaublichen
Verdünnung wahrnehmen können und zwar:

 1/Million Teile
 1/1 Milliarden Teile
 1/10 Milliarden Teile

Haie reagieren schon aus der Distanz auf das Zappeln verletzter Beutefische.
Welcher Sinn wird dabei eingesetzt?

 Sehen
 Hören
 Druckwellen-Messung
 Bioelektrik

Die Lorenzinischen Ampullen sind ein wahrer Wundersinn.
Nach aktueller Diskussion der Wissenschaft können die Haie damit:
(Mehrere Antworten sind möglich)

 Feinste Temperaturunterschiede spüren
 Sich am Magnetfeld der Erde orientieren
 Feinste bioelektrische Felder (z.B. Herzschlag von Beutefischen) aufspüren

Haie können mit ihrem Seitenlinienorgan Druckwellen auffangen und messen.
Verfügen nur Haie über dieses Organ?

 ja
 nein


 

DIE SINNE

Bioelektrik (Lorenzinische Ampullen)

Haie haben weiterhin ein elektrorezeptives Sinnesystem.
Marcello Malpighi (1628-1694) entdeckte es 1662, näher beschrieben wurde es aber erst 1678 von seinem Landsmann Stefano Lorenzini, der die Funktionsweise der Lorenzinischen Ampullen aber leider nicht erkannte. Lange Zeit wurde in ihnen eine Funktion zur Druckwahrnehmung oder auch zur Temperaturmessung vermutet.

Erst im Jahr 1962 erbrachten die holländischen Wissenschaftler Dijkraaft und Kalmijn den Nachweis über ihre Hauptfunktion: die Wahrnehmung elektrischer Reize. Brown zeigte 2003 jedoch, dass tatsächlich auch Temperatur in elektrische Signale umgewandelt werden kann und dass Haie Temperaturschwankungen ebenfalls mit Hilfe des elektrosensorischen Systems wahrnehmen können.



Grafik: H.Giese

Das ausgeprägte elektrorezeptive System besteht aus vielen einzelnen Poren, die vor allem an Kopfunterseite, Schnauze und Nase zu finden sind. Die Poren sind die Mündungen der Ausfuhrkanäle der Lorenzinischen Ampullen. Die Ampullen (Kanäle) sind mit einem Gel gefüllt, das mit geringem elektrischen Widerstand bereits geringste elektrische Reize leitet. Am inneren Kanalende befindet sich jeweils eine Grube mit Elektrorezeptoren. Diese können einen Spannungsabfall über der Haut registrieren.

Aus dem Vergleich der neuronalen Signale aus vielen Ampullen in einem Hautareal ergibt sich ein sensorisches Signal, das die Gegenwart einer Spannungsquelle anzeigt. Mit den Rezeptoren der Lorenzinischen Ampullen sind Haie in der Lage selbst schwächste elektrische Felder von nur 5 nano-Volt pro cm wahrzunehmen – das entspricht etwa einer 12V-Batterie in einer Entfernung von 12km! Diese Wahrnehmungskraft ermöglicht es, dass Haie selbst leichte Muskelbewegungen eines Lebewesens auf eine kurze Distanz wahrnehmen können.

Im Meerwasser entstehen schwach elektrische Felder auf unterschiedliche Weise. Die Hauptproduzenten sind Lebewesen, die bioelektrische Felder durch Muskelkontraktion und elektrochemische Reaktionen produzieren. Aber auch Kabel oder Gegenstände aus Metall erzeugen durch galvanische Reaktionen schwach elektrische Felder. Generell funktioniert die Wahrnehmung bioelektrischer Felder nur auf sehr kurze Distanz, dementsprechend dient dieses Sinnessystem wohl hauptsächlich dem Finden versteckter Beute im Bodengrund (z.B. bei Hammerhaien).

Aktuell werden von Wissenschaftlern erste Forschungen diskutiert, die zu belegen scheinen, dass Haie mit Hilfe der Lorenzinischen Ampullen sich am Magnetfeld der Erde orientieren können und auch feinste Temperaturunterschiede spüren. Ein echter Wundersinn also! Entgegen gängiger Meinung ist dies jedoch kein Sinn, den nur Haie haben. Auch einige andere Fische haben einen elektrischen Sinn, d.h. sind elektrorezeptiv, einige davon haben auch Lorenzinische Ampullen oder Elektrorezeptoren.