Nahrungskette

Top- und Apexräuber


Die marinen Tiere haben eine enorme Formenvielfalt entwickelt und deshalb viele ökologische Nischen besetzt. Ein wichtiges Element der Nahrungsketten und Nahrungsnetze sind die Planktonfresser, sie werden von größeren Meerestieren erbeutet, die ihrerseits anderen Tieren als Nahrung dienen. Die Wechsel-beziehungen zwischen Räuber und Beute umfassen auch die gemeinsame Evolution dieser beiden Teile des Ökosystems: Die Evolution der Beutetiere wird von der Evolution der Räuber beeinflusst und umgekehrt.

Parasiten, die ihrem Wirt meist schaden, ohne ihn aber zu töten, müssen die verschiedensten Abwehrmechanismen überwinden können. Symbionten dagegen leben mit anderen Lebewesen so zusammen, so dass beide Seiten einen Nutzen davon haben.

Ist in einem Ökosystem ein Überfluss an Nahrung vorhanden, bringen die dort lebenden Tiere in der Regel eine große Zahl von Nachkommen hervor. Herrscht aber starke Konkurrenz um Nahrung, müssen Tiere andere Strategien zu einer effizienteren Nutzung der Ressourcen entwickeln: Oft haben sie nur wenige Nachkommen, die sie aber längere Zeit versorgen.

Um die komplexen und energetischen Beziehungen zwischen Pflanzen und Tieren eines Ökosystems besser vereinfacht darzustellen, wählen Wissenschaftler oft die Form einer Pyramide:Produzenten befinden sich an der Basis, Konsumenten sind darüber angeordnet. Hierbei werden grüne Pflanzen als Produzenten bezeichnet, da sie Energie, mit Hilfe des Sonnenlichtes im Prozess der Photosynthese, in Kohlehydrate und Sauerstoff umwandeln und somit Nahrung herstellen. Die darüber angeordneten Tiere bezeichnet man als Konsumenten, da sie Pflanzen oder Tiere fressen also Nahrung nur konsumieren.

Einen Großteil der Energie, ca. 90%, verbrauchen Fische (nicht Haie) für ihre Bewegung, ihre physiologischen Prozesse oder das Ersetzen von Gewebe. Nur 10%, der mit der Nahrung aufgenommenen Energie, verbleiben im Körper des Tieres und werden an die nächst höhere Ebene weitergegeben. Und so ist schlussendlich nur noch ein Tausendstel der durch Photosynthese hergestellten Energie am oberen Ende einer vierteiligen Pyramide noch verfügbar. Da dort nur noch sehr wenig Energie vorhanden ist, können sich dort nur sehr wenige Tiere behaupten.
An der Spitze stehen die sogenannten Top- und Superräuber. Topräuber sind Haie, da sie eigentlich keiner weiteren Ebene als Nahrung dienen. Superräuber hingegen, sind Haie, die sich regelmäßig auch von Topräubern ernähren können. Dies sind z.B. der große Weiße Hai, Hammerhaie, oder auch Tigerhaie.


Lebensraum & Nahrung


Plankton spielt eine wichtige Rolle in Nahrungsketten und bildet im Meer die Nahrungsgrundlage vieler Organismen. Das Phytoplankton, das nahe der Wasseroberfläche durch Photosynthese energiereiche Substanzen bildet, liefert als Primärproduzent Nahrung für das Zooplankton und die pflanzenfressenden Fische. Die in der Tiefsee lebenden Organismen sind aufgrund des Fehlens photoautotropher Organismen auf organische Partikel, die aus oberen Regionen absinken, angewiesen oder haben sich durch andere Mechanismen der Energiegewinnung (Chemosynthese) angepasst.
Bentische Pflanzen,bodenbezogene Organismen und Tiere bewohnen verschiedene Regionen des Meeresbodens. Der flache Boden, der vom Strand bis zum Schelf (Festlandsockel zwischen der Küste und dem Abfall zur Tiefsee) reicht, dient Mollusken (Weichtieren) Polychaeten (Borstenwürmern), Krebstieren sowie festsitzenden Algen und Schwämmen als Lebensraum.


