Untersuchungsergebnisse der Universität Mainz:
Die Haisteaks von Blauhaien enthielten 1,40 mg/kg (± 0,13) Methylquecksilber, Seeaal hatte 0,83 mg/kg (±0,02) und Schillerlocke 0,55 mg/kg (±0,01). Die Probenwerte wurden dreimal ermittelt, um Messfehler auszuschließen.
Laut Professor Heumann vom untersuchenden Institut der Uni Mainz sind die analysierten Probenergebnisse zutreffend und halten jeder weiteren Überprüfung stand.
Seit dem Jahr 2000 liegt der international anerkannte von der EPA (Environmental Protection Agency) in einem Toxikologengremium festgelegte Gefahrengrenzwert für Menschen bei 0,1 Mikrogramm Methylquecksilberaufnahme / Kilogramm Körpergewicht / Tag. Das würde für einen erwachsenen, 70 kg schweren Mann bedeuten, dass er die Gesamtgiftmenge von 7 Mikrogramm an einem Tag nicht überschreiten darf, was bei dem untersuchten Haisteak einem Fleischgewicht von fünf (!) Gramm entspräche, beim Seeaal 8,4 Gramm und bei Schillerlocken 12,7 Gramm.
Haie speichern das Gift in ihrem Körper, Dr. Andreas Keppeler von Sharkproject
O-Ton4 Andreas Keppeler,
Sharkproject,
Länge: 0´41´´min
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Downloadbare Datei im sendefähigem MP3 Format (652.9 KB)Die Haie sind sehr langlebige Räuber, die am Ende der Nahrungskette stehen. Wenn von Mikroorganismen über Kleinorganismen zu mittleren Tieren im Meer das Methylquecksilber aufaddiert wird, kommt es letztlich mit den höchsten Konzentrationen bei den Raubtieren an. Und es ist von der Natur wohl nicht vorgesehen, dass diese Raubtiere von einem hohen Organismus biologisch weiter konsumiert werden, sondern es wären normalerweise die Mikroorganismen, die wieder die Haie verstoffwechseln würden, das heißt, biologisch umsetzen würden und nicht der Mensch.
Forscher vermuten, dass Haie den Job der Umweltpolizei im Meer übernehmen. Die hohe, mit der Beute aufgenommenen Giftkonzentrationen scheinen ihnen dabei nichts anhaben zu können. Die Tiere speichern sie Zeit ihres Lebens im Gewebe. Das Methylquecksilber gelangt erst mit dem Tod des Räubers wieder in die Nahrungskette. Entweder zersetzen Mikroorganismen den toten Hai und werden selber zum Futter für weitere Lebewesen, und der Kreislauf beginnt damit von vorne. Oder aber Menschen ernähren sich von Haiprodukten wie getrockneten Flossen, Haisteaks oder Suppen. Allerdings: der menschliche Körper ist anders und wird mit den immensen Giftkonzentrationen nicht fertig.
Nicht zu unrecht haben viele Menschen Angst vor dem Monster aus der Tiefe. Haie sind für Menschen extrem gefährlich, aber eben nur, wenn sie auf den Speisezettel geraten und gegessen werden! Bei der nachgewiesenen Giftkonzentration gehören Lebensmittel aus Hai eher in die Kategorie Sondermüll und nicht in die Pfanne oder den Kochtopf. Die Haie sollten bleiben, wo sie hingehören – im Meer.
Weitere O-Töne
Dr. Andreas Keppeler,
Sharkproject e.VGefahr durch Haie
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Downloadbare Datei im sendefähigem MP3 Format (702.4 KB)Prof. Dr. Klaus Heumann,
Universität Mainz, Analytische Chemie
Minamata
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Downloadbare Datei im sendefähigem MP3 Format (397.5 KB)Wie funktioniert der Test?
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Downloadbare Datei im sendefähigem MP3 Format (640.9 KB)Dr. Hermann Kruse,
Universität Kiel,ToxikologeWas ist und wie wirkt Methylquecksilber?
Hintergrundinformationen
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| 10.10.2008 | Print |