Handel mit Haiprodukten

Neben dem Geschäft mit Flossen wird auch reger Handel mit Knorpelpräparaten betrieben. Haiknorpel wurde auf Grund einiger zweifelhafter Publikationen zum Grundstoff für Anti‐Krebs‐Medikamente. Zu Pillen, Dragees und Pulver verarbeitet, sollte er zur effektiven Krebsprävention dienen.

Paul Munzinger
© Paul Munzinger
Diese angebliche Wirkung ist aber mittlerweile wissenschaftlich endgültig widerlegt! Z.B. in der Schweiz, darf Haiknorpelpulver laut Bundesamt für Gesundheitswesen und Schweizer Zulassungsbehörde für Medikamente (IKS) nicht mehr als Heilmittel angepriesen werden, sondern nur noch als Nahrungsmittelzusatz.
Leider fallen aber immer noch leichtgläubige Menschen auf die Werbung und Versprechungen der Produzenten herein! Dieselbe "aktive" Substanz könnte auch in denselben Konzentrationen aus Knorpel von Hühnerknochen oder Schweineohren gewonnen werden, doch wäre das sicher kein Verkaufsschlager!

In Costa Rica exportierte laut dem Minister für "Foreign Trade" die größte Firma am Platz (CORPORACION PROCESADORA, SA.) von August 1994 (Eröffnung) bis 30. September 1995 131'275 kg Knorpel‐Chips!!!! Das bedeutet, dass die Firma pro Monat rund 4'700 Tonnen Hai verbraucht, was einer Menge von 235'000 Haie pro Monat (bei 20kg Durchschnittsgewicht) entspricht. Bis heute gibt es keine weiteren, offiziellen Zahlen, die den "Umsatz" dieser Firma weiter belegen ‐ doch sie ist immer noch in Betrieb!

In den letzten Jahren ist der Bedarf an Haiprodukten stark angestiegen.

Viele Bestandteile eines Hais werden kommerziell genutzt:


Haifleisch wird weltweit gegessen. Das Fleisch vieler Arten ist jedoch im Vergleich mit demjenigen von Knochenfischen minderwertig oder teilweise ungenießbar. Da oft auch als minderwertig angesehen, wurde Haifleisch in der westlichen Welt oft unter anderen Namen verkauft: Rock Salmon in England, Saumonette in Frankreich und Schillerlocken oder Seeaal in Deutschland.

Erst seit neuerer Zeit steigt Mako‐ und Fuchshaifleisch in der Beliebtheit bei Konsumenten der westlichen Welt. In Asien wird dagegen seit langer Zeit Haifleisch verschiedenster Arten gegessen. Haifleisch wird ebenfalls zu Tierfutter und Düngemittel verarbeitet.

Leberöl: Öl aus der Leber von Haien ist reich an Vitamin A. Seit Vitamin A synthetisch und somit billiger hergestellt werden kann, ist die Nachfrage bezüglich dieses Produkts aber gesunken. Leberöl von Haien wird in der Textilindustrie, als Schmiermittel, zur Herstellung von Farben und Kosmetika verwendet. Ebenfalls ist Haiöl Bestandteil pharmazeutischer Produkte.

Squalen wird aus der Leber gewonnen und wird für medizinische Zwecke verwendet.

Haiblut wird für medizinische Zwecke als Antikoagulat verwendet.

Hornhaut von Haien wird in der Medizin als Transplantat für menschliche Augen verwendet.

Knorpelsubstanzen werden in der Medizin zur "Behandlung" von Arthritis, Rheumatismus, Krebs und zur Herstellung künstlicher Haut oder Behandlung von Verbrennungen verwendet.

Zähne: Die Maoris Neuseelands stellten aus Haizähnen Waffen und Schmuck her und die Inuit machten Messer aus ihnen. Haizähne werden heute oft als Touristensouvenirs verkauft.

Haihaut wird als Schleifmittel (pazifischer Raum) verwendet. Gegerbte Haihaut kann zu Leder weiterverarbeitet werden.

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STOP SALES –
stoppt den Verkauf von Hai-Produkten!


Die Kampagnenidee entsprang aus einem Gespräch mit Hassan Sobir, dem damaligen Tourismusminister der Malediven. Die Malediven erhielten 2003 von uns den jährlich vergebenen Negativ-Award „Haifeind des Jahres“ für ihre Finning- Politik. Bei der Überreichung des Awards auf der Tourimusmesse in Berlin beschimpfte uns der Minister und wies darauf hin, dass er gestern Abend – hier in Berlin – Haiflossen-Suppe gegessen habe.Was denn an der Finning-Politik seines Landes falsch wäre, wenn die Abnehmer der Flossen hier auch in Deutschland sitzen würden??
Es hatte zwar mit dem Grund der Award-Verleihung nichts zu tun – aber irgendwie hatte er auch Recht. Wir können nicht den moralischen Finger heben, wenn in Europa Hai-Produkte in jeder Form verkauft werden.

So starteten wir „STOP SALES“. Die Kampagne richtet sich an die Vermarkter von Hai-Produkten. Mit Fakten und Daten informieren wir die Händler und bitten sie, auf den Verkauf in Zukunft zu verzichten. Jeder Verbraucher, der ein Angebot von Hai-Produkten bemerkt, kann das einfach auf unserer Aktionsseite melden. Unsere Campaigner nehmen die Meldung auf, überprüfen sie und handeln. Der gesamte Schriftverkehr steht wieder öffentlich im Internet. Der Erfolg dieser Kampagne war und ist unbeschreiblich. Tausende Geschäfte und Restaurants aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben bisher öffentlich
auf den weiteren Verkauf verzichtet. Darunter so große Namen wie METRO, Deutsche Nordsee, Lidl-Märkte, Tengelmann und viele mehr. Der Kampagnenerfolg sollte jedoch nicht blenden. Noch immer werden Hai-Produkte verkauft, wie z.B. bei Karstadt, Edeka, Globus, HIT etc. Aktuelle Daten entnehmen Sie bitte der Opens link in same windowAktionsseite

 

| 20.8.2008 | Print |