Reich Tiere


Stamm Weichtiere   Mollusca: Käferschnecken, Muscheln, Schnecken, Oktopus, Kalmar  
Stamm Ringel-/Gliederwürmer  Annelida: Röhrenwürmer, Borstenwürmer, Muschelborstenwürmer, die meisten davon gehören der Klasse der Polychaeta = Vielborster, an / ca 8000 Species, werden unterschieden in 2 Hauptgruppen: sessile (festgewachsene), die hauptsächlich Schlickbewohner sind und andere, die das Meer durchstreifen  
Stamm Schwämme   Poriferen


Reich Pflanzen


Spaltpflanzen Klasse: Blaualgen, Kieselalgen, Geisselalgen, Grünalgen, Braunalgen, Rotalgen  



Allgemein:


Reich - Stamm - Klasse - Ordnung - Familie - Gattung - Spezies


Der Kontinentalhang reicht von der Schelfregion bis etwa 3.000 Meter Tiefe und ist nur schwach von Substratfressern und Filtrierern, wie den Asselspinnen und langstieligen Seelilien, besiedelt. Hier finden sich nur hoch spezialisierte Haie, wie der seltene Nasenhai oder die Kragenhaie.
Freischwimmende (pelagische) Haie und andere Meerestiere finden sich in großer Zahl in den vergleichsweise flachen und lichtdurchfluteten Wasserschichten über dem Schelf, wo der größte Teil des Fischfanges stattfindet.

Die sich an den Steilabfall anschließende Bodenregion der Tiefsee heißt Abyssal. Sie ist eine lichtlose Zone und durch gleichbleibende Temperaturen sowie Nahrungsarmut charakterisiert. Ein besonderes Phänomen, der an diese extremen Lebensbedingungen angepassten Tiere, ist die Biolumineszenz, die Fähigkeit zur Lichterzeugung.
Biolumineszenz wird verursacht durch winzige Dinoflagelatten, die ihr eigenes "kaltes" Licht erzeugen können, wenn sie gestört oder in Bewegung gebracht werden. Vertreter der Gattung Noctilucta sind gewöhnlich für das Auftreten dieses "Meeresleuchten" verantwortlich - nicht, wie oft fälschlicher Weise behauptet wird, Phosphor!

Der kleine Laternenhai, kaum 30 Zentimeter groß, verfügt über solche Leuchtorgane. Sie sind an der Bauchseite verteilt und dienen höchstwahrscheinlich dem Beutefang bzw. der Partnersuche.


Die Konsumenten


Im Reich der Tiere werden alle Konsumenten in drei verschiedene Kategorien eingeteilt:
herbivor, carnivor und detrivor.

Lebewesen, die sich nur von Pflanzen oder pflanzenartigen Organismen ernähren, nennt man herbivor. Hierunter fallen größtenteils die Organismen des Zooplanktons. Viele Organismen des Zooplanktons gehören diesem nur für einen bestimmten Abschnitt ihrer Entwicklung an. Andere Pflanzenfresser sind beispielsweise Seeigel, Seesterne, Würmer, und Krebse.

Die sich wiederum von anderen Tieren ernähren, nennt man carnivor. Haie gehören zu dieser Kategorie, denn sie ernähren sich fast ausschließlich von Anderen. Selbst die Filtrierer wie der Riesenhai, der Walhai und der Riesenmaulhai gehören zu den Carnivoren, da diese sowohl Zoo- als auch Phytoplankton konsumieren. Bei Walhaien muss allerdings auch gesagt werden, dass sie nicht ausschließlich nur Plankton filtrieren, sondern durchaus auch kleine Fische verschlingen.

Die letzte Gruppe sind die Detrivoren. Diese ernähren sich von toten Organismen. Muscheln und Krebse gehören zu dieser Gruppe, aber auch einige Haie, wenn auch nur zeitweise. Sie erfüllen hier eine wichtige Aufgabe als Gesundheitspolizei.

Haie sind, wie schon zuvor mehrfach erwähnt, auf ihre Beute spezialisiert. Sie haben sich, angefangen bei ihrer Jagdstrategie (Ansitz oder Sprintjäger), bis hin zu anatomischen Besonderheiten (Kiemenreusen bei Riesenhaien oder auch Zahnplatten bei Hornhaien zum Knacken von Muscheln und Krustentieren) auf ihre Beute eingestellt und sind daher stark betroffen, wenn sich diese reduziert oder verändert.

 

 

| 20.8.2008 | Print |