Zähne und Kiefer

Christine Gstöttner
© Christine Gstöttner
Die einzige und ultimative "Waffe" der Haie sind deren Zähne; sie dienen dem Angriff, dem Fressen und als Verteidigung. Sie erneuern sich ständig. Das Prinzip verläuft bei allen gleich. Die Zähne der Haie sitzen nicht wie bei uns Menschen im Kiefer, sondern auf einem s.g. "Zahnbett".

Dieses ist eine Art Band, das wiederum auf dem Kieferknorpel sitzt und durch das Gaumengewebe gehalten wird. Jeder einzelne Zahn verläuft auf einem eigenen Band, d.h. wenn einer ausfällt, kann dieser innerhalb kürzester Zeit ersetzt werden; hiervon wurde auch die Bezeichnung Revolvergebißss abgeleitet. Jede Art verfügt über ihre eigenen Form und Anzahl von Zähnen, daher lassen sich optisch sehr ähnliche Arten oft nur im direkten Vergleich anhand von deren Zähnen unterscheiden und genau bestimmen. Die Kiefer der Haie sind nicht mit dem Schädel verbunden und zeichnen sich daher durch eine hohe Flexibilität aus.

Auf Grund dieser anatomischen Besonderheit kann der Hai sein Gebiss im Moment des Zubisses nach vorne klappen und danach wieder zurückziehen. Ein bei Haien oft beobachtetes Verhalten, was einem Gähnen nahe kommt, dient dem Hai dazu, seine Kiefer wieder einzurenken. Für alle Haie (einige Ausnahmen sind bekannt) gilt das gleiche Prinzip:
mit dem Unterkiefer wird die Beute gegriffen und gehalten und mit dem Oberkiefer wird gesägt. Daher kommt auch das wilde Kopfschütteln, dass gerne von Medien als besonders aggressives Verhalten beschrieben wird; tatsächlich hat der aber gar keine andere Möglichkeit, denn die horizontale Bewegung ersetzt die Kaubewegung.

Daher sind bei fast allen Arten im Unterkiefer die spitzen Zähne und im Oberkiefer die zumeist dreieckigen mit sägeartigen Kanten versehenen Zähne zu finden. Dem Tigerhai fehlent diese Charakteristika; er hat sowohl im Unter- als auch im Oberkiefer dieselbe Art Zähne.

Wie fressen Haie eigentlich?


Der Hai öffnet das Maul und hebt dabei seine Nase nach oben; sowie ein Kontakt zur Beute vorhanden ist, klappt der Kiefer nach außen vor und der Zubiss erfolgt.

Bei einigen Haien wie etwa dem Weißhai (Carcharodon carcharias) stehen die Zähne des Unterkiefers steil nach vorne, so dass beim öffnen des Maules und dem Ausklappen des Kiefers die Beute regelrecht aufgespießt wird. Je nach Art und Größe der Beute wird diese entweder ganz verschlungen, oder Stücke rausgebissen.

 

| 10.9.2008 | Print